Posts Tagged ‘Biographie’

Brüderchen und Schwesterchen …

13. Juni 2016

Wenn du eine Schwester oder einen Bruder hast – wie geht es euch miteinander? Habt ihr Kontakt, habt ihr häufigen und guten Kontakt oder trefft ihr einander nur, wenn es gar nicht anders geht – zu Hochzeiten und Todesfällen?

Geschwister – gemeinsame Geschichte oder KonkurentInnen?

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Ich selbst habe das Glück, viele Geschwister zu haben. Daher kenne ich einen Unterschied zwischen guten und schlechten Geschwister-beziehungen.

Ich muss mich um die Beziehung zu meinen Geschwistern genauso bemühen wie um die zu FreundInnen. Wir verstehen uns manchmal gut, manchmal reißt der Kontakt beinahe völlig ab, dann knüpfen wir wieder Fäden. Wenn wir den Kontakt aber nicht pflegen verlieren wir uns aus den Augen, wie das in Freundschaften auch der Fall ist. Natürlich, nicht ganz. Denn Weihnachten und Ostern, spätestens aber bei der nächsten Familienfeier treffen wir einander wieder.

Die (große) Schwester zu sein ist nicht immer ganz leicht.

Das gibt es immer alte Geschichten zwischen uns. „Du hast mir damals die Nase gebrochen mit dem Minigolfschläger!“ oder „Dich hat der Papa lieber gehabt als mich!“ Oder, wie in meinem Fall: „Du warst immer die Große und hast alles besser gewusst!“ Oder, auf der anderen Seite: „Du als die Kleine hast es leichter gehabt als ich, hast Dinge tun dürfen, die mir nie erlaubt wurden.“

boys-286179_1280Das macht es manchmal schwer, in der Gegenwart zu bleiben, einander dort zu treffen, wo wir heute sind: die Erwachsenen, die wir geworden sind. Aber wenn es uns gelingt, dann kann ein Bruder oder eine Schwester eine große Bereicherung sein: wir haben so viel gemeinsam erlebt. Niemand kennt meine Kindheit so gut wie meine Geschwister, niemand versteht meine Beziehung zu den Eltern so gut wie sie! 

Ich bin froh und dankbar für meine Geschwister!

Wenn Ihnen Familienangelegenheiten Schwierigkeiten machen, erlauben Sie sich ein Gespräch darüber. Rufen Sie mich an oder vereinbaren Sie online ein Erstgespräch, damit wir einander kennenlernen können. Ich freu mich drauf!

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Mutter und Vater haben

23. Mai 2016

Unsere Eltern – ein Kapitel, das für alle Menschen anders ist, wo wir einander gut verstehen oder gar nicht. JedeR hat Eltern, das gilt für alle. Aber da hören sich die Gemeinsamkeiten oft schon wieder auf.

Wie sind deine Eltern (gewesen)?

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Woran kannst du dich erinnern? Woran erinnerst du dich gerne? Was habt ihr gemeinsam gemacht, was ist das, woran du gerne denkst? (Es gibt immer etwas, was die Eltern gut gemacht haben, schließlich bist du am Leben und nicht verhungert oder verwahrlost.) Manchen Menschen fällt diese Übung nicht leicht, aber sie gehört auch dazu.

Womit bist du im Unfrieden? Was war nicht so gut, was hat dich verletzt oder gekränkt? Was konntest du ihnen bis jetzt noch nicht vergeben? Was hindert dich daran? Welche Gefühle kommen dir, wenn du an die dunklen Seiten deiner Kindheit denkst?

Bring es zur Sprache!

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Schreibe einen Brief, in dem du dir erlaubst, alle diese Gefühle und Erinnerungen auszudrücken. Lass das Kind, das du einmal warst, zu Wort kommen, drücke all deinen Ärger, deine Enttäuschungen, deine Ohnmacht aus, aber auch deinen Dank, deine Erfolge, deine Hoffnungen. Du musst diesen Brief nie abschicken, es ist gut, wenn du ihn für dich formulieren kannst. Verteidige dich, rechtfertige dich, nimm dich in den Arm.

Und wenn es dir wichtig ist, dann sprich mit deinen Eltern über das, was gut war und das, was dich / euch verletzt hat. Auch sie sind Kinder gewesen, die Eltern hatten. Es heißt nicht umsonst: „Die Krankheit eines Menschen beginnt bei der Geburt seiner Großeltern!“

Finde deinen Frieden, es wird euch allen gut tun.

