Posts Tagged ‘Beziehung’

Beziehungs-ABC: N wie Nähe und Distanz

21. Januar 2019

N wie Nähe und Distanz

Die Frage beschäftigt uns in Beziehungen immer (wieder): wie nahe sind wir einander, wie viel Distanz brauchen wir? Häufig kann man etwas beobachten, was wie ein Tanz aussieht: ein Schritt aufeinander zu, ein Schritt voneinander weg.

Die Sehnsucht nach Nähe oder Distanz ist meist nicht gleich ausgeprägt bei beiden PartnerInnen, und auch pro Person wechselt das immer wieder. Nähe ist außerdem etwas, was Menschen mit unterschiedlichen Aktionen oder Situationen verbinden: manche fühlen sich besonders nah, wenn sie miteinander kuscheln, andere, wenn sie sich unterstützt fühlen, gelobt oder bei gemeinsamen Handlungen. Schon alleine diese unterschiedlichen Empfindungen können zu Missverständnissen führen, es ist also wichtig, herauszufinden, was genau sich die/der PartnerIn unter Nähe vorstellt.

Wenn wir es schaffen, einander- immer wieder – sehr nahe zu kommen, dann kann das ein sehr schönes und inniges Erleben sein: wir fühlen uns fast wie eins, wir mögen dieselben Dinge, wir können die Sätze der/des Anderen vervollständigen, wir fühlen uns ganz verstanden, tief geliebt, innig verbunden. Von diesen Zeiten lebt jede Beziehung sehr lange, und wenn es – nach der ersten Verliebtheit häufig – abnimmt, fühlen wir uns wie bei einem Kater: ungeliebt, unbefriedigt, traurig.

Und manchmal brauchen wir auch das Andere: Zeit für uns selbst, „me-time“, Freiheit, alleine sein können, tun, was wir wollen ohne uns eingeengt zu fühlen. Das kann, wenn man großes Glück hat, gleichzeitig auftreten, oft tut es das aber nicht, und das kann dann zu Kränkungen, Verletzungen oder Unverständnis führen, und zwar auf beiden Seiten: die PartnerIn, die alleine sein will, fühlt sich zu Unrecht dafür kritisiert, weil sie ja nichts Falsches tut, und die, die zurück bleibt, fühlt sich alleine gelassen, verraten, verlassen. Meine Ansicht ist, dass es für die Person immer wieder wichtig ist, sich ganz mit sich selbst zu beschäftigen, die eigenen Werte, das eigene Leben zu betrachten und zu hinterfragen, eigene Erlebnisse zu machen und zu verarbeiten, damit wir dann wieder voll Freude zu unserer PartnerIn zurückkehren können.

Wichtig ist für alle Beziehungen, dass man sich darüber klar wird, was genau die Erwartungen der/des Anderen sind, wie die Bedürfnisse ausschauen und was man selbst will. Jede Beziehung braucht Phasen der Nähe, sonst lebt sie nicht. Und sie braucht Zeiten des Alleinseins, sonst kann die eigene Person zu wenig erfahren und reifen. Wenn man verstanden hat, dass beides für eine gute Beziehung notwendig ist, dass weder das eine noch das andere schlecht oder verletzend ist (oder sein muss), dann wird man eine Form finden, die für beide Seiten gut und zufriedenstellend ist. Dann kann man selbst immer wieder für sich sein und dann wieder gerne in die Nähe der/des Anderen kommen.

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Beziehungs-ABC: M wie Männer mag man eben.

14. Januar 2019

M wie Männer mag man eben.

Ich bin eine Frau, das macht es mir auf der einen Seite leicht, über Männer zu schreiben, auf der anderen Seite unmöglich. Denn ich habe nicht die geringste Ahnung, was es bedeutet, ein Mann zu sein, wie sich das Leben für einen Mann anfühlt, oder auch nur: wie sich ein Männerkörper (von innen) anspürt. Und selbst wenn: es ist ja auch nicht jeder Mann gleich, alle haben ihre eigene Geschichte – und „wann ist ein Mann ein Mann“?

