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Achtsamkeit – den Menschen zuschauen

24. April 2017

Wir kommen zurück zur Achtsamkeit, womit wir uns vor Ostern schon beschäftigt haben. Haben Sie ein Mandala gemalt, haben Sie dem Klang der Welt gelauscht? (Wenn nicht, tun Sie es, machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen damit!)

u-leg-bridge-1370437_1280Heute lade ich Sie zu einer Achtsamkeitsübung der besondern Art ein:

den Menschen zuschauen.

Wenn Sie versucht haben, achtsam dem Klang der Welt zu lauschen, haben Sie eine Ahnung, um was es dabei gehen könnte:

um das nicht-wertende Schauen:

Was tun Menschen so? Wie sehen sie aus? Was sagen sie, wie verhalten sie sich?

Diese Übung ist etwas schwerer als der Klang der Welt, denn da merken wir, dass wir noch schneller im Werten sind: gut, schlecht, angenehm, unangenehm, richtig, falsch.

Aber wenn Sie genau beobachten, werden Sie merken, dass die Menschen, bzw das Verhalten von Menschen, das Sie verstehen oder das Ihrem eigenen Verhalten ähnlich ist, von Ihnen besser beurteilt wird als das, das Sie nicht verstehen oder das anders ist als  Ihres. Das ist verständlich, aber auch schade: denn wer andere verurteilt, kann auch von ihnen nichts lernen.

Es ist immer das Andere, an dem wir lernen können.

Das Eigene, das Bekannte, bestätigt uns, aber es bringt uns nicht dazu, eine neue Erfahrung zu machen.

Wenn Sie immer nur dieselben Ausflüge machen, immer nur dieselben Orte besuchen, lake-1887584_1280dann hat das den angenehmen Charakter des Vertrauten und Gewohnten, aber Sie werden nie erleben, wie andere Orte aussehen, Sie werden keine Erweiterung Ihrer Erfahrungen machen.

Mut zu Neuem!

Es ist nichts dagegen einzuwenden, sich bestätigen zu lassen oder Vertrautes wieder zu besuchen: das fühlt sich gut an, man kennt sich aus, man ist irgendwie „daheim“. Aber es bereichert uns anders als Neues. Es verleiht Wurzel, aber keine Flügel.

Neue Erfahrungen zu machen ist erst einmal ungewohnt: man muss die Komfortzone verlassen, sich auf Ungewohntes einlassen, das Risiko einer Enttäuschung eingehen. Das kann auch geschehen, aber:

wenn man nichts zu erleben bereit ist, wird man auch nichts erleben…

(Genug für diese Woche, nächstes Mal geht es weiter mit diesen Gedanken…)

Bedauern und Verzeihen

20. Februar 2017

face-1190352_1280Was bereust du oder bedauerst du heute, in deinem Leben gemacht oder gerade nicht gemacht zu haben? Was tut dir leid? Wo hast du zu früh umgedreht, wo bist du zu spät draufgekommen, dass du auf einem schlechten Weg bist?

Welche Beziehung hättest du eingehen, welche (früher) beenden sollen? Wo bist du dir selbst nicht treu geblieben, wo deineR PartnerIn nicht?

Was hast du bei deiner Familie nicht gemacht, oder was hast du gemacht, was sich als nicht hilfreich herausgestellt hat? Wo bist du dir und deiner Familie etwas schuldig geblieben?

Und wo hast du dich selbst verletzt, bist dir selbst etwas schuldig geblieben? Wo hast du vergessen, wie gut du bist, wie schön du bist, wie wertvoll du bist? Hast dein Licht „unter den Scheffel“ gestellt, hast dir nicht genommen, was dir zugestanden wäre?

Welche Fehler hast du begangen? Welche waren vielleicht gar keine sondern eine wertvolle Erfahrung auf deinem Weg? Und die, die echte Fehler waren – kannst du sie dir verzeihen? Was hast du daraus gelernt? (Es ist ja keine Tragödie, Fehler zu machen, richtig dumm ist nur, nichts daraus gelernt zu haben!)

map-2038769_1280Stell dich vor einen Spiegel und sei ehrlich zu dir. Es macht nichts mit deinem Wert als Mensch, wenn du einen Fehler zugibst, im Gegenteil: echte Menschen stehen zu ihren Fehlern.

Alle Menschen machen Dinge schlecht, das gehört (leider) zu unserem Leben dazu. Andererseits: aus Fehlern lernen wir. So haben wir gehen gelernt, reden, schreiben, lieben.

Habe den Mut, Fehler zu machen und daraus zu lernen! Liebe dich (trotzdem). Nicht wer keine Fehler macht, ist liebenswert sondern wer ehrlich ist und bemüht, diese in Zukunft zu vermeiden.

Liebe dich – du bist es wert!