Maria Theresia H: Was darf ich verlangen?

Willkommen zurück bei den Therapien meiner (erfundenen) KlientInnen. Über Weihnachten ist einiges geschehen, und ich hoffe, Sie sind auch daran interessiert, wie es unseren KlientInnen geht. 

Wir beginnen mit Maria Theresia H. Die 6m hohe Statue am Maria-Theresien-Platz erinnert an die Kaiserin, die in Wien von 1740 bis 1780 regierte, Österreich

 

Sie hat im Dezember ein Angebot für einen Job bekommen, der sie sehr interessiert. Es ist ein eindeutiger Aufstieg, und genau die Arbeit, die ihr immer schon vorgeschwebt ist. Aber es inkludiert, dass sie noch weniger Zeit für die Familie. Das belastet sie, denn ihre Kinder sind ihr sehr wichtig, ihr ist bewusst, dass die Zeit, die sie mit ihnen hat, nur recht kurz ist.

„Ich bin ziemlich sicher, dass ich es trotzdem machen will. Finden Sie das zu egoistisch? Darf ich von den Kindern verlangen, dass sie jetzt jeden Tag fremdbetreut sind? Ich habe überlegt, die Omas einzuschalten, um ein bisschen Konstanz in ihre Leben zu bringen.“

Was sagen die denn dazu? Die waren ja, soviel Sie mir erzählt haben, zum Kinderschauen nur sporadisch bereit. Hat sich das geändert?

for-reading-813666_640Nein, aber ich würde das fair finden. Meine Mutter war nie eine gute Mama für mich, sie könnte doch wenigstens eine gute Oma für die Kinder sein. Und für die Schwiegermama bügle ich seit vielen Jahren mit, das könnte sich auch einmal lohnen.“

Ich verstehe den Wunsch, aber ich wäre da lieber vorsichtig. Wichtig ist wohl, dass die Kinder eine möglichst konstante Betreuung haben, damit sie sich in Ruhe auf etwas einstellen können. Wenn Sie mit Ihrer Mama und Schwiegermutter eine Rechnung offen zu haben glauben, dann sollte das nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, oder?

gender-pay-gapMaria Theresia überlegt dann noch, wie sie in das Vorstellungsgespräch gehen soll. Besonders das Thema Gehalt ist für sie, wie für viele Frauen leider immer noch, ein schwieriges. Ich ermutige sie, viel zu verlangen, schließlich ist sie wirklich qualifiziert für den Job. Wir einigen uns darauf, dass sie sich gut erkundigen wird, wie viel in dem Job üblicherweise bezahlt wird, damit sie wenigstens eine Ahnung von der Marktlage hat. Es kostet sie Mut, das zu verlangen. Ich bin gespannt, wie gut es ihr gelingen wird bei dem Gespräch, das sie in der kommenden Woche haben wird. 

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