Ich kann aber sagen, was ich an Männern mag und was mir nicht so gefällt. Und überraschender Weise liegt das ziemlich nah beisammen, nur durch eine Nuance voneinander getrennt: Stärke, Macht, Überlegenheit, Kraft, Autorität, Konzentration.

Das alles mag ich, wenn es gut und gezielt eingesetzt wird: zu Gunsten einer Sache oder einer Person. Aggression ist eine Kraft, die im Menschen steckt, und die ihn in die Lage bringt, „Berge zu versetzen“, Erfindungen zu machen, Gegenden zu erkunden, Bereiche zu erforschen. Oder die ihn dazu bringt, sich ein Heim zu bauen und das gegen Angriffe zu verteidigen. Männer brauchen „soft skills“, aber dabei soll es nicht bleiben, auch die „hard skills“ sind wichtig!

Dieselbe Aggression aber, gegen andere eingesetzt (Kinder, Frauen, unterlegene Männer, aber auch Tiere oder die Natur an sich) mag ich nicht. Es ist erschreckend, wie mit Gewalt so leicht und so viel zerstört wird, was lebendig sein will. Damit meine ich nicht nur die großen und deutlichen aggressiven Handlungen, sondern auch die kleinen, beinahe unsichtbaren. Jemanden nicht ausreden lassen, sich vordrängeln, Blicke, die entwertend sind – all das ist darauf aus, die eigene Person gegen die andere durchzusetzen.

Das muss nicht sein, denn wahre Größe hat das nicht notwendig. Echte Helden, wahre Ritter, wirklich Mächtige setzen sich für eine Sache ein, ohne dabei andere zu zerstören. Ein Kampf gelegentlich muss vielleicht sein, aber erstens muss der Gegner dabei auf Augenhöhe sein und zweitens muss der Kampf fair geführt werden. Es soll nicht darum gehen, den anderen klein zu machen oder auszunutzen, sondern darum, Klarheiten zu schaffen, Kompetenzen zu klären oder Dinge zu beschützen.

Männer sind … unbegreiflich, unvernünftig, unverzichtbar, unergründlich – mit einem Wort: unbeschreiblich!

Beziehungs-ABC: L wie Liebe, Lust und Leidenschaft

7. Januar 2019

L wie Liebe, Lust und Leidenschaft

Erst einmal willkommen zurück nach den Weihnachtstagen, dem Urlaub und alles Gute im Neuen Jahr 2019! Mögen all Ihre Sehnsüchte deutlich werden und viele davon in Erfüllung gehen! Das gilt auch für unser Thema Beziehung. Auch hier möge Ihnen viel gelingen, möge sie Ihnen Freude und Zufriedenheit bringen!

Liebe, Lust und Leidenschaft – all das sind schöne Dinge, die das Leben zu zweit so richtig beglückend machen. Vor allem zu Beginn einer Beziehung können wir meist gar nicht genug voneinander bekommen, können Hände und Münder nicht voneinander lassen, der/die andere riecht, schmeckt so gut, fühlt sich so schön an, …! Wir könnten ganze Tage im Bett miteinander verbringen, und oft tun wir das auch. Und das ist auch sehr gut so!


Finden Sie dennoch im Laufe der Zeit mehr Möglichkeiten als „nur“ Sex, um diese Leidenschaft miteinander zu leben! Denn die Zeiten ändern sich, man gewöhnt sich aneinander, ist nicht mehr so neugierig auf den Körper der/des anderen – der Alltag hat einen wieder. Das geschieht immer, ist unvermeidlich und sogar richtig, aber die Leidenschaft sollte dann nicht abnehmen müssen.

Suchen Sie gemeinsam nach Ausdrucksformen, die auch im Alltag leicht möglich sind: Berührungen, kleine Zärtlichkeiten, Kuscheleinheiten, Küsse. Gehen Sie miteinander tanzen oder betreiben Sie Sport, bei dem Sie einander berühren können, wo Sie miteinander auf ein Ziel hinarbeiten. Versuchen Sie auf viele Arten, die Freude aneinander, am Körper der/des anderen und an seinem/ihrem Dasein aufrecht zu erhalten.