Nicht immer ist es dafür notwendig, mit den Eltern direkt in Kontakt zu treten. Manchmal sind die Gräber (noch) zu tief, manchmal ist die Entfernung zu groß, und irgendwann einmal sind sie von uns gegangen. Das alles muss uns nicht daran hindern, mit den Eltern Frieden zu machen. Es ist eine Sache, die du mit dir ausmachen kannst.

Wenn du dabei Hilfe brauchst, wende dich an mich. Ruf an oder mach online ein Gespräch mit mir aus. Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.

 

Ich schrei(b) es mir von der Seele

22. August 2015

 writing-110764_1280Schreiben hat sich in den letzten Jahren sehr verändert: Wir beantworten Mails, schreiben, FB-Beiträge, Blogs und Whatsapp-nachrichten, SMS und in der Arbeit vielleicht Dokumente.

Aber immer seltener nehmen wir einen Stift und ein Papier und schreiben mit der Hand.

Was ein bisschen schade ist, weil durch den Akt des Schreibens mit einem Stift Dinge besser ins Unbewusste gelangen als digital. Oder auch von dort herauskommen.

Nehmen Sie doch wieder einmal einen Stift und einen Block, fangen Sie mit Kritzeln an, einfach so: Striche, Linien, Kurven, Schnörksel, Buchstaben. Machen Sie das ohne Anspruch auf Kunst oder Originalität, um das zu erleichtern, können Sie die Augen dabei zumachen oder mit der Hand schreiben, die Sie normalerweise nicht so häufig brauchen. Und wenn es fertig ist, werfen Sie es weg. (Wenn Sie jetzt immer noch einen Anspruch auf Kunst haben, dann sind Sie einE hoffnungsloseR PerfektionistIn;)!)

Wenn Sie das eine Weile gemacht haben, können Sie beginnen, Worte zu schreiben (diesmal besser mit der “richtigen” Hand). Schreiben Sie einfach wahllos Wörter auf das Papier, was auch immer Ihnen in den Sinn kommt. Das kann einen Zusammenhang haben, muss aber nicht, oder jedenfalls vordergründig nicht. Schreiben Sie so viele Wörter, wie Ihnen auf dem Blatt gefallen. Dann legen Sie es weg, genug für heute. (aber bitte diesmal aufheben).

Beim nächsten Mal nehmen Sie dieses Blatt wieder heraus und verbinden Sie die Wörter miteinander: machen Sie eine lange Schlange, fangen Sie bei einem Wort an und suchen Sie, welches am besten dazu passt, dorthin machen Sie einen Strich. Dann weiter so, bis Sie alle Wörter miteinander verbunden haben. Wieder genug, bitte wieder aufheben.

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Und am dritten Tag schreiben Sie eine Geschichte oder einen Text, und zwar in der Reihenfolge, die Sie die Wörter aufgereiht haben. Dazwischen darf viel Text sein oder wenig, egal, sie sollen nur alle vorkommen, und das in der von Ihnen gewählten Reihenfolge. Wenn Sie diese Geschichte fertig haben, legen Sie sie bitte ebenfalls weg und lassen Sie mindestens 24 Stunden ruhen, bevor Sie sie wieder anschauen.

Die Ruhephasen dazwischen sind nicht verhandelbar, denn es gibt in uns allen eine KünstlerIn und eine KritikerIn. Und die beiden sollten einander nicht begegnen. Wir brauchen beide, um ein Werk zu schaffen, aber nie gleichzeitig. Die KünstlerIn kann nicht arbeiten, wenn ihr die KritikerIn ständig über die Schulter schaut, und umgekehrt. Darum hat es sich bewährt, die beiden einfach zeitlich voneinander zu trennen, indem wir immer wieder Pausen dazwischen einlegen.

Und dann schauen Sie sich Ihr Werk an: was sagt es Ihnen über sich? Was hat der Text, die Geschichte mit Ihnen zu tun?

Wenn Sie mit jemandem darüber sprechen, kann das sehr hilfreich sein, und wenn Sie mögen, bin ich auch gerne dabei Ihre Gesprächspartnerin. Machen Sie einen Termin für ein Erstgespräch aus, rufen Sie an, mailen Sie oder machen Sie online einen Termin auf. Ich freue mich darauf, mit Ihnen Ihren Text zu studieren und dabei etwas über Sie herauszufinden.

