Archive for the ‘Fallbeispiele’ Category

Himmelwärts

22. Mai 2017

birch-2300857_1280Am Donnerstag ist das Fest Christi Himmelfahrt. Die meisten von uns denken: einer der freien Donnerstage im Frühling. Gut, ein verlängertes Wochenende. Ich möchte es als Anlass verwenden, mit Ihnen über den „Himmel“ nachzudenken.

Glauben wir (noch) an einen Himmel?

Und wenn, ist der oben, unten, innen, außen?

Und was ist das, was wir für das Gegenteil davon halten? Viele werden antworten, die Hölle. Ja, das haben wir vielleicht einmal so gelernt. Auch eine gute Frage: 

Glauben wir (noch) an eine Hölle?

Und wenn, wo ist die: unten, oben, außen, innen?

Oder ist das Gegenteil davon Erde, irdisches Leben, Boden unter den Füßen, Realität? Das alles ist etwas leichter: wir müssen nicht an die Erde glauben, die erleben wir täglich. Dinge fallen hinunter, Richtung Erdmittelpunkt. Wir stehen auf dem Boden. Das irdische Leben ist unser Alltag. Die Realität ist das, womit wir klar kommen müssen.

Himmel – was ist das für Sie?couple-2308244_1280

Wenn es den gibt, wo ist der? Wie erleben Sie ihn? Kommt er erst oder ist er schon da?
Immer? Immer wieder? Niemals in diesem
Leben?

Wer oder was bringt sie in den „siebten Himmel“?

(Und wer oder was in den 1. bis 6. Himmel?) Das kann viel sein, erlauben Sie sich, da ganz offen zu sein: ein Mensch, eine Situation, ein Fußballtor, gute Musik, eine gelungene Arbeit, eine Versöhnungsgeste, ein Geschenk, ein Tag am Wasser.

Wir können Himmel auf der Erde erleben, wir können uns den Himmel, falls es einen nach diesem Leben gibt, auch nur mit irdischen Vorstellungen ausmalen. Aber das macht nichts. Himmel kann jetzt sein, immer wieder, wenn auch immer nur stückweise.

Gönnen Sie sich immer wieder Augenblicke des Himmels – Sie haben ihn verdient!

 

Sorglosigkeit – Zuversicht

6. März 2017

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Kurt erzählt von seinen Nächten: er macht sich Sorgen. Über seine Gesundheit. Über seine Beziehung. Über seine Kinder . Über seine berufliche Zukunft. Über die politische Situation. Darüber, dass er nicht ausgeschlafen sein wird, wenn er nicht genug schläft. Dass er, unausgeschlafen, nicht so leistungsfähig sein wird wie er sollte….

Das geht lange so, stundenlang manchmal. Wenn er ist der Früh aufsteht, fühlt er sich gerädert, müder als am Vorabend, und nur mit Mühe kommt er auf. Dann schleppt er sich durch den Tag, und viele seiner Befürchtungen treten ein: er ist weniger achtsam, fühlt sich ausgelaugt und wenig aufnahmefähig.

Was geht in den nächsten 60 Minuten?

checklist-1766064_1280Aber wir sollten uns immer nur mit den Dingen beschäftigen, bei denen wir innerhalb der nächsten Stunde eine Veränderung herbeiführen können (langfristige Planungen mit konkreten Inhalten sind davon ausgenommen). 

Was genau kann ich jetzt sofort ändern? Woran kann ich heute noch arbeiten? Alle anderen Dinge belasten nur und bringen nichts außer schlaflosen Nächten (mit denen wir uns ein anderes Mal beschäftigen werden, versprochen). Alles, was ich gleich in Angriff nehmen kann, ist gut. Auch, wenn es nur kleine Schritte sind. Dann darf ich drüber nachdenken – und auch Taten setzen.

Setzen Sie eine Handlung!

Fragen Sie sich: kann ich jetzt etwas ändern? Was genau kann ich jetzt tun? Können Sie innerhalb der nächsten 60 Minuten etwas machen, damit Sie beruflich vorankommen, gesund bleiben oder Ihre Beziehung verbessern? Wenn Ihnen dazu etwas einfällt – dann setzen Sie eine Handlung: lesen Sie eine Studie zu Ihrem beruflichen Thema, stehen Sie auf und machen Sie einen Spaziergang, reden Sie mit IhreR PartnerIn, schreiben Sie Tagebuch.

unsure-315080_1280Der Rest muss warten.

