Posts Tagged ‘Nachdenken’

Christliche Werte – was bedeutet das?

10. April 2017

IMG_0412In dieser Woche feiern wir die Karwoche – was wissen wir darüber?

Viel wird in den letzten Jahren über die sogenannten „christlichen Werte“ gesprochen, die in Gefahr sind. Vermeintlich durch die „islamische Invasion“. Aber ist das so?

Ist nicht das Verschwinden der christlichen Werte eher der Tatsache geschuldet, dass wir uns einfach nicht mehr dafür interessieren, was das Christentum ausmacht, was genau der Hintergrund unserer Kultur ist, worum es bei unserer Religion eigentlich geht?

Was wissen Sie über das Geschehen zu Ostern?

Ostern ist das zentrale Ereignis des Christentums, und da geht es nicht um Hasen und Ostereier, sondern um den Triumph der Liebe. Da geht es auch nicht darum, dass irgendein grausamer Gott ein Opfer braucht und deshalb sein Sohn auf brutale Weise sterben muss sondern darum, dass Liebe auf Dauer gewinnt.

Liebe ist stärker als der Tod.

Die Botschaft von Ostern ist, dass ein Mensch – egal, ob er der Sohn Gottes war oder nicht – sich nicht von der Idee, dass das Gute in der Welt siegen wird, hat abbringen lassen. Er war zutiefst davon überzeugt, dass Gott die Liebe ist, und dass diese Liebe am Schluss gewinnen wird. Er hat vom „Reich Gottes“ gesprochen und das auch gelebt: Liebe in all ihren Ausformungen: zum Nächsten, aber auch zu sich selbst, zu Freunden und Feinden, zu denen, die Gutes tun und zu denen, die darin versagen.

pencils-806604_1280Liebe ist stärker als die Angst.

Und dieser Mensch war bereit, alles für diese Überzeugung zu tun, sogar unter der Bedrohung seines Lebens. Er hat sich gefürchtet, er hat gehofft und gebetet, dass er sein Leben nicht dafür geben muss, dass es anders ausgeht als mit seinem Tod, aber er hat sich auch angesichts des Todes nicht von diesem Glauben an die Liebe, an das freundliche Miteinander, an das Gute in allen Menschen, abbringen lassen.

Und ist dafür sogar gestorben.

(Dass es dabei nicht geblieben ist, dass die Liebe sich letztendlich durchgesetzt hat und dass sie das immer wieder tut, ist die Botschaft von Ostern, und darüber möchte ich dann nächste Woche schreiben.)

Glaube an dich, glaube an deine Überzeugung,

sei bereit, dich dafür einzusetzen! Setz dich für die Liebe, für die Freundlichkeit, für ein gutes Miteinander ein – das sind die Werte, die es zu beschützen gilt. Und zwar nicht vor den „Anderen“, sondern vor uns selbst!

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24 Fragen über das Leben 2016: Wie soll ich leben? 24. Dezember: Feiern

24. Dezember 2016

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Fröhliche Weihnachten!

Genieße und feiere, liebe und sei dankbar.

Nach all den Gedanken, die wir uns hier gemacht haben, hoffe ich, dass du heuer diese Tage etwas bewusster und achtsamer verbringen kannst.

Ich bedanke mich für deine Begleitung durch den Advent und hoffe, du bleibst meinem Blog weiter treu.

Schöne Feiertage!

24 Fragen über das Leben 2016: Wie soll ich leben? 23. Dezember: Liebe

23. Dezember 2016

christmas-1824744_1280 Liebe, und dann tu, was du willst.

Liebe dich selbst.

Liebe deineN NächsteN.

Liebe deineN JetztigeN.

Warte nicht auf die anderen, fang selbst an.

Such nicht die richtige Frau / den richtigen Mann sondern sei selbst der richtige Mann / die richtige Frau.

Lieben ist ein Tun-Wort: sei von dir aus aktiv, sei ein liebevoller Mensch.

Liebe, und dann tu, was du willst.

24 Fragen über das Leben 2016: Wie soll ich leben? 22. Dezember: Verantwortung

22. Dezember 2016

team-386673_1280 Wir sind füreinander verantwortlich.

Was bedeutet das für dich? Viele Menschen beklagen, dass sie „nur für die anderen und nie für dich“ da sind. Ich frage mich immer, was das genau bedeutet, denn es geht von der (meiner Meinung nach irrigen) Annahme aus, dass im Zusammensein entweder die einen oder die anderen „gewonnen“ haben.

