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Panikattaken: wenn alles eng wird

27. Februar 2017

the-offence-2048413_1280Es gibt Ängste: sich Sorgen machen, viel nachdenken oder grübeln, alles zu planen versuchen, stundenlang über das nachdenken, was gewesen ist, was man gesagt hat.

Aber es gibt auch Panikattacken: ganz plötzlich, völlig unvorbereitet wird einem heiß oder kalt, alles wird eng, die Luft bleibt einem weg, das Herz rast und die Hände zittern. Die Angst (vor dem Sterben) frisst sich durch das Gehirn, gegen alle gute Einsicht. Man will ins Freie, weil man keine Luft bekommt oder wieder hinein, weil man in Sicherheit sein will. Man ruft den Notarzt, geht in die Notaufnahme – und die beruhigen einen: es ist nichts (Organisches): man hat eine Panikattacke.

Damit sind Sie nicht alleine: wenn Sie in der U-Bahn oder einem Flugzeug sind – zählen Sie bis 5, ja, der Mensch dort drüben hat im Moment die gleichen Gefühle wie Sie. Wenn Sie im Lift fahren, schauen Sie sich unauffällig um – eineR der MitfahrerInnen fühlt sich vermutlich genauso unwohl wie Sie. Wenn Sie in einer Schlange anstehen, machen Sie das auch – es ist sehr verbreitet. Sie sind nicht alleine, und man sieht es Ihnen vermutlich genauso wenig an wie den anderen.

Atmen Sie.

IMG_2437Denken Sie an eine beruhigende Szene: ein weißes Zimmer, eine weite Wiese, eine kuschelige Höhle, ein Meeresufer, ein Berggipfel (das sind Beispiele von meinen KlientInnen).

Warten Sie, atmen Sie.

Vermeiden Sie, andere Situationen derselben Art zu erinnern, das verlängert die Situation nur. Bleiben Sie ganz hier, ganz jetzt: nur diese einzige Panikattacke zählt jetzt.

Atmen Sie „im Viereck“:

Stellen Sie sich ein Viereck vor und atmen Sie: entlang der Längsseite (4 Takte einatmen), dann hinauf (2 Tage Luft anhalten), die obere Längsseite zurück (4 Takte ausatmen), die kurze Seite herunter (2 Takte Luft anhalten). Machen Sie das, bis es leichter wird. Nichts anderes: atmen und zählen. 

Jede Attacke dauert nur ein paar Minuten.

Die sich wie eine Ewigkeit anfühlen, ich weiß. Aber es nicht sind. Nie. Es geht vorüber. Immer.

Und man stirbt daran nicht.

Wenn Sie das öfter haben, bitte holen Sie sich Hilfe. Es gibt wirklich gute Techniken, wie Sie lernen können, damit fertig zu werden, bzw wie es dazu kommt, dass Sie immer wieder in diese Situationen kommen. Ich habe mit vielen Menschen erfolgreich gearbeitet, die Panikzustände hatten, und den allermeisten geht es heute nicht mehr so. Reden Sie mit mir, machen Sie einen Termin aus, so soll das Leben nicht sein!

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In die Zukunft schauen, im Augenblick leben

20. Januar 2016

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Einladung zum Achtsamkeitsnachmittag am 

Freitag, 29. Januar, 16 bis 19 Uhr

in der Praxis am Schillerplatz.

Diesmal unter dem Thema: In die Zukunft schauen, im Augenblick leben.

Was erwarten wir für das kommende Jahr? Worauf freuen wir uns, was befürchten wir? Was können wir tun, damit sich unsere Erwartungen erfüllen? (Was tun wir auch, damit die Befürchtungen wahr werden – leider?)

Visionen sind gut, sie zeigen uns eine Richtung, in die wir unterwegs sein können.

Wir werden mit Atemübungen, Genusstraining, Mandalamalen und verschiedenen anderen Übungen die Gegenwart erleben, im Moment sein. Dabei wird auch für die Vorausschau auf das kommende Jahr Platz sein, wir versuchen dabei, die Balance zwischen Planung, Erwartung und Achtsamkeit zu halten.

Indem wir unsere Gegenwart umwandeln, verwandeln wir auch unsere Vergangenheit.  (Thich Nhat Hanh)

Achtsamkeit ist eine alte Weisheit, die neu entdeckt wird. Es geht dabei darum, mehr im Hier und Jetzt zu leben als in der Vergangenheit (glückliche oder traurige Erinnerungen)  oder in der Zukunft (Sorgen um später).

Im jetzigen Moment findet das Leben statt, nur hier und jetzt. Die Vergangenheit dürfen wir vergangen sein lassen, über die Zukunft können und müssen wir auch noch nichts wissen. Und da wir darüber nichts wissen, können wir auch nicht sagen, ob ein Ereignis, das gerade stattfindet, gute oder schlechte Auswirkungen haben wird. Deshalb sollten wir versuchen, es nicht zu bewerten. Jede Bewertung zieht uns in das Gefühl hinein, wir können uns kaum mehr distanzieren und verlieren so unsere Handlungsfähigkeit. Wenn wir uns dann auch noch vorstellen, dass es “immer so weitergehen” wird, dann erscheint uns alles einfach nur noch schlimm. Genau in solchen Situationen ist es hilfreich, nur im gegenwärtigen Moment zu sein und dadurch die große Sache in kleine Schritte zu zerlegen. Wenn wir dann die Lage annehmen, und auch unseren Widerstand da sein lassen, können wir mit der Situation besser umgehen.