Fallbeispiel: Sandra hat Bulimie

17. August 2015

sprouts-517349_1280Sandra leidet seit langem unter einer Essstörung. Sie ist 36 Jahre alt und hat seit ihrem 14. Lebensjahr unterschiedlich häufig Bulimieanfälle. Zeitweise mehrmals am Tag, dann wieder phasenweise so selten, dass sie die Hoffnung hat, es hätte aufgehört. Aber wenn ihr etwas über den Kopf wächst, etwas zu viel, zu anstrengend, zu unangenehm wird, beginnt sie zu essen, und dann bricht sie, aus schlechtem Gewissen. Das hilft meistens. So etwa 20 Minuten…

Sie kommt zu mir in Therapie, weil sie so nicht mehr weitermachen möchte. Sie hat schon mehrere Therapieversuche hinter sich, die sie alle nur kurz durchgehalten hat. Aber jetzt, sagt sie, möchte sie es „für sich“ machen.

Therapie-Beginn:

Das ist eine gute Voraussetzung, und so beginnen wir damit, Sandras Umgang mit sich selbst zu verbessern. Wir suchen Körperregionen, die sie nicht „hasst“. Sie findet ihre Haare gut, ihre Hände gefallen ihr und sie mag ihre Muskulatur. Sie lernt, diese Regionen auszunehmen, wenn sie Anfälle hat, in denen sie „nichts an sich ausstehen kann“.

Dann wenden wir uns ihrer Persönlichkeit zu, sie merkt, dass sie auch an ihrem Charakter Züge gerne hat: sie ist lustig und umgänglich, verlässlich und immer nett zu den Gästen in dem Hotel, in dem sie als Rezeptionistin arbeitet. Sie beginnt, sich freundlicher zu betrachten und stoppt sich, wenn sie auf sich losgehen will.

Arbeit an der Biographie:

Bei der Arbeit an ihrer Biographie erkennen wir, dass in ihrem Elternhaus Männer und Buben mehr gegolten haben als Frauen und Mädchen, das ging von beiden Elternteilen aus. Die Mutter war selbst nicht sehr feminin und bevorzugte den Bruder deutlich. Der Vater war zu beiden Kindern streng, mochte aber den Bruder anscheinend auch lieber, da er mit ihm “Männersachen” machen konnte. Eine Frau zu werden war also nicht leicht für Sandra, und so beschäftigen wir uns mehrere Monate mit diesem Thema, zu dem sowohl das Frauenbild als auch Sexualität und Beziehungsgestaltung gehören. Sandra hatte mehrere, nicht allzu lange Beziehungen, die sie meist von sich aus abgebrochen hat.

Gleichzeitig suchen wir nach Strategien, mit Unwohlsein so umgehen zu lernen, dass ein Essanfall nicht notwendig wird, und falls es doch zu einem gekommen ist, sich dafür nicht zu bestrafen sondern besonders liebevoll mit sich umzugehen. Das fällt Sandra, wie vielen Menschen, nicht leicht, aber mit der Zeit gelingt es ihr immer besser.

weiter in Therapie…

Sandra ist noch immer in Therapie, wir arbeiten seit etwa einem Jahr miteinander, und ihr Zustand hat sich deutlich gebessert. Aber sie wird noch eine Weile weiterkommen, da bei einem Problem, das über so lange Zeit besteht, die eingefahrenen Muster sehr tief und nicht leicht zu ändern sind. Aber sie ist auf einem sehr guten Weg, sie geht liebevoller mit sich um, kann ihre Fehler leichter wegstecken, ist dabei, einen für sie guten Umgang mit ihrer Familie zu finden und hat seit einigen Wochen einen Freund, mit dem sie sich gut versteht, aber wo sie auch immer wieder Nein sagen kann, wenn sie es braucht.

Sie geht einen guten Weg, sie wird es schaffen!

Wenn Sie in einer ähnlichen Situation feststecken, dann lassen auch Sie sich helfen! Essstörungen sind hartnäckig, und nur wenige Menschen schaffen es ohne professionelle Unterstützung, sich daraus zu befreien. Kommen Sie zu einem Erstgespräch vorbei, rufen Sie mich an, oder machen Sie online einen Termin aus. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen!

(P.S. Sandra heißt natürlich nicht wirklich so, ihre Daten sind so weit verändert, dass sie nicht zu erkennen ist. Oder so, dass jedeR sich darin ein Stück weit erkennen könnte…)