Und vergessen Sie die lieben Worte nicht! Wir alle freuen uns über eine kleine Notiz, einen Brief, ein SMS, ein Mail – irgendeine Nachricht, die uns zeigt, dass die/der andere sich an uns wichtige Dinge erinnert, schon auf uns wartet, mit Liebe an uns gedacht hat – uns einfach liebt und uns das auch zeigt.

Das alles erhält die Leidenschaft, macht Lust aufeinander

und vertieft die Liebe.

Beziehungs-ABC: H wie Hochzeiten und Alltagstrott

26. November 2018

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Hoch-Zeiten und Alltagstrott

Es gibt Zeiten in der Beziehung, da ist alles wunderschön, da funkeln die Sterne besonders hell, da ist mir der/die Liebste besonders nah, da knistert die Beziehung, wenn wir einander anschauen, da feiern wir miteinander: da ist alles ein Fest.

amp-shipping-3636421_640Zu anderen Zeiten ist es ruhiger zwischen uns. Nicht gleich unbedingt schwer oder mühsam, nur einfach nicht so unglaublichsuperwahnsinnig toll. Da plätschert es ein wenig dahin, da passiert nicht viel Neues und Aufregendes: es ist der Alltag.

Manchmal bedauern wir, dass es nicht immer so spritzig und aufregend ist, aber das gehört dazu. Ich mag das Prinzip des Zusammen-Lebens: wir sing gemeinsam im gleichen Raum oder in der Wohnung, aber wir machen nichts gemeinsam, sondern gehen unseren eigenen Beschäftigungen nach. Von Zeit zu Zeit treffen wir einander, schenken einander hoffentlich einen freundlichen Blick oder ein liebes Wort, und dann gehen wir wieder unserer Wege. Das schafft auf die Dauer Vertrauen, gutes Miteinander und schöne Gewohnheiten. Eine sanfte Berührung hier und dort, ein kleiner Kuss, ein kleines Lob im Vorbeigehen, eine freundliche Überraschung zwischendurch – davon lebt der Liebesalltag.

tide-841098_640Es braucht diese ruhigen Zeiten, denn sie sind die Basis unseres Lebens. Nur wer Alltag hat, kann auch Feste feiern. Nur wer ruhige Gemeinschaft kennt, weiß um den Zauber der Hoch-Zeit. So wie der Mond in seinem Kreisen um die Erde das Wasser hin und her zieht, dabei Ebbe und Flut auslöst, so gehören Hoch-Zeiten wie Alltagstrott zu unserem Leben. Wäre alles ein Fest – wie anstrengend wäre das! Wir kämen aus dem Feiern nicht heraus (und gerade in der auf uns zukommenden Vorweihnachtszeit erfahren das viele Menschen!), wir sind mit der Zeit einfach gesättigt vom vielen Feiern, Lachen und Reden. Wir benötigen auch die Zeiten der Stille, auch in der der Beziehung: damit wieder Ruhe und Alltag einkehren kann, damit wir wieder unseren vielen kleinen Arbeiten nachgehen können, und damit wir uns darüber freuen, diesen Alltag nicht alleine durchgehen zu müssen. Denn das nächste Fest kommt bestimmt!

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Beziehungs-ABC: G wie Gewohnheiten – Segen oder Fluch?

19. November 2018

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Gewohnheiten – Segen oder Fluch?

Gewohnheiten sind ein Fluch: „Wir leben nur noch nebeneinander her.“

dog-1639528_640Gewohnheit ist etwas, was nach der ersten, hochemotionalen Phase, eintritt. Die erste Verliebtheit ist verschwunden und der Alltag ist eingetreten. Das ist mitunter schwer auszuhalten: es wird langweilig. Man hat schon alles gemacht, was lustig ist, man weiß schon alles aus der Vergangenheit des anderen, man hat alle Grenzen abgesteckt, alle Streitpunkte abgearbeitet. Was nun?

Eine Lösung dafür kann sein, dass wir uns etwas „Drittes“ suchen, auf das wir nun beide schauen. Im klassischen Fall sind das Kinder, es können aber auch gemeinsame Freundschaften, Engagements oder Hobbys sein. Auf diese Weise kann das gemeinsame Leben wieder spannender werden, weil von außen Eindrücke kommen, über die man sich wieder unterhalten kann.

