Maria Theresia und Franz-Stefan

Die Einschulung von Marie-Antoinette ist gut gegangen, alle haben sich an den neuen Alltag gewöhnt. Maria Theresia liest weiter jeden Abend eine Geschichte für ihre Kinder, die das immer noch genießen. Ihre Ängste sind kleiner geworden, dass die Kinder sie allzu schnell verlassen können.

Womit möchten Sie sich heute beschäftigen? Wobei kann ich Ihnen helfen?

divorce-2437969_1280Es geht mir um die Beziehung zu Franz-Stefan. Die ist in der letzten Zeit etwas kühler geworden. Er spricht kaum mit mir. Wenn ich heimkomme, sind erst die Kinder auf dem Programm. Das war schon immer so, und das ist auch in Ordnung. Aber wenn dann Ruhe ist, haben wir früher geredet, gemeinsam aufgeräumt oder ferngesehen. Und jetzt: jeder macht seines, und irgendwann gehen wir ins Bett. Nicht einmal das zur selben Zeit manchmal.

Und das ist für Sie …?

Traurig, weil ich mich so alleine gelassen fühle. Als ob er sich darüber ärgern würde, dass ich zur Abteilungsleiterin aufgestiegen bin. Da muss ich natürlich mehr arbeiten, aber das mache ich ja nicht zum Vergnügen.

Sondern? Wofür machen Sie das denn?

Na, für uns doch. Damit wir genug Geld haben, damit wir uns etwas leisten können: einen schönen Urlaub, eine gute Ausbildung für die Kinder. Ich arbeite viel, weil wir unseren Kindern gerne etwas bieten möchten. Und uns auch gelegentlich etwas: ein Essen in einem guten Restaurant, ein bisschen Luxus dann und wann.

Und nicht auch, weil es Ihnen Freude macht? Weil es Ihren Fähigkeiten entspricht?

Working MumJa, natürlich, das auch. Aber darüber haben wir gesprochen, und es ist für uns beide okay. Jedenfalls war es das. Wenn ich mir jetzt anschaue, wie er reagiert, dann frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Wenn ich dann nachdenke, zweifle ich daran, dass er überhaupt irgendwann die Wahrheit sagt.

Also, langsam bitte. Zuerst einmal: wissen Sie genau, dass es eine Strafe ist? Oder nehmen Sie das an?

Na, seit ein paar Monaten ist er so, ungefähr seit ich die Beförderung erhalten habe. Ja, das geht sich ziemlich gut aus.

Aber sicher wissen Sie es nicht? Haben Sie darüber gesprochen? Und wenn ja, was ist denn seine Ansicht?

Direkt gesprochen haben wir nicht, aber das ist ja offensichtlich, oder? (Denkt nach.) Na gut, ich kann ihn ja fragen. Vielleicht ist es auch etwas ganz anderes.

Ich glaube auch dass es gut wäre, das Sie einmal herauszufinden. Nebenbei bemerkt: Ich finde es okay, wenn man Freude hat an der Arbeit, und man braucht das nicht zu verstecken und so tun, als ob man das nur für die Familie macht. Und dann: wie wäre es, wenn Sie gemeinsam wieder nach Ritualen suchen, um den Kontakt zu pflegen? Sie hatten doch schon einmal etwas, oder?

Ja, das hatten sie: es gab wöchentliche Beziehungsgespräche, die beiden sehr gut getan haben. Franz-Stefan, weil er sich dadurch besser gehört gefühlt und Maria Theresia, weil sie sich in gutem Kontakt mit ihrem Mann befunden hat. Sie beschließen, das wieder aufleben zu lassen.

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