Gibt es „win-lose“ Situationen in wohlwollenden Beziehungen?

Ich glaube nicht. Ich weiß, dass wir immer entweder beide verlieren (in einem Streit, selbst wenn die eine Seite „gewonnen“ hat, sind doch beide verletzt) oder beide gewinnen (wir haben einen Weg gefunden, der uns weiter gebracht hat).

Das Glück der einen Seite ist auch das Glück der anderen!

Wir brauchen einander, als Aufgabe, zur Inspiration, zur Freude und zum Lernen. Wir sind für uns selbst verantwortlich, aber nicht nur! Wir sind gemeinsam auf der Welt, wir wollen alle dasselbe:

Gutes Leben. Für alle!

Das ist das Thema von Weihnachten, und nur darum hat dieses Fest eine Berechtigung: Friede den Menschen guten Willens!

24 Fragen über das Leben 2016: Wie soll ich leben? 21. Dezember: Achtsamkeit

21. Dezember 2016

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Lebe achtsam:

Nutze den Tag.

Nimm dir Zeit.

Denk nach.

Geh spazieren.

Meditiere.

Male ein Mandala.

Schau ins Feuer.

Mach langsam Liebe.

Sei dankbar.

Lebe.

Heute.

24 Fragen über das Leben 2016: Wie soll ich leben? 20. Dezember: Lebensende

20. Dezember 2016

hospice-1793998_1280Wir haben uns vor ein paar Tagen mit dem Sterben beschäftigt. Darauf komme ich nun, bei der Frage nach dem ethisch richtigen Verhalten, noch einmal zurück.

Wie stehst du zum Thema Sterbehilfe?

Viele Menschen möchten, wenn sie leiden, ihr Leben beenden. Es stellt sich die Frage, ob man das unterstützen und ihnen dabei helfen soll. In Österreich ist das zur Zeit verboten, hier wird eher darauf gesetzt, das Sterben schmerzfrei und würdevoll zu gestalten, #Hospizbewegung und #Palliativmedizin sind dafür zuständig. Aber einige Menschen fahren ins Ausland, wo aktive Sterbehilfe geleistet wird.

Was meinst du dazu?

Soll es (weiterhin) verboten sein? Wie möchtest du selbst / deine FreundInnen / deine Familie in einer Situation behandelt werden, in der dein Leben qualvoll wird? Hast du eine #PatientInnenverfügung gemacht (alle 5 Jahre erneuern!), damit du genau sagst, was du willst und was nicht? Was weißt du über Institutionen, die Sterbebegleitung anbieten?

Hast du dein Testament gemacht?

Denk darüber nach, und sprich mit jemandem darüber, damit deine Wünsche bekannt sind. Es mag ein seltsamer Zeitpunkt sein, so kurz vor Weihnachten, aber schieb es nicht ins nächste Jahr. Wenn du zu lange wartest kann es eines Tages zu spät sein.

24 Fragen über das Leben 2016: Wie soll ich leben? 19. Dezember: Lebensanfang.

19. Dezember 2016

belly-1434852_1280 Sexualität ist heute von der Notwendigkeit der Fortpflanzung weitgehend losgelöst. Aber dennoch kann – und soll – sie dazu führen, dass ein Kind entsteht.

Wie geht es dir, wenn du (oder deine Partnerin) schwanger wirst? 

Was denkst du, wann beginnt das menschliche Leben? Dazu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen: einige denken, dass von der Befruchtung an von Leben gesprochen werden kann, andere halten spätere Zeitpunkte für wahrscheinlicher. Nicht zuletzt hängt davon auch die Frage ab, ob und wie lange man eine Abtreibung vornehmen dürfen soll.

Was bedeutet das für dich?

Wie hast du dich in der Vergangenheit entschieden, wenn eine Schwangerschaft ungewollt entstanden ist? Oder wenn ein erwünschtes Kind nicht kommen wollte? Heute ist technisch viel möglich – wie stehst du dazu?

Wie gehst du mit diesem Wesen um, das noch nicht geboren ist?

Was bedeutet das für dein Leben, ein Kind zu bekommen?

Was, keines zu bekommen? Wie viel Spielraum lässt du dem Leben / dem Universum / Gott in dieser Frage?

Nimm dir heute Zeit für deine Kinder: die „echten“, die du (0der deine Partnerin) geboren hast; die, die vielleicht noch kommen werden; die, die schon von dir gegangen sind und alle anderen, die du nicht selbst geboren hast, aber die auch zu deinem Leben gehören. Du bist ein Leben lang für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast (heißt es im Kleinen Prinzen von Saint-Exupery.)

