Ich schrei(b) es mir von der Seele

 writing-110764_1280Schreiben hat sich in den letzten Jahren sehr verändert: Wir beantworten Mails, schreiben, FB-Beiträge, Blogs und Whatsapp-nachrichten, SMS und in der Arbeit vielleicht Dokumente.

Aber immer seltener nehmen wir einen Stift und ein Papier und schreiben mit der Hand.

Was ein bisschen schade ist, weil durch den Akt des Schreibens mit einem Stift Dinge besser ins Unbewusste gelangen als digital. Oder auch von dort herauskommen.

Nehmen Sie doch wieder einmal einen Stift und einen Block, fangen Sie mit Kritzeln an, einfach so: Striche, Linien, Kurven, Schnörksel, Buchstaben. Machen Sie das ohne Anspruch auf Kunst oder Originalität, um das zu erleichtern, können Sie die Augen dabei zumachen oder mit der Hand schreiben, die Sie normalerweise nicht so häufig brauchen. Und wenn es fertig ist, werfen Sie es weg. (Wenn Sie jetzt immer noch einen Anspruch auf Kunst haben, dann sind Sie einE hoffnungsloseR PerfektionistIn;)!)

Wenn Sie das eine Weile gemacht haben, können Sie beginnen, Worte zu schreiben (diesmal besser mit der “richtigen” Hand). Schreiben Sie einfach wahllos Wörter auf das Papier, was auch immer Ihnen in den Sinn kommt. Das kann einen Zusammenhang haben, muss aber nicht, oder jedenfalls vordergründig nicht. Schreiben Sie so viele Wörter, wie Ihnen auf dem Blatt gefallen. Dann legen Sie es weg, genug für heute. (aber bitte diesmal aufheben).

Beim nächsten Mal nehmen Sie dieses Blatt wieder heraus und verbinden Sie die Wörter miteinander: machen Sie eine lange Schlange, fangen Sie bei einem Wort an und suchen Sie, welches am besten dazu passt, dorthin machen Sie einen Strich. Dann weiter so, bis Sie alle Wörter miteinander verbunden haben. Wieder genug, bitte wieder aufheben.

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Und am dritten Tag schreiben Sie eine Geschichte oder einen Text, und zwar in der Reihenfolge, die Sie die Wörter aufgereiht haben. Dazwischen darf viel Text sein oder wenig, egal, sie sollen nur alle vorkommen, und das in der von Ihnen gewählten Reihenfolge. Wenn Sie diese Geschichte fertig haben, legen Sie sie bitte ebenfalls weg und lassen Sie mindestens 24 Stunden ruhen, bevor Sie sie wieder anschauen.

Die Ruhephasen dazwischen sind nicht verhandelbar, denn es gibt in uns allen eine KünstlerIn und eine KritikerIn. Und die beiden sollten einander nicht begegnen. Wir brauchen beide, um ein Werk zu schaffen, aber nie gleichzeitig. Die KünstlerIn kann nicht arbeiten, wenn ihr die KritikerIn ständig über die Schulter schaut, und umgekehrt. Darum hat es sich bewährt, die beiden einfach zeitlich voneinander zu trennen, indem wir immer wieder Pausen dazwischen einlegen.

Und dann schauen Sie sich Ihr Werk an: was sagt es Ihnen über sich? Was hat der Text, die Geschichte mit Ihnen zu tun?

Wenn Sie mit jemandem darüber sprechen, kann das sehr hilfreich sein, und wenn Sie mögen, bin ich auch gerne dabei Ihre Gesprächspartnerin. Machen Sie einen Termin für ein Erstgespräch aus, rufen Sie an, mailen Sie oder machen Sie online einen Termin auf. Ich freue mich darauf, mit Ihnen Ihren Text zu studieren und dabei etwas über Sie herauszufinden.

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