Archive for Januar 2019

Beziehungs-ABC: N wie Nähe und Distanz

21. Januar 2019

N wie Nähe und Distanz

Die Frage beschäftigt uns in Beziehungen immer (wieder): wie nahe sind wir einander, wie viel Distanz brauchen wir? Häufig kann man etwas beobachten, was wie ein Tanz aussieht: ein Schritt aufeinander zu, ein Schritt voneinander weg.

Die Sehnsucht nach Nähe oder Distanz ist meist nicht gleich ausgeprägt bei beiden PartnerInnen, und auch pro Person wechselt das immer wieder. Nähe ist außerdem etwas, was Menschen mit unterschiedlichen Aktionen oder Situationen verbinden: manche fühlen sich besonders nah, wenn sie miteinander kuscheln, andere, wenn sie sich unterstützt fühlen, gelobt oder bei gemeinsamen Handlungen. Schon alleine diese unterschiedlichen Empfindungen können zu Missverständnissen führen, es ist also wichtig, herauszufinden, was genau sich die/der PartnerIn unter Nähe vorstellt.

Wenn wir es schaffen, einander- immer wieder – sehr nahe zu kommen, dann kann das ein sehr schönes und inniges Erleben sein: wir fühlen uns fast wie eins, wir mögen dieselben Dinge, wir können die Sätze der/des Anderen vervollständigen, wir fühlen uns ganz verstanden, tief geliebt, innig verbunden. Von diesen Zeiten lebt jede Beziehung sehr lange, und wenn es – nach der ersten Verliebtheit häufig – abnimmt, fühlen wir uns wie bei einem Kater: ungeliebt, unbefriedigt, traurig.

Und manchmal brauchen wir auch das Andere: Zeit für uns selbst, „me-time“, Freiheit, alleine sein können, tun, was wir wollen ohne uns eingeengt zu fühlen. Das kann, wenn man großes Glück hat, gleichzeitig auftreten, oft tut es das aber nicht, und das kann dann zu Kränkungen, Verletzungen oder Unverständnis führen, und zwar auf beiden Seiten: die PartnerIn, die alleine sein will, fühlt sich zu Unrecht dafür kritisiert, weil sie ja nichts Falsches tut, und die, die zurück bleibt, fühlt sich alleine gelassen, verraten, verlassen. Meine Ansicht ist, dass es für die Person immer wieder wichtig ist, sich ganz mit sich selbst zu beschäftigen, die eigenen Werte, das eigene Leben zu betrachten und zu hinterfragen, eigene Erlebnisse zu machen und zu verarbeiten, damit wir dann wieder voll Freude zu unserer PartnerIn zurückkehren können.

Wichtig ist für alle Beziehungen, dass man sich darüber klar wird, was genau die Erwartungen der/des Anderen sind, wie die Bedürfnisse ausschauen und was man selbst will. Jede Beziehung braucht Phasen der Nähe, sonst lebt sie nicht. Und sie braucht Zeiten des Alleinseins, sonst kann die eigene Person zu wenig erfahren und reifen. Wenn man verstanden hat, dass beides für eine gute Beziehung notwendig ist, dass weder das eine noch das andere schlecht oder verletzend ist (oder sein muss), dann wird man eine Form finden, die für beide Seiten gut und zufriedenstellend ist. Dann kann man selbst immer wieder für sich sein und dann wieder gerne in die Nähe der/des Anderen kommen.

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Beziehungs-ABC: M wie Männer mag man eben.

14. Januar 2019

M wie Männer mag man eben.

Ich bin eine Frau, das macht es mir auf der einen Seite leicht, über Männer zu schreiben, auf der anderen Seite unmöglich. Denn ich habe nicht die geringste Ahnung, was es bedeutet, ein Mann zu sein, wie sich das Leben für einen Mann anfühlt, oder auch nur: wie sich ein Männerkörper (von innen) anspürt. Und selbst wenn: es ist ja auch nicht jeder Mann gleich, alle haben ihre eigene Geschichte – und „wann ist ein Mann ein Mann“?

Ich kann aber sagen, was ich an Männern mag und was mir nicht so gefällt. Und überraschender Weise liegt das ziemlich nah beisammen, nur durch eine Nuance voneinander getrennt: Stärke, Macht, Überlegenheit, Kraft, Autorität, Konzentration.