Die andere Lösung ist, sich wieder mehr voneinander zu entfernen: jede findet ihren eigenen Kreis, weil es ja nicht möglich ist, einander „alles“ zu sein. Das ist schon wahr, jeder Mensch braucht seinen Freiraum, und den müssen wir einander auch zugestehen. Aber damit geht manchmal auch eine Enttäuschung einher, weil unsere Wünsche anders waren: mehr Gemeinsamkeit, mehr Intimität.

Gewohnheiten können aber auch ein Segen sein: Vertrautes schafft Verbundenheit.

grandparents-3436463_640Es gibt aber auch eine gute Seite der Gewohnheit: sie kann ein großes Vertrauen bewirken, das längerfristig dazu führt, dass man „im Alter gemeinsam auf der Hausbank sitzt“. Wenn wir gut aneinander gewöhnt sind, wir einander nichts mehr beweisen müssen und nicht mehr in Machtkämpfe verstrickt sind, dann können wir miteinander zur Ruhe kommen. Aneinander gewöhnt zu sein schafft Vertrauen, Gemeinsamkeit und Verbundenheit.

Gewohnheiten sind beides: Segen und Fluch.

Die Kunst besteht also darin, einander nicht für selbstverständlich zu nehmen,  nicht „eh schon alles voneinander zu wissen“, sondern sich immer wieder neu von der PartnerIn überraschen zu lassen. Und dabei gleichzeitig gemeinsam zur Ruhe zu kommen, sich aufeinander verlassen zu können. Man könnte sagen, wir streben eine „bewegte Ruhe“, eine „vertraute Fremdheit“ oder eine „neugierige Gewohnheit“ an, wenn wir sowohl den Segen als auch den Fluch der Gewohnheit nutzen wollen.

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Beziehungs-ABC: F wie Fraulich

12. November 2018

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F wie Fraulich.

Ich bin eine Frau. Stimmt. Aber woher weiß ich das eigentlich?

Weiß ich es, weil ich meinen Körper mit den von anderen Menschen verglichen habe und bemerkt: ich habe Brüste und eine Vagina, ich kann Kinder gebären und stillen? Also: weiß ich, dass ich eine Frau bin, weil ich einen Frauenkörper habe? – Was ist dann mit all den Menschen, die sich im falschen Körper befinden oder deren Körper nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuteilen sind? Sind das dann keine „richtigen“ Frauen?

housewife-23868_640Oder weiß ich es, weil mir von klein auf gesagt wurde, dass ich ein Mädchen bin, später eine Frau? Also dadurch, dass ich von außen diese Rückmeldung bekommen habe, und dass ich als Kind Puppen bekommen habe und – anders als meine Brüder – im Haushalt mitarbeiten sollte? Also: weiß ich, dass ich eine Frau bin, weil es mir die Umgebung gesagt und mich als solche erzogen hat? – Was ist dann mit all den Frauen, die sich an diese Rollenstandards nicht halten wollen? Sind das dann keine „richtigen“ Frauen?yin-2730344_640

Weiß ich es vielleicht, weil ich mich (meistens) von Männern angezogen fühle, weil ich mit Männern verheiratet bin/war oder von Männern begehrt und als Partnerin gewählt wurde? Also: weiß ich es aufgrund meiner sexuellen Orientierung? – Was ist dann mit all den Frauen, die sich da nicht eindeutig zuordnen wollen, die auf Frauen stehen oder die vorziehen, gar nicht in Partnerschaften zu leben? Sind das dann keine „richtigen“ Frauen?

Oder weiß ich es, weil ich mich als emotional sorgend, emphatisch und fürsorglich empfinde? Weil ich vielleicht Multitasking kann oder ich alles Niedliche und Kleine mütterlich umsorgen will? Also: weiß ich, dass ich eine Frau bin, weil ich emotionale Intelligenz habe? – Was ist dann mit all den Frauen, die andere emotionales Rüstzeug bekommen haben? Sind das dann keine „richtigen“ Frauen?