24 Fragen über das Leben 2016: Wohin gehe ich? 17. Dezember: Nichtsein.

17. Dezember 2016

hole-107603_1280Es geht nicht in unser Gehirn, dass wir einmal nicht mehr sein können, wir können uns das einfach nicht vorstellen.

Ich denke, also bin ich!

Descartes hat herausgefunden: das Einzige, wessen wir uns sicher sein können, ist, dass wir denken:  Wenn wir denken, sind wir, und wenn wir nicht mehr sind, können wir nicht denken.

Wenn ich bin, ist der Tod nicht, und wenn der Tod ist, bin ich nicht mehr.

Epikur, ein griechischer Philosoph, hat sich ebenfalls mit dieser Frage beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen ist, dass es sich nicht auszahlt, sich über den Tod aufzuregen, da man nie gleichzeitig mit ihm anwesend sein kann.

Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage.

Und dieses bekannte Zitat ist von Shakespeare. Nicht mehr zu sein ist so undenkbar, dass wir diesen Gedanken lieber mit Mythen über ein Leben nach dem Tod beschönigen, ihn durch den Gedanken über die Wiedergeburt verdrängen oder überhaupt nicht daran denken.

Eines Tages wird es sein: wir werden nicht mehr hier sein.

Ob es uns in einer anderen Form geben wird, wissen wir nicht.

Denk einen Augenblick über diese Wahrheit nach. Und dann wende dich wieder dem Leben zu, mit mehr Energie und Entschlossenheit! Lebe dein Leben!

24 Fragen über das Leben 2016: Wohin gehe ich? 16. Dezember: Leben vor dem Tod.

16. Dezember 2016

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Dass unser Leben einmal zu Ende geht, bringt uns dazu, den Moment zu schätzen: 

Jetzt ist wichtig. Heute ist mein Leben.

Das bedeutet, dass es wichtig ist, den Augenblick zu schätzen, Ziele zu haben und an ihnen zu arbeiten, Träume (ein Stück weit) wahr werden zu lassen. Wir haben (vermutlich) nur dieses eine Leben, das im Grunde ziemlich kurz ist: wir können viel mehr Dinge nicht machen als wir tatsächlich verwirklichen können. Das soll uns dazu bringen, die Zeit, die wir haben, nicht mit Dingen zu vergeuden, die uns im Letzten leer und unbefriedigt lassen.

Es geht also darum, darauf zu achten, was uns wichtig ist.

Was ist dir wichtig? Familie, FreundInnen, Erfolg, Geld, Anerkennung, Liebe, Gesundheit, Schönheit, ein großer Bekanntenkreis, Werke, die dein Leben überdauern, …

Es gibt hier kein richtig und falsch – es geht um deine Antwort!

Ich glaube an ein Leben vor dem Tod!

Denk heute darüber nach, wie du eines Tages, am Ende deines Lebens, auf dieses zurückschauen willst, damit du leicht gehen kannst. Hast du genug Zeit für die Dinge, die dir wichtig sind? Wenn ja, wunderbar! Wenn nicht – worauf wartest du? Morgen ist unsicher, heute ist das Leben!

24 Fragen über das Leben 2016: Wohin gehe ich? 14. Dezember: Tod.

14. Dezember 2016

clouds-808748_1280 Der Tod ist der Augenblick, in dem das Gehirn und die Organe zu arbeiten aufhören und die Seele sich vom Körper löst. Zu diesem Zeitpunkt schüttet der Körper Glückshormone aus: er macht uns das Sterben leicht! 

Tod macht keine Angst!

 Menschen, die dem Tod schon sehr nahe waren, erzählen von einer großen Ruhe. Viele berichten von dem berühmten Film des Lebens, der vor ihrem geistigen Auge abläuft, und von einem Licht, in das sie gehen wollen. Diese Menschen haben in der Folge keine Angst mehr vor dem Tod.

Freund oder Feind?

Menschen, die schon lange gelebt haben, freuen sich oft auf den Tod, da ist er nicht mehr ein Feind sondern wird als Freund willkommen geheißen. Das kann sein, weil sie Schmerzen oder Beschwerden haben oder auch, weil sie „schon genug“ erlebt haben. Meine Oma hatte diesen Zugang, sie hat gesagt, sie hat Krieg und Frieden erlebt, Kinder und Enkelkinder (auch Urenkel!), sie hat Hochzeiten und Todesfälle erlebt, Glück und