Das alles mag ich, wenn es gut und gezielt eingesetzt wird: zu Gunsten einer Sache oder einer Person. Aggression ist eine Kraft, die im Menschen steckt, und die ihn in die Lage bringt, „Berge zu versetzen“, Erfindungen zu machen, Gegenden zu erkunden, Bereiche zu erforschen. Oder die ihn dazu bringt, sich ein Heim zu bauen und das gegen Angriffe zu verteidigen. Männer brauchen „soft skills“, aber dabei soll es nicht bleiben, auch die „hard skills“ sind wichtig!

Dieselbe Aggression aber, gegen andere eingesetzt (Kinder, Frauen, unterlegene Männer, aber auch Tiere oder die Natur an sich) mag ich nicht. Es ist erschreckend, wie mit Gewalt so leicht und so viel zerstört wird, was lebendig sein will. Damit meine ich nicht nur die großen und deutlichen aggressiven Handlungen, sondern auch die kleinen, beinahe unsichtbaren. Jemanden nicht ausreden lassen, sich vordrängeln, Blicke, die entwertend sind – all das ist darauf aus, die eigene Person gegen die andere durchzusetzen.

Das muss nicht sein, denn wahre Größe hat das nicht notwendig. Echte Helden, wahre Ritter, wirklich Mächtige setzen sich für eine Sache ein, ohne dabei andere zu zerstören. Ein Kampf gelegentlich muss vielleicht sein, aber erstens muss der Gegner dabei auf Augenhöhe sein und zweitens muss der Kampf fair geführt werden. Es soll nicht darum gehen, den anderen klein zu machen oder auszunutzen, sondern darum, Klarheiten zu schaffen, Kompetenzen zu klären oder Dinge zu beschützen.

Männer sind … unbegreiflich, unvernünftig, unverzichtbar, unergründlich – mit einem Wort: unbeschreiblich!

Beziehungs-ABC: L wie Liebe, Lust und Leidenschaft

7. Januar 2019

L wie Liebe, Lust und Leidenschaft

Erst einmal willkommen zurück nach den Weihnachtstagen, dem Urlaub und alles Gute im Neuen Jahr 2019! Mögen all Ihre Sehnsüchte deutlich werden und viele davon in Erfüllung gehen! Das gilt auch für unser Thema Beziehung. Auch hier möge Ihnen viel gelingen, möge sie Ihnen Freude und Zufriedenheit bringen!

Liebe, Lust und Leidenschaft – all das sind schöne Dinge, die das Leben zu zweit so richtig beglückend machen. Vor allem zu Beginn einer Beziehung können wir meist gar nicht genug voneinander bekommen, können Hände und Münder nicht voneinander lassen, der/die andere riecht, schmeckt so gut, fühlt sich so schön an, …! Wir könnten ganze Tage im Bett miteinander verbringen, und oft tun wir das auch. Und das ist auch sehr gut so!


Finden Sie dennoch im Laufe der Zeit mehr Möglichkeiten als „nur“ Sex, um diese Leidenschaft miteinander zu leben! Denn die Zeiten ändern sich, man gewöhnt sich aneinander, ist nicht mehr so neugierig auf den Körper der/des anderen – der Alltag hat einen wieder. Das geschieht immer, ist unvermeidlich und sogar richtig, aber die Leidenschaft sollte dann nicht abnehmen müssen.

Suchen Sie gemeinsam nach Ausdrucksformen, die auch im Alltag leicht möglich sind: Berührungen, kleine Zärtlichkeiten, Kuscheleinheiten, Küsse. Gehen Sie miteinander tanzen oder betreiben Sie Sport, bei dem Sie einander berühren können, wo Sie miteinander auf ein Ziel hinarbeiten. Versuchen Sie auf viele Arten, die Freude aneinander, am Körper der/des anderen und an seinem/ihrem Dasein aufrecht zu erhalten.

Und vergessen Sie die lieben Worte nicht! Wir alle freuen uns über eine kleine Notiz, einen Brief, ein SMS, ein Mail – irgendeine Nachricht, die uns zeigt, dass die/der andere sich an uns wichtige Dinge erinnert, schon auf uns wartet, mit Liebe an uns gedacht hat – uns einfach liebt und uns das auch zeigt.

Das alles erhält die Leidenschaft, macht Lust aufeinander

und vertieft die Liebe.