Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 10: Höhe-Punkt.

 

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Was bisher geschah…

… ist das Entscheidende bei gelungener Sexualität. Erotik ist mehr als nur das „Vorspiel“. Sie beginnt bei der Aufmerksamkeit für einander, bei kleinen Freundlichkeiten, bei der gemeinsamen Hausarbeit: kochen, einander zur Hand gehen, einander überraschen. Sehr erotisch sind auch Fröhlichkeit, Selbstsicherheit und Humor – unkompliziertes und entspanntes Miteinander. Das alles sind Fundamente, auf denen Vertrauen ruht, und das wiederum ist die Basis für richtig guten Sex.

Lust ist etwas, das nicht im Bett entsteht. Lust auf einander kennen die meisten Paare aus ihrer Anfangszeit, als alles noch neu und aufregend war. Wenn der Zauber verloren gegangen ist, dann geschieht das auch nicht (nur / vor allem) im Bett. Dort zeigt es sich allerdings am schnellsten. Wenn man nicht mehr neugierig auf einander ist, wenn das Miteinander zu einer langweiligen Routine geworden ist, verschwindet auch die Freude am Sex (miteinander).

Sex oder Liebe, das ist hier die Frage!

Auch beim Sex ist das Spektrum weiter als: „Vorspiel – Verkehr – duschen – schlafen“. Sexy sind gute Küsse, für die man sich Zeit nimmt, Streicheleinheiten, die nicht sofort bei den erogenen Zonen landen. Tiefe Blicke, eine heiße Massage, intime Gespräche, zB über die sexuellen Fantasien oder Erfahrungen, zweideutige Eindeutigkeiten. Wecken Sie die Lust Ihrer PartnerIn, indem Sie herausfinden, was sie/ihn anturnt, nehmen Sie sich Zeit, viel Zeit für Zärtlichkeiten, bevor Sie weitergehen. Oder gehen Sie auch einmal nicht weiter, bleiben Sie bei den Anspielungen und warten Sie, wie Ihr Gegenüber reagiert. Warten zu können ist eine wichtige Tugend, auch in der Liebe.

Liebe zu machen ist etwas ganz anderes als Sex zu haben. Beides hat seine Berechtigung, aber wir sollten es nicht miteinander verwechseln. Das eine schließt natürlich das anderen nicht aus, aber es ist auch nicht zwangsläufig miteinander verbunden. Wenn Sie geliebt werden wollen, müssen Sie keinen guten Sex suchen (oder bieten) sondern Liebe! Sex führt zu Sex, und nur Liebe zu Liebe. Liebe machen hat mit Vertrautheit zu tun, damit, sich fallen lassen zu können, sich angenommen zu fühlen in all seinen Facetten. So banal es klingt: wir können nur „Liebe machen“, wenn wir uns geliebt fühlen.

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Wie hätten Sie´s gern?

Beim Sex gibt es viele unausgesprochenen Vorstellungen,  Fantasien, auch Ängste und Sorgen: machen wir „es“ zu früh, zu spät, zu oft, zu selten, gar nicht? Wer ist für was verantwortlich? Wann fühlen Sie sich als ganze Frau/Mann, wann so richtig begehrt? Was ist Ihnen peinlich beim Sex, wo sind Ihre Grenzen, was möchten Sie gerne einmal probieren? Wie wichtig ist es für Sie, dass der Verkehr die vertraute Routine nimmt, oder wie willkommen sind Ihnen Besonderheiten, neue Erfahrungen, Abwechslung? Viele Paare, die schon längere Zeit beisammen sind, klagen über Einfallslosigkeit, dann wären neue Ideen einmal angesagt, was allerdings oft Mut kostet. Andererseits ist es auch gut, zu wissen, was die PartnerIn mag, worauf er/sie besonders steht, was sie/ihn  erfreut.  

Sie dürfen auch sagen, wo Ihre Sorgen sind, was Sie als Gelingen oder Versagen einstufen, oder was Sie bei Ihrer PartnerIn als solches sehen. Viele Paare haben im Laufe der Zeit unterschiedliche Bedürfnisse an die Häufigkeit oder die Dauer, und es stellt sich oft als große Herausforderung dar, mit diesen verschiedenen Erwartungen umzugehen. 