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Wieso wissen Sie, dass Sie (oder Ihre Partnerin) eine Frau ist? Woran machen Sie es fest? Ich lade Sie ein, darüber nachzudenken, denn es ist keinesfalls so einfach, wie man normal denkt. Sobald man sich darüber Gedanken darüber macht, werden alle Zuschreibenden willkürlich und fließend.

Beziehungs-ABC: D wie Du bist ja ganz anders!

29. Oktober 2018

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Du bist ja ganz anders!

Es gibt zwei Sprüche über Beziehungen, die einander scheinbar widersprechen: „Gleich und gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“. Also, was jetzt?

Ich bin der Meinung, dass es um die „magischen 20%“ geht: wir teilen mit fast allen Menschen in etwa 30% an Verhaltensweisen und Eigenschaften: wir fühlen uns wohl, wenn wir ausgeschlafen sind, wir mögen es, wenn wir gemocht werden, etc.

Weiters gibt es Menschen, mit denen wir auf etwa 50% kommen, diese nennen wir dann FreundInnen: mit ihnen teilen wir zusätzlich noch Vorlieben, Hobbys, Anschauungen, Einstellungen. Das sind unsere FreudInnen aus Vereinen, ArbeitskollegInnen, NachbarInnen, dazu gehören auch die meisten Familienmitglieder.

butterfly-3238048_640Und dann gibt es Menschen, mit denen wir auf rund 80% kommen, weil wir so viel gemeinsam haben, dass wir uns ihnen sehr nahe fühlen. Mit diesen Menschen können wir eine Liebesbeziehung haben. Das bedeutet, dass wir einander anziehen, weil wir einander so gut verstehen können, weil wir ähnliche Vorlieben, Ansichten, Freuden und Leiden haben. Es ist wunderschön, wenn wir uns so verstanden fühlen! In diesem Sinne: „gleich und gleich gesellt sich gern“.

arrow-2085195_640Umgekehrt bedeutet das auch, dass es ungefähr 20% gibt, die wir auch in der besten und innigsten Liebesbeziehung nicht miteinander teilen. Und das ist auch gut so! Denn auf der einen Seite sind es die Bereiche, in denen wir unterschiedlich sind und die uns daher auch Schwierigkeiten machen („du verstehst mich nicht“). Auf der anderen Seite aber handelt es sich hier um den Teil, in dem wir einander bereichern, inspirieren und ergänzen können. „Zeig mir deine Welt, erzähl mir Dinge, die ich noch nicht weiß, bring mir bei, wie man noch denken/fühlen/erleben kann!“ Wenn wir alles gleich hätten, wäre uns sehr bald langweilig! Hier gilt also: „Gegensätze ziehen sich an“.

 

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UnserE MärchenprinzEssin erträumen wir uns logischer Weise so, dass sie/er genau zu uns passt, also die vollen 100%. (Alles andere wäre komisch, ich stelle mir ja nicht eine WunschpartnerIn vor, die mir widerspricht …!). Die Aufgabe der ersten Wochen und Monate einer Beziehung ist unter anderem, herauszufinden, wo diese wichtigen 20% zu finden sind und wie wir damit umgehen können.

Wenn uns das gelingt, dann ist der Satz „Du bist ja ganz anders!“ kein Vorwurf mehr sondern eine Aufforderung, einander zu bereichern und zu neuen Ansichten einzuladen.

Beziehungs-ABC: A wie: Aller Anfang ist leicht

8. Oktober 2018

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Aller Anfang ist leicht!

Nach längerer oder auch kürzerer Zeit, mit mehr oder weniger Sehnsucht und Hoffnung ist es nun endlich so weit: ihr habt einander gefunden und euch ineinander verliebt. Dieses Gefühl ist wunderschön: alles erscheint leicht, man selbst fühlt sich interessant, sexy, wunderschön, liebenswert und unglaublich witzig. Dasselbe gilt für die PartnerIn: sie/er ist endlich eine Seelenverwandte, ein Held ohne Fehl und Tadel!

Das ist eine gute Zeit, weil man mit jedem Menschen eine neue und andere Welt in all ihrer Schönheit kennenlernt, und weder sie noch die Ansichten der PartnerIn hinterfragt. Gleichzeitig ist da jemand, die/der sich für mich interessiert, meine Welt kennenlernen und das Leben mit mir teilen möchte.

