Posts Tagged ‘Krisenintervention’

Trauma und Akute Belastungsreaktion

24. Juni 2015

IMG_7771Ein Trauma ist eine seelische Verletzung, die entsteht, wenn eine Situation so schlimm ist, dass sich die Seele nicht mit ihren normalen Schutzmechanismen davor bewahren kann. Wo wir „normal schlimme“ Erlebnisse nach einer Zeit verarbeiten und in unser Leben irgendwie einbauen können, sind wir bei Traumata überfordert. Das Gehirn, das sich bemüht, die Erfahrung einzuordnen, ist damit überfordert und reagiert mit Stress. Das ist kein Zeichen von Schwäche sondern ein gesunder Vorgang. Zeichen davon sind Unruhe, Schreckhaftigkeit, inneres Wiedererleben der Ereignisse, Schlaflosigkeit, Unlust, Depression. Die meisten Menschen können, abhängig von ihrer bisherigen Lebensgeschichte, nach einiger Zeit wieder gut damit umgehen, für sie ist die „Akute Belastungsreaktion“ nach ein paar Wochen vorbei.

In dieser Zeit kann alles helfen, was Sie auch sonst tun, wenn Sie sich beruhigen wollen: spazieren gehen, reden, essen, schlafen, sich beschäftigen. Es ist sehr hilfreich, wenn Sie jeden weiteren Stress in der Zeit so gut es geht vermeiden, Ihr Gehirn ist sowieso schon sehr beschäftigt. Und bemühen Sie sich um das, was Sie als einen „gesunden Lebensstil“ bezeichnen.

Gespräche mit professionellen HelferInnen sind eine gute Ergänzung dazu und können für Menschen hilfreich sein, die Angst haben, „verrückt“ zu werden, weil sie sich so selbst nicht kennen. Erlauben Sie sich das!

Rufen Sie mich an oder suchen Sie online einen Termin, damit ich Ihnen helfen kann, die Krise zu bewältigen!

Als Angehörige ist es gut, die Menschen das tun zu lassen, wonach ihnen im Moment ist. Das kann weinen sein oder sich ablenken, reden über das Erlebte oder über ganz viel anderes, nur ja nicht darüber, oder auch gar nicht reden. Das kann eine depressive Phase sein mit den oben genannten Zeichen, aber auch ganz anders ausschauen. Erlauben Sie viel – soweit es Ihnen nicht total ungesund oder unklug erscheint. Erlauben Sie sich selbst auch, dass Sie sich vielleicht nicht auskennen, dass Sie überfordert sind – es gibt auch ein sogenanntes „sekundäres Trauma“ – das ist quasi die Reaktion eines Angehörigen von Betroffenen. Lassen Sie sich und ihren Angehörigen Zeit, wie beschrieben, das vergeht meistens von alleine wieder.

Phase 2 – Einordnung in das Selbst- und Weltbild sowie

Phase 3 – „Wie lebe ich eigentlich?“

beschreibe ich im nächsten Eintrag, der voraussichtlich nächste Woche erscheinen wird.

 

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Graz trägt Trauer. Krisenintervention

20. Juni 2015

candles-168011_1280Wir sind alle geschockt, wir können es noch gar nicht fassen: ein Mann fährt Amok durch die Innenstadt, rammt dabei zahlreiche Menschen und tötet auch drei. Viele Menschen sind Zeugen, können sich nur mit Mühe in ein Geschäft oder einen Hauseingang in Sicherheit bringen.

In solchen Fällen gibt es von psychologischer Seite aus Krisenintervention: das ist eine ganz kurze und kurzfristige Psychotherapie, bei der es vor allem um Entlastung geht. Sie können über das Geschehen reden und dabei eine professionelle ZuhörerIn haben. Es kommt häufig vor, dass nach so einem Ereignis „nichts ist wie vorher“. Dann geht es darum, wieder einen Boden unter den Füßen zu finden, Halt zu suchen und Möglichkeiten zu finden, mit der veränderten Situation umzugehen. Es wird darauf geschaut, wie Sie sich beruhigen können, was Ihnen helfen könnte, wieder zu einer Art von Normalität zurückzufinden. Dazu gehört auch, so banal es klingt, zu essen und zu schlafen. Nicht alleine zu sein. Und vielleicht auch ganz normale Dinge zu tun.

Als Angehörige von Betroffenen bieten Sie diesen die Möglichkeit, das zu tun, wonach ihnen gerade ist. Werten Sie nicht, jeder Umgang mit einem Trauma ist einzigartig, und für diesen Menschen eben das, was er/sie gerade kann. Manche Menschen wollen ganz viel drüber reden, manche wieder gar nicht. Manche weinen, manche gehen fort und machen Party. Das ist manchmal schwer auszuhalten, vor allem, wenn Ihnen der Umgang nicht vertraut ist und Sie anders handeln würden. Bieten Sie immer wieder an, da zu sein, falls es die Betroffenen brauchen, in welcher Form auch immer. Seien Sie offen, die Verarbeitung geschieht in Wellen, wie die Trauer auch.

Wenn Sie in irgendeiner Weise betroffen sind – und das sind wir, die wir in Graz wohnen, mehr oder weniger alle – und Sie mit jemandem darüber reden wollen, dann tun Sie das! Das Kriseninterventionsteam ist für diese Fälle gut ausgebildet und dort können Sie sich hinwenden.

Oder Sie sprechen mit mir: rufen Sie mich an – 0699 105 76 441, machen Sie mit mir einen Termin für ein Krisengespräch aus. Ich werde für diese Gespräche nichts verrechnen, wenn sie bis zu maximal drei Sitzungen dauern. Wenn Sie online einen Termin ausmachen, geben Sie bitte Graz20/6 als Kennwort an, damit ich weiß, dass es sich dabei um ein Krisengespräch handelt.

Helfen wir zusammen, damit wir durch diese schwere Zeit kommen!