Kommst du?

Um zu einem Höhepunkt zu kommen, ist es wichtig, dass man sich entspannt. Ohne diese wird der Mann keine Erektion bekommen, denn die Muskeln im Penis müssen entspannt sein, damit das Blut in den Penis fließen kann! Das ist der Grund – nebenbei bemerkt –  warum sorgenvolle Gedanken oft kontraproduktiv sind: Mann verkrampft sich, und dann ist es schnell mit der Standfestigkeit vorbei! Frauen müssen sich ebenfalls entspannen, sonst kann im Extremfall der Geschlechtsverkehr sogar schmerzhaft sein.

Eine wichtige Frage ist auch: wie endet Sex gut? Ist der Orgasmus (welcher: Ihrer, der Ihrer PartnerIn) das einzige Zeichen eines erfüllten Geschlechtsverkehrs? Was tun Sie, wenn es nicht so abläuft oder endet, wie Sie sich das vorstellen? Und auch hier gibt es viele Unsicherheiten: komme ich zu früh, zu spät, gar nicht? Zu laut, zu leise, zu oft, soll ich vorspielen, ist er echt? Während alle Männer schwören, einen vorgetäuschten Orgasmus zu erkennen, sind viele Frauen da anderer Meinung. Warum täuschen Frauen vor? Wem wollen sie damit helfen, sich oder dem Mann? Tut es das? Was wünschen Sie sich von Ihrer PartnerIn, wenn einer von ihnen nicht kommt?

Nach dem Sex ist vor dem Sex.illustration-1948906_1280

Es kann ja durchaus Spaß machen, komplizierte Stellungen, Spielzeuge und sexuelle Varianten auszuprobieren, aber wichtig ist, dass Sex weder ein Leistungssport noch eine Kunstübung ist. Sex ist, sich und einander Freude zu machen, und ist immer eine gemeinsame Angelegenheit. Das bedeutet auch, dass es wichtig ist, miteinander darüber zu sprechen, was gut tut, anturnt, Spaß macht oder eben nicht.

Es ist – überraschender Weise, in unserer so aufgeklärten Zeit, in der Pornographie allgegenwärtig ist – immer noch eines der schwersten Themen, mit der PartnerIn ehrlich über Sex zu reden. Es gibt die durchaus berechtigte Angst vor Verletzungen auf diesem Gebiet (wie sage ich ihr/ihm, dass mich ….. anturnt, oder dass mir sein/ihr ….. nicht gefällt?), dass viele Paare das lieber auslassen. Sie haben Sex, und dann drehen sie sich auf die Seite und schlafen ein. Es braucht viel Vorsicht, und auch mal eine Prise Humor, über intime oder peinliche Dinge zu sprechen, ein Nein aushalten zu können, ein Versagen anzusprechen. Aber so, und nur so!, entsteht die Vertrautheit, die die Voraussetzung dafür ist, dass es bei einem nächsten Mal besser wird. 

Sex ist nichts für Feiglinge!

Nun, auf in die Praxis! Üben Sie diese Woche, sooft es geht! Machen Sie einander Freude: packen Sie Ihr erotisches Rüstzeug aus, verführen Sie einander mit allen Spitzfindigkeiten. Probieren Sie etwas aus: packen Sie einmal kräftig zu oder lassen Sie sich extra lang Zeit. Überfallen Sie Ihre PartnerIn schon hinter der Wohnungstür oder überraschen Sie sie/ihn irgendwie. Lassen Sie Ihre gemeinsamen Fantasien spielen, machen Sie einmal etwas Ungewöhnliches, entdecken Sie die Lust auf Abenteuer wieder! Und vor allem (leider, aber das muss sein!): reden Sie miteinander. Über Sex, über Lust, über Liebe! Die lauen Sommerabende machen es leichter: eine Kerze, ein Glas mit Ihrem Lieblingsgetränk – bereiten Sie sich und einander eine heiße Nacht! Viel Lust wünsche ich Ihnen für die kommende Zeit!

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