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Zwei sehr unterschiedliche Probleme kann es in dieser Phase einer Beziehung geben: auf der einen Seite gibt es die, die diese Zeit immer festhalten möchten und auf der anderen die, die sie sich nie zu erleben getrauen.

castles-616573_640Die Enttäuschten: Wenn diese Zeit der Verliebtheit vergehen wird, dann wird eine gewisse Enttäuschung darüber entstehen. „Ich wollte einen allnächtlichen Mann – und habe einen alltäglichen bekommen.“ Was erst lustig oder traurig klingt, ist aber auch die einzige Möglichkeit, dass aus der Verliebtheit eine tiefe Liebe wird, die die Beziehung auf Dauer tragen kann.

Verliebtheit ist toll, aber eine Beziehung tragen kann sie nicht. Sie ist das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der Liebe, und es ist gut, wenn wir uns immer wieder neu in unsere PartnerIn verlieben, wenn wir immer wieder aus dieser Zeit des Anfangs schöpfen und uns wieder einmal so verhalten wie am Anfang. So wird die Zeit der Verliebtheit immer eine Erinnerung daran, dass wir einander nicht als selbstverständlich betrachten: es ist ein Geschenk, dass du mit mir zusammen bist und mich liebst, mich in meiner Eigenart erträgst und auch in schwierigen Phasen bei mir bleibst.

sculpture-1478106_640Und dann gibt es Menschen, die vor lauter Angst erst gar niemanden so nahe an sich heranlassen, dass sie sich verlieben könnten. Sie fürchten den Verlust der wunderbaren Träume so sehr, dass sie lieber ihr Herz verschließen, von Anfang an die Fehler im Anderen suchen, der es ihnen unmöglich machen wird, sich überhaupt ernsthaft auf jemanden einzulassen.

Die Aussagen dieser Menschen sind dann: „Die große Liebe ist ja nur ein Märchen, die gibt es gar nicht.“ Oder: „Warum soll ich mir das Ganze mit der Beziehung antun, es macht mich höchstens verletzbar.“ Aber die Sehnsucht nach Nähe, die ist bei Vielen trotzdem da.

Verliebtheit ist ein schönes Gefühl, wir dürfen diese Phase genießen, ja, wir sollen es sogar. Wir dürfen nur nicht glauben, dass das schon alles ist, dass es immer Rosen regnen muss oder gar soll. Aber wir können später immer wieder auf diese Zeit zurückschauen und uns daran erinnern, welch ein tolles Geschenk es bedeutet, wenn einem jemand das Herz schenkt.

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Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 12: Auf Wiedersehen – und auf ein Wieder-Sehen

17. September 2018
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Auf Wiedersehen – und auf ein Wieder-Sehen
Wir sind am Ende des Sommers angekommen, und auch am Ende der Sommerreihe „nach Lust und Laune“. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Mitlesen, hoffe, dass Sie das eine oder andere Interessante erfahren konnten und bei den Experimenten hoffentlich erlebt haben, wie Sie mit Ihren „Dinosauriern“ umgehen können.
Nach dem „launigen“ Sommer geht es jetzt wieder ernst weiter – auf meiner Homepage können Sie mir weiter folgen, Sie müssen sich dort nur eintragen, dann bekommen Sie wöchentlich meine neuesten Blog-Einträge per mail zugesandt.
Das Thema, das uns dort in den nächsten Wochen beschäftigen wird, ist das „Beziehungsweise-ABC“: Woche für Woche werde ich nach dem Alphabet Themen rund um Beziehung „durchbuchstabieren“, von A wie Anfang bis Z wie Zufriedenheit.Falls Sie Themen haben, zu denen Sie möchten, das ich etwas schreibe, bitte senden Sie mir ein Mail, dann werde ich Ihre Anregung aufnehmen, wenn mir das irgendwie möglich ist. Wenn Sie das tun möchten, bitte klicken Sie
HIER und teilen Sie mir Ihren Wunsch mit.
Ich freue mich über alle, die mitlesen, oder auch mitdiskutieren. In diesem Sinne: einen guten Start in den Herbst, und ich hoffe, wir treffen einander auf meinem Blog wieder!
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Experiment 12: dem Blog folgen (falls Sie das nicht ohnehin schon tun..)
 
