Posts Tagged ‘Geduld’

Videos aus der Quarantäne, 23. April 2020

23. April 2020
aus der psychotherapeutischen Praxis
aus der Hypnotherapie

Videos aus der Quarantäne, 31.3.2020: Geduld

31. März 2020
… aus der psychotherapeutischen Praxis
aus der Hypnotherapie

Weihnachten 2019: einfach. richtig. schön / 30. Dezember

30. Dezember 2019

30. Dezember: schön geduldig sein!

Beinahe ist das Jahr zu Ende. Beinahe. Denn noch ist nicht Silvester, noch ist nicht 2020, noch ist 2019. Oft wollen wir schon einen Schritt weiter sein als jetzt, wollen schon dort sein und nicht hier, wollen schon erreicht haben, wohin wir noch unterwegs sind. Aber ein Ziel ist ein Ziel nur solange es vor uns liegt. Das Jahr 2019 ist erst aus, wenn die Glocken das neue Jahr einläuten. Und bis dahin können wir üben, zu warten.

Die Kunst besteht darin, geduldig einfach nichts zu tun, anzunehmen, was uns geboten wird, achtsam das zu schätzen, was jetzt ist. Im Augenblick sein, Schönheit wahrnehmen, Gesprächen lauschen, Gefühle spüren. All das gehört für Menschen, die von sich sagen, dass sie glücklich sind, ganz selbstverständlich dazu. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht! Das Gute ist jetzt, immer nur jetzt.

Manchmal muss man auch etwas „ausbrüten“ oder reifen lassen, oft zeigt sich der Wert einer Sache erst später. Man weiß nie, welches Geschenk man anderen vielleicht letztlich bereitet hat, oder was man selbst von anderen lernen kann. Wir sollten so leben, dass wir am Ende des kommenden Jahres nicht sagen müssen: „Ach, hätte ich doch meine Zeit besser genutzt!“ Das Einzige, was wir haben, ist die Gegenwart, denn die Vergangenheit ist schon vorbei und die Zukunft noch nicht hier. Genießen Sie den heutigen Tag (dabei kann man schon auch das Morgen mitbedenken oder vorbereiten, das ist kein Widerspruch).

Heute ist noch 2019, der vorletzte Tag. Das ist das Jahr, auf das wir vor einem Jahr gewartet, auf das wir voriges Silvester angestossen haben – verschleudern wir es nicht einfach! Der heutige Tag kommt niemals wieder.

Weihnachten 2019: einfach. richtig. schön. / 22. Dezember

22. Dezember 2019

22. Dezember: erst 1, dann 2, dann 3, dann 4 …

Heute ist der 4. Adventsonntag, es geht in die Zielgerade, übermorgen ist der Heilige Abend. Das Warten geht langsam dem Ende zu. Können Sie warten, können Sie die Spannung aushalten, etwas zu erwarten? Oder sind Sie eineR von denen, die schon vor lauter Neugierde alles vorher wissen wollen, weil Sie es nicht aushalten wollen, warten zu müssen. Suchen Sie die versteckten Packerl der Anderen oder können Sie der Vorfreude- und Wartezeit auch etwas Schönes abgewinnen?

Spannung und Vorfreude auszuhalten sind wesentliche Charakterzüge, die eine reife Persönlichkeit ausmachen. Es ist ja im „echten Leben“ auch nicht möglich, wirklich vorherzusehen, was sein wird. Wir können aus unserer Erfahrung heraus Ergebnisse annehmen, wir können die Bedingungen für Glück oder Erfolg schaffen, aber wie es wirklich sein wird, das wissen wir nie, das ist immer unsicher. Das kann zu massiven Angstzuständen führen und zu dem Bemühen, alles absichern zu wollen (was sowieso nie möglich ist).

Und so können wir, gerade in diesen letzten Tagen, üben, die Unsicherheit auszuhalten. „Ich weiß es nicht, und das ist auch in Ordnung so. Ich werde es bald wissen, jetzt spüre ich eine gewisse Spannung in mir (Bauch, Brust, Schulterbereich…) und atme eine Weile ruhig in diese Spannung hinein, bis sie leichter geworden ist.“ Sie werden sehen, nach ein paar Atemzügen ist die Spannung geringer, das unangenehme Gefühl leichter. (Das geht übrigens mit jedem Gefühl: atmen und warten.)

In diesem Sinn: einfach nur noch ein bisschen warten, das Christkind kommt auf jeden Fall …!

„Leidige Pflichten“

19. September 2016

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Wie viel Zeit am Tag verbringst du mit den so genannten „leidigen Pflichten“ die getan werden müssen, wie etwa Autofahren, Warten, Aufräumen, Einkaufen, Saubermachen etc.?

Wie gern macht du diese Tätigkeiten und wie bewusst, achtsam und freudvoll bist du bei diesen Dingen?

Eine Stunde Meditation ist nicht wertvoller als eine Stunde Hausarbeit!

Das erscheint uns immer erstaunlich, denn es scheint wichtige und unwichtige Dinge zu geben, wertvollere Beschäftigungen und weniger wertvolle. Aber es ist nicht so, dass die eine Arbeit, die eine Handlung an sich wertvoller wäre als eine andere. Sie kann besser bezahlt sein, mehr Belastung darstellen, aber keine Stunde deines Lebens ist weniger wert als eine andere.

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Schritt – Atemzug – Besenstrich

In „Momo“, einem Buch von Michael Ende, erzählt er von Beppo Strassenkehrer: Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter: Schritt – Atemzug -Besenstrich.

Du bist genau da, wo du sein sollst!

So wird jede Aufgabe wertvoll, jeder Besenstrich bekommt eine Bedeutung, denn es ist genau das, was du gerade jetzt machst und machen sollst. Achtsamkeit bedeutet, genau hier zu sein, genau das zu machen, was man gerade macht: einen Schritt, einen Atemzug, einen Besenstrich. Nichts ist wertvoller als der momentane Augenblick, nichts ist wichtiger als Heute.