Ein gutes Jahr: Herbst-Bereitschaft 2021

Ich war die letzten Wochen im Urlaub (daher gab es auch keine Blog-Einträge), und da bin ich bei der Lektüre eines Buches auf die Idee gestossen, ein persönliches „Gefühls-Lexikon“ zu erfinden. Das hat mir gut gefallen, und so schreibe ich heute über die „Herbstbereitschaft“.

Ich definiere die Herbstbereitschaft als den Zustand, den wir brauchen, um nach dem Sommer in die kalte Jahreszeit zu starten. Dazu hilft es, im Sommer genug Sonne und Wärme, also insgesamt: Erholung getankt zu haben. Denn der Herbst wird lang, der Winter kalt und finster. Das Arbeitsjahr wird uns so das eine oder andere abfordern, daher ist es gut, mit „vollen Akkus“ in den Herbst zu gehen.

Der Blick „in die Ewigkeit“ hilft dabei, die Akkus aufzuladen: das Meer, die Berge, ein Bach, Natur im Allgemeinen, oder alte Gebäude, die im Idealfall schon viele hundert Jahre alt sind. Denn dieser Blick auf das, was vor uns schon da war und (sehr hoffentlich!) auch lange nach uns noch, macht innerlich ruhig. Er erdet uns, er hilft uns auch, das jetzt gerade akute Geschehen einzuordnen: alles vergeht, nichts bleibt so, wie es ist – so schwer es uns auch scheinen mag.

Das kann dabei helfen, sich daran zu erinnern, dass nichts nur von uns abhängt: vor uns gab es schon Menschen, die sich mit ähnlichen Situationen wie wir heute beschäftigt haben, und nach uns wird es Menschen geben, die das tun – wir sind nur ein Teil einer langen Reihe von Menschen, die sich mit menschlichen Problemen herumschlagen.

Umgekehrt aber: es kommt auf uns an! Denn heute sind wir die, die sich damit beschäftigen, heute ist nicht unwichtig, was genau wir machen, wie wir ein Problem angehen, zu welcher Entscheidung wir kommen! Denn heute sind wir es, die gerade hier, an diesem Ort und zu dieser Zeit mit diesem Problem beschäftigt sind.

Ich baue an einer Mauer, für eine Burg, eine Kirche – was auch immer. Später wird es das Gebäude noch geben, aber niemand mehr wird genau wissen, welche Steine ich an welcher Stelle eingesetzt habe. Aber der Effekt meines Lebens wird noch da sein, die Mauer wird noch stehen. Es kommt darauf an, dass ich meine Steine gut und weise setze, aber das ganze Gebäude hängt nicht von mir ab.

Das macht der „Blick in die Ewigkeit“ mit uns, das sind die Erfahrungen, die unsere Akkus aufladen können. Wenn wir so unsere Wichtigkeit gut einordnen können, dann kann es uns auch noch leichter möglich sein, für das neue Arbeitsjahr, und für den kommenden Winter bereit zu sein.

Genießen wir noch diese wunderbaren Herbsttage, wenn die Sonnenstrahlen so schräg und lang werden, dass sie ohne Umwege direkt die Seele wärmen!

„Eine Sonne voll genossen wiegt ein Erdenleben auf.“ (Alte Weisheit)

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