Bitte machen Sie es einfach jetzt gleich: klicken Sie auf den Button „diesem Blog folgen“ auf der Startseite rechts und tragen Sie sich dort ein. Sie sichern sich damit die Zusendung aller zukünftigen Blog-Einträge: das Beziehungs-ABC, das im Oktober starten wird, und viele andere interessante Beiträge rund um Leben, Lieben, Lassen, Lust und Launen.
Ich freue mich, wenn Sie auch gelegentlich einen Kommentar dazu geben, wenn Ihnen etwas besonders wichtig erscheint oder Sie auch eine andere Meinung haben.
Sollten Sie bereits einE regelmäßige LeserIn meines Blogs sein, sage ich Ihnen hiermit, dass ich mich über Sie besonders freue!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 8: B wie Begeisterung

20. August 2018
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B wie Begeisterung

Letzte Woche war ein unangenehmes Gefühl dran, diesmal nehmen wir ein angenehmes: Begeisterung, Freude, Glück. Wie jedes andere starke Gefühl vergeht (leider, in diesem Fall) auch dieses ziemlich bald wieder: oft sind wir von etwas begeistert, aber in den „Mühen der Ebene“ vergeht die Freude an der Sache dann wieder.
Wenn wir uns die Begeisterung für eine Sache oder einen Menschen erhalten wollen, dann müssen wir „den Dino füttern“. Sie wissen inzwischen, wie das geht: am besten mit Sätzen wie „du bist immer so lieb zu mir“ oder „diese Sache ist mir einfach nie zu viel, weil sie mir immer so viel Freude macht“. Weil wir diese Gefühle schätzen, müssen wir sie umsorgen wie wir ein Haustier versorgen würden: regelmäßig füttern, gelegentlich den Mist wegräumen, und wenn es ihm nicht gut geht, mal auch professionelle Hilfe holen, damit es wieder gesund wird. Auf diese Weise bleiben auch die schönen Gefühle wie Begeisterung länger bei uns.
Es wird sich natürlich nicht ganz umgehen lassen, dass die auch die guten Gefühle einmal Pause machen, aber dann gilt auch wieder dasselbe wie für jede unserer Launen: in Verhandlungen treten. Wenn man keine Lust hat, sich für eine Sache einzusetzen, die einem im Grunde Freude macht, dann gilt es, Deals auszumachen: „ich mache das nur für eine Viertelstunde, dann mache ich eine Pause und setze ich mich  danach noch einmal eine Zeitlang hin“ oder „gut, im Moment ist die Begeisterung für diesen Menschen nicht so besonders, weil es etwas mühsam zwischen uns ist, aber ich weiß, dass es sich auszahlt, weil ich den Menschen im Grunde sehr mag, nur jetzt ist gerade eine Durststrecke.“
Wenn wir den Dino lang genug füttern, kommt er wieder zurück. Wenn wir in eine Sache Zeit und Aufwand investieren, wird sich das lohnen. Denn auch die guten Gefühle verschwinden, wenn wir nichts für sie tun, und das ist dann oft schade.
Und nicht notwendig.
Sie wissen, was Sie tun können.
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Experiment 7:
die Begeisterung versorgen
 
Ich lade Sie ein, sich hinzusetzen und zu überlegen, wofür Ihr Herz brennt oder gebrannt hat.
Falls es das noch immer tut: ausgesprochen fein.
Falls es aber eher im Abglühen ist: fachen Sie es noch einmal an! Machen Sie kleine Schritte bei den Dingen, die Sie begeistert haben, setzen Sie kleine Aktionen, die Sie nicht überfordern, aber dennoch die Sache weiterbringen: eine Viertelstunde das Buch schreiben, das Sie immer schon schreiben wollten, ein Spaziergang mit dem Menschen, den Sie so schätzen, eine Freundlichkeit hier, ein Einsatz dort.
Und freuen Sie sich daran, wie Ihr Haustier, das Sie schon fast für verendet gehalten haben, langsam wieder zum Leben erwacht!