Alle Dinge aber, die Sie jetzt nicht ändern können, denen geben Sie keinen Platz in Ihrem Kopf. Es hat keinen Sinn, sich Sorgen zu machen, wenn Sie keine Konsequenzen daraus ziehen können.

Schlafen Sie, mehr können Sie im Moment nicht tun. Und brauchen Sie auch nicht. Oft ist das Beste, was Sie tun können, sich umzudrehen, den Sorgen eine gute Nacht zu wünschen und zu schlafen. Dann sind Sie, was auch immer morgen kommen wird, was auch immer die Zukunft bringt, wenigstens gut ausgeruht und in der Lage, sich mit den Problemen des Tages zu beschäftigen.

 

 

Panikattaken: wenn alles eng wird

27. Februar 2017

the-offence-2048413_1280Es gibt Ängste: sich Sorgen machen, viel nachdenken oder grübeln, alles zu planen versuchen, stundenlang über das nachdenken, was gewesen ist, was man gesagt hat.

Aber es gibt auch Panikattacken: ganz plötzlich, völlig unvorbereitet wird einem heiß oder kalt, alles wird eng, die Luft bleibt einem weg, das Herz rast und die Hände zittern. Die Angst (vor dem Sterben) frisst sich durch das Gehirn, gegen alle gute Einsicht. Man will ins Freie, weil man keine Luft bekommt oder wieder hinein, weil man in Sicherheit sein will. Man ruft den Notarzt, geht in die Notaufnahme – und die beruhigen einen: es ist nichts (Organisches): man hat eine Panikattacke.

Damit sind Sie nicht alleine: wenn Sie in der U-Bahn oder einem Flugzeug sind – zählen Sie bis 5, ja, der Mensch dort drüben hat im Moment die gleichen Gefühle wie Sie. Wenn Sie im Lift fahren, schauen Sie sich unauffällig um – eineR der MitfahrerInnen fühlt sich vermutlich genauso unwohl wie Sie. Wenn Sie in einer Schlange anstehen, machen Sie das auch – es ist sehr verbreitet. Sie sind nicht alleine, und man sieht es Ihnen vermutlich genauso wenig an wie den anderen.

Atmen Sie.

IMG_2437Denken Sie an eine beruhigende Szene: ein weißes Zimmer, eine weite Wiese, eine kuschelige Höhle, ein Meeresufer, ein Berggipfel (das sind Beispiele von meinen KlientInnen).

Warten Sie, atmen Sie.

Vermeiden Sie, andere Situationen derselben Art zu erinnern, das verlängert die Situation nur. Bleiben Sie ganz hier, ganz jetzt: nur diese einzige Panikattacke zählt jetzt.

Atmen Sie „im Viereck“:

Stellen Sie sich ein Viereck vor und atmen Sie: entlang der Längsseite (4 Takte einatmen), dann hinauf (2 Tage Luft anhalten), die obere Längsseite zurück (4 Takte ausatmen), die kurze Seite herunter (2 Takte Luft anhalten). Machen Sie das, bis es leichter wird. Nichts anderes: atmen und zählen. 

Jede Attacke dauert nur ein paar Minuten.

Die sich wie eine Ewigkeit anfühlen, ich weiß. Aber es nicht sind. Nie. Es geht vorüber. Immer.

Und man stirbt daran nicht.

Wenn Sie das öfter haben, bitte holen Sie sich Hilfe. Es gibt wirklich gute Techniken, wie Sie lernen können, damit fertig zu werden, bzw wie es dazu kommt, dass Sie immer wieder in diese Situationen kommen. Ich habe mit vielen Menschen erfolgreich gearbeitet, die Panikzustände hatten, und den allermeisten geht es heute nicht mehr so. Reden Sie mit mir, machen Sie einen Termin aus, so soll das Leben nicht sein!

Margarete fühlt sich überflüssig

30. August 2015

childs-room-536936_1280Margarete ist 46 Jahre, sie ist verheiratet und hat zwei Töchter: 24 und 19 Jahre. Sie hat ganz für die Kinder und den Mann gelebt, was das Herz und die Seele der kleinen Familie. Sie selbst kommt aus einer sehr kinderreichen Familie, sie hat 5 Geschwister, die allerdings ziemlich in der Weltgeschichte verstreut leben, nur ein Bruder, Single und kinderlos, lebt hier in Graz in ihrer Nähe. Ihre Kinder, oft krank, besonders die Ältere, haben viel von ihrer Fürsorge gebraucht, sie war mit ihnen bei Ärzten und in Krankenhäusern, hat sich um die Ernährung und Freizeit gekümmert, und sie hat es geliebt, das zu tun.

Das ist jetzt alles anders: die jüngere Tochter lebt bei ihrem Freund und hat ein Baby, und die ältere wohnt zwar offiziell noch zuhause, ist aber selten daheim. Ihr Mann Erich arbeitet viel, und so kommt es, dass Margarete auf einmal sehr viel alleine ist. Und sie weiß nicht, was sie mit sich anfangen soll.

nest-523545_1280Das ist eine Phase, die wir “Leeres-Nest” nennen, und sie kommt bei den meisten Eltern irgendwann. (Wenn sie nicht kommt und die Kinder bleiben, ergeben sich andere Probleme…) Und das leere Nest betrifft vor allem die Frauen, wenn sie sich sehr für die Familie engagiert haben. (Die Männer trifft es dann später mehr, wenn sie in Pension gehen.)

Was soll ich mit mir anfangen? Wie beschäftige ich mich sinnvoll? Gehe ich zurück in die Arbeit – werde ich noch einen Job finden, in meinem Alter und mit meiner geringen Erfahrung? Soll ich mich ehrenamtlich engagieren, im Chor singen, zum Sport gehen, eine Ausbildung machen?

Es gibt auf diese Fragen Antworten, aber wir finden sie gewöhnlich nicht gleich. Erst müssen wir durch diese Zeit durch, und sie ist nicht leicht. Aber ich kann Ihnen versichern: sie geht vorbei! Wir finden etwas Neues, Interessantes, und kommen drauf, dass das Leben noch viel mehr zu bieten hat als Sorge um die Familie.

Wenn Sie dieses Phänomen selbst kennen oder von jemandem wissen, der/die es hat, dann zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren. Ich helfe Ihnen oder Ihren Bekannten durch diese Phase, nehme mir viel Zeit, um das Alte zu betrauern und das Neue zu finden. Machen Sie einen Termin aus, ich freue mich darauf, mit Ihnen darüber zu sprechen!

Fallbeispiel: Sandra hat Bulimie

17. August 2015

sprouts-517349_1280Sandra leidet seit langem unter einer Essstörung. Sie ist 36 Jahre alt und hat seit ihrem 14. Lebensjahr unterschiedlich häufig Bulimieanfälle. Zeitweise mehrmals am Tag, dann wieder phasenweise so selten, dass sie die Hoffnung hat, es hätte aufgehört. Aber wenn ihr etwas über den Kopf wächst, etwas zu viel, zu anstrengend, zu unangenehm wird, beginnt sie zu essen, und dann bricht sie, aus schlechtem Gewissen. Das hilft meistens. So etwa 20 Minuten…

Sie kommt zu mir in Therapie, weil sie so nicht mehr weitermachen möchte. Sie hat schon mehrere Therapieversuche hinter sich, die sie alle nur kurz durchgehalten hat. Aber jetzt, sagt sie, möchte sie es „für sich“ machen.

Therapie-Beginn:

Das ist eine gute Voraussetzung, und so beginnen wir damit, Sandras Umgang mit sich selbst zu verbessern. Wir suchen Körperregionen, die sie nicht „hasst“. Sie findet ihre Haare gut, ihre Hände gefallen ihr und sie mag ihre Muskulatur. Sie lernt, diese Regionen auszunehmen, wenn sie Anfälle hat, in denen sie „nichts an sich ausstehen kann“.

Dann wenden wir uns ihrer Persönlichkeit zu, sie merkt, dass sie auch an ihrem Charakter Züge gerne hat: sie ist lustig und umgänglich, verlässlich und immer nett zu den Gästen in dem Hotel, in dem sie als Rezeptionistin arbeitet. Sie beginnt, sich freundlicher zu betrachten und stoppt sich, wenn sie auf sich losgehen will.

Arbeit an der Biographie:

Bei der Arbeit an ihrer Biographie erkennen wir, dass in ihrem Elternhaus Männer und Buben mehr gegolten haben als Frauen und Mädchen, das ging von beiden Elternteilen aus. Die Mutter war selbst nicht sehr feminin und bevorzugte den Bruder deutlich. Der Vater war zu beiden Kindern streng, mochte aber den Bruder anscheinend auch lieber, da er mit ihm “Männersachen” machen konnte. Eine Frau zu werden war also nicht leicht für Sandra, und so beschäftigen wir uns mehrere Monate mit diesem Thema, zu dem sowohl das Frauenbild als auch Sexualität und Beziehungsgestaltung gehören. Sandra hatte mehrere, nicht allzu lange Beziehungen, die sie meist von sich aus abgebrochen hat.

Gleichzeitig suchen wir nach Strategien, mit Unwohlsein so umgehen zu lernen, dass ein Essanfall nicht notwendig wird, und falls es doch zu einem gekommen ist, sich dafür nicht zu bestrafen sondern besonders liebevoll mit sich umzugehen. Das fällt Sandra, wie vielen Menschen, nicht leicht, aber mit der Zeit gelingt es ihr immer besser.

weiter in Therapie…

Sandra ist noch immer in Therapie, wir arbeiten seit etwa einem Jahr miteinander, und ihr Zustand hat sich deutlich gebessert. Aber sie wird noch eine Weile weiterkommen, da bei einem Problem, das über so lange Zeit besteht, die eingefahrenen Muster sehr tief und nicht leicht zu ändern sind. Aber sie ist auf einem sehr guten Weg, sie geht liebevoller mit sich um, kann ihre Fehler leichter wegstecken, ist dabei, einen für sie guten Umgang mit ihrer Familie zu finden und hat seit einigen Wochen einen Freund, mit dem sie sich gut versteht, aber wo sie auch immer wieder Nein sagen kann, wenn sie es braucht.

Sie geht einen guten Weg, sie wird es schaffen!

Wenn Sie in einer ähnlichen Situation feststecken, dann lassen auch Sie sich helfen! Essstörungen sind hartnäckig, und nur wenige Menschen schaffen es ohne professionelle Unterstützung, sich daraus zu befreien. Kommen Sie zu einem Erstgespräch vorbei, rufen Sie mich an, oder machen Sie online einen Termin aus. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen!

(P.S. Sandra heißt natürlich nicht wirklich so, ihre Daten sind so weit verändert, dass sie nicht zu erkennen ist. Oder so, dass jedeR sich darin ein Stück weit erkennen könnte…)

Leben vor dem Tod!

31. März 2015

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Sabine hat eine wirklich schwere Geschichte: in der Kindheit erlebte sie körperliche und seelische Gewalt, sie wurde emotional vernachlässigt und auch sexuell missbraucht von einem Nachbarn. Sie wurde in der Lehrzeit ausgenutzt und als sie der Enge und Gewalt des Elternhauses entfliehen wollte, kam sie in eine Ehe, in der die Gewalt weiterging. Nach vielen Jahren der Unterdrückung und Demütigung trennte sie sich von ihrem Mann, lebte in einer kleinen Wohnung, hatte Angstzustände und verübte schließlich einen Selbsttötungsversuch. Sie wurde gefunden und ins LSF gebracht, wo sie einige Wochen stationär behandelt wurde. In der Psychotherapie dort war es ihr erstmals möglich, über ihre Erlebnisse zu sprechen, und ihr Therapeut empfahl ihr, eine Traumatherapie zu machen.

So kam sie zu mir.

Sie hatte neben einer schweren Posttraumatischen Belastungsstörung und einer Depression auch noch diverse psychosomatische Probleme: sie hatte häufig Kopfweh, Schmerzen im Bewegungsapparat, Magengeschwüre und Schlafstörungen. Sie war immer in Spannung, weil sie ständig versuchte, das Alte hinter sich zu lassen. Jemandem zu vertrauen fiel ihr schwer, was aus ihrer Geschichte mehr als verständlich war.

In der Therapie arbeiteten wir zuerst daran, Stabilität in ihr Leben zu bekommen. Sabine lernte, zu erkennen, wann sie so sehr unter Druck geriet, dass sie sich etwas antun wollte, und sie lernte Methoden, sich zu beruhigen. Besonders hilfreich waren für sie Atemübungen sowie Entspannungs-CDs. In der Zeit der Therapie war sie zwei Mal stationär im Krankenhaus, weil sie sonst keinen Ausweg mehr fand. Sabine fand Arbeit in einer Betreuungseinheit für Menschen mit psychischen Problemen, sie ging dreimal pro Woche hin und begann vorsichtig, Kontakte zu knüpfen. Wir übten in den Sitzungen, wie sie Menschen ansprechen, wie sie sich aber auch wieder aus einem Gespräch zurückziehen konnte. Mit ihren körperlichen Symptomen lernte sie, besser vertraut zu werden, sie bemerkte früher, wann es für sie zu viel war, wann sie Pausen einlegen musste bzw. wann sie sich Hilfe holen durfte. Sie begann, regelmäßig spazieren zu gehen und Rad zu fahren, sie ernährte sich gesünder, kochte auch regelmäßiger. Sie grenzte sich gegen ihre Mutter und ihre Schwester, die beide sehr fordernd waren, ab und lernte, Nein zu sagen, wenn sie etwas nicht wollte. Sie tat wieder mehr Dinge, die ihr gut taten, nahm Kontakt zu ihrer Nachbarin auf, und gegen Ende der Therapie traf sie sich gelegentlich mit einem Mann, den sie kennengelernt hatte.

Im Laufe der Therapie war ein wichtiger Bestandteil, dass Sabine sich ihrem inneren, verletzten Kind zuwandte, dafür sorgte, dass es alles hatte, was es brauchte und später auch über seine Erfahrungen erzählen konnte. Wir konnten über die Ereignisse sprechen, und dabei waren wir immer darauf bedacht, dass die Gefühle von damals nicht mehr aufkamen sondern das innere Kind gut versorgt “aus der Ferne” zuschauen konnte. Danach nahm Sabine das Kind in ihr Heute mit, “zeigte” ihr ihre momentane Situation, damit das Kind sehen konnte, dass sie jetzt in Sicherheit war, dass also alles gut ausgegangen war. Sabine war etwas über 2,5 Jahre bei mir, mit Pausen, in denen sie im Krankenhaus war. Es geht ihr jetzt viel besser, sie hat keine Depressionen oder Suizid-gedanken mehr, sie hat mehr Kontakt zu Freunden, übt ihre Hobbies gerne aus und hat wieder Freude am Leben.

Leben auch Sie VOR dem Tod!

Hier finden Sie weitere Themen, mit denen Sie zu mir kommen können.

Ich darf Nein sagen!

11. März 2015

IMG_7347Monika hat eine Freundin, die sie sehr häufig sehen will, was Monika nicht so recht ist, da sie sich auch noch anderen Freundinnen widmen will. Aber sie traut sich nicht, ihr das zu sagen. Sie behilft sich damit, immer wieder Ausreden zu finden, was auf die Dauer mühsam, und auch langsam wenig glaubwürdig ist.

In der Therapie arbeiten wir zuerst daran, dass Monika ihre Wünsche wahrnimmt und dazu stehen lernt. Sie hat Mühe, sich so sehr wert zu schätzen, dass sie sich auch traut, Nein zu sagen. Im Laufe der Zeit wird das für Monika leichter, sie erkennt, dass sie es sich wert sein darf.

“Ich habe ein Recht, Wünsche zu haben. Ich darf mir Raum nehmen.”

Das sind Gedanken, die für Monika mehr und mehr Realität werden. Gleichzeitig erkennt sie, dass sie sich ja auch unbewusst wehrt, wenn sie doch einmal Ja sagt: sie ist ungeduldig ihrer Freundin gegenüber, oft abgelenkt und vergesslich. So lebt sie ihre unbewusste Abwehr, was die Beziehung zur Freundin erschwert.

Als sie sich in der Lage fühlt, mit der Freundin ein klärendes Gespräch zu führen, probieren wir das erst in der Sitzung aus. Ich übernehme den Part der Freundin und überlege mir alle Einwände, die diese haben könnte. Monika kontert gelassen, manchmal besprechen wir auch, was eine günstige Möglichkeit wäre.

Dann findet das Gespräch tatsächlich statt, und es läuft sehr gut. Die Freundin versteht Monikas Wünsche und Anliegen, und traut sich nun ihrerseits, ebenfalls zu sagen, wie sie sich die Beziehung in Zukunft vorstellen könnte. Es ergibt sich ein konstruktives Gespräch, und die Freundschaft der beiden ändert sich, sehr zum Guten.

Monika hat ihr Ziel erreicht, sie hat dafür 11 Sitzungen gebraucht.