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Marilyn: Home Story (2)

21. Mai 2018

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Also, zu dem Zimmer, das John F. ausgeräumt haben will: was ist damit?

„Ja, er sagt, ich brauche das alles nicht. Und er hat nicht ganz unrecht. Es heißt ja: alles, was man ein Jahr nicht gebraucht hat, kann man auch gleich weggeben. Und viele Dinge drinnen habe ich schon seit vielen Jahren nicht mehr gebraucht. Ich sollte sie also einfach weggeben können.“

Und: können Sie?

„Naja, anscheinend nicht. Ich weiß gar nicht, was da alles drinnen ist. Ich muss mir die Zeit nehmen, alles der Reihe nach durchzugehen. Aber irgendetwas hält mich immer davon ab. Manchmal öffne ich die Türe und nehme mir vor, es jetzt anzugehen, aber dann stehe ich drinnen und mir fällt plötzlich etwas anderes ein, was ich dringender tun muss, dann mache ich die Türe wieder zu  und gehe weg. Aber belasten tut es mich schon!“

books-768426_640Wie wäre es, wenn Sie sich immer nur ein einziges Stück herausholen? Nur eines, und damit sofort das Zimmer wieder verlassen, damit Sie nicht in Versuchung kommen, oder Angst haben? Und dieses eine einzige Ding dann anschauen und entscheiden, was Sie damit machen wollen? Ginge das?

„Na, das zahlt sich doch nicht aus, oder? Wenn ich einmal damit anfange, dann sollte ich es gleich ordentlich machen, finde ich.“

Ja, ich auch. Aber wir müssen uns mit dem zufrieden geben, was gelingen kann und nicht immer das versuchen, was anscheinend nicht funktioniert hat in den letzten Jahren. Das Ganze zu schaffen scheint Ihnen, aus welchen Gründen immer, zu viel zu sein. Also brechen wir es einfach auf kleine Einheiten herunter, die machbar sind.

„Aber John F. sagt, er braucht dafür nur einen Tag, er bringt das einfach alles auf den Mistplatz und gut ist es. Dann hat er sein Zimmer und muss sich nicht mit dem kleinen Eck am Esstisch zufrieden geben, das er jetzt hat.“

Können Sie bitte einmal John F.s Wünsche weniger wichtig nehmen als Ihre eigenen? Wenn John F. nicht genug Platz hat, dann soll er sich ein Büro mieten, das ist doch nicht Ihr Problem. Sie wollten nicht, dass er bei Ihnen einzieht, es war seine Idee. Geben Sie  nicht alles auf, bloß weil er sich das einbildet. Sie haben schon die ganzen Jahre nach seinen Wünschen gelebt, aber da hatten Sie wenigstens noch zwischendurch Zeit für sich. Und jetzt darf er nicht einfach Ihr Leben gestalten, lassen Sie sich das bitte nicht einfach aus der Hand nehmen.

rage-1541317_1280„Mir fällt ein Stein vom Herzen, wenn Sie das so sagen. Ich finde auch, dass er ziemlich dominant ist, aber so ist er halt einmal. Ich bin manchmal fast ärgerlich auf ihn, weil er alles bestimmen will, aber ich liebe ihn halt und deswegen sage ich nichts.“

(Das ist so dicht, das braucht noch eine Fortsetzung nächste Woche…!)

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Ablehnung weitertragen

23. Januar 2017

castle-391435_1280Was hast du an deinem Vater und an deiner Mutter in deiner Kindheit und Jugend abgelehnt? Was hast du schwer oder sogar unerträglich gefunden? In Bezug auf die Beziehung, die sie untereinander oder zu dir als Kind hatten? Und hast dir geschworen, so nie selbst zu werden?

Wo bist du oder verhältst du dich heute auch wie er oder sie?

Darfst du heute so sein, bist du damit in Frieden? Manchmal werden wir im Laufe des Lebens klüger, wir erkennen, dass manches Verhalten notwendig ist, sinnvoll oder wenigstens verständlich. Wenn es nicht so ist – denk einmal darüber nach, wie dieses Verhalten auf deine Umgebung heute wirkt!

Könnte es sogar sein, dass du an deinem Mann oder deiner Frau genau das ablehnst, was du an deinem Vater oder deiner Mutter abgelehnt hast? Wie sehr gerechtfertigt ist das? Ist es fair, ist es sinnvoll, ist es notwendig?

Trag keine alten Wunden weiter!

Deine Partnerin, dein Partner hat verdient, als sie / er selbst beurteilt zu werden. Für die Fehler deiner Eltern soll sie/er nicht büßen müssen.