Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 2: Haut-Sache.

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Nun, ich hoffe, Sie haben sich – vielleicht einmal nur vorsichtig und probeweise, die Erlaubnis gegeben, sich mit der Lust zu beschäftigen ohne rot zu werden. Rot werden ist eine Sache, die geschieht, wenn die Haut auf eine Emotion reagiert. Damit sind wir auch gleich bei unserem ersten Thema:

 

Genießen geht über die Haut. Genießen geht unter die Haut.

Unsere Haut ist ein riesiges Organ, mit dem wir unendlich viel wahrnehmen können: Wärme und Kälte, Berührungen, Wind, Wasser, Gewand, Nähe. Dabei ist die Haut unheimlich empfindlich: schon die leiseste Berührung bemerken wird, kleine Veränderungen werden unserem Gehirn sofort gemeldet.

Haut-Aufgaben.

Sie hat viele Aufgaben, unsere Haut: von der Selbstreparatur kleinerer Wunden, der Regulation der Wärme, dem Schutz vor Fremdeinwirkung, dem Verströmen von Duft, der Einlagerung von Depot für schlechte Zeiten – oft nicht unserer Lieblingsfunktion der Haut 😉 -bis zum Tastsinn und dem Farbton. Sie ist reißfest, stossfest, wasserfest, extrem merkfähig und versorgt sich und die Umgebung mit Tausenden von Blutgefäßen. Und sie meldet durch Schmerz, wenn Gefahr droht.

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Unsere Schönheit ist ebenfalls Hautsache: was von uns zu sehen ist, ist die Haut. Wir können diese Haut verschönern, sie schminken, färben, tönen. Die Lippen bemalen, die Haare, die auch zur Haut gehören, zu einer Frisur gestalten, eine gesunde Bräune entwickeln, ein Stück der Haut zeigen, den Rest durch Gewand verbergen, das ist oft  schon Erotik.

Hautnah.

Wenn sich mir jemand nähert, kann er mir sehr nahe kommen, bis an die Haut. „Jemand rückt mir auf die Pelle“, heißt es dann. Aber auch beim Händereichen berühren wir einander: wir ziehen die Handschuhe aus, wenn wir die Hand geben – ich bin nicht durch meinen Handschuh so gut spürbar. Einander an der nackten Haut zu berühren kann sehr intim sein.

 

Harte Haut?

Wer eine harte Haut hat, der ist zäh, stabil, durchhaltefähig. Der hat schon viel durchgestanden, ausgehalten, kann aber manchmal dadurch etwas unsensibel sein. Ein Mensch mit dünner Haut hingegen ist zart besaitet, spürt aber dafür auch viel. Wir können es uns nicht aussuchen: wie auch immer unsere Haut ist, so können wir sie nehmen.

 

Unter die Haut.

Und dann gibt es Situationen, die gehen unter die Haut: da bekommen wir eine Gänsehaut, da rinnt es uns kalt den Rücken hinunter, da werden wir rot vor lauter Emotion, da beginnen wir zu schwitzen – wir sind emotional. Gefühle drücken sich ganz leicht über die Haut aus, weil sie ja die Grenze zum Außen ist.

Spüren Sie Ihre Haut!massage-1929064_1280

Nehmen Sie sich in der nächsten Woche immer wieder Zeit, ihre Haut zu spüren. Vielleicht beim waschen oder duschen, abtrocknen, eincremen, bürsten, anziehen. Bei Berührungen, gewollten oder unabsichtlichen. Spüren Sie den Unterschied zwischen sanfter und kräftiger Berührung. Und achten Sie darauf, wie Sie, wenn Sie sich selbst angreifen, beide Seiten gleichzeitig spüren können: Sie sind BerührerIn und BerührteR gleichzeitig.

Lassen Sie angenehme Dinge hautnah an sich heran, umarmen Sie jemanden hauteng, riechen Sie die Haut von jemandem, streichen Sie sich selbst über die Haut.

Hautsache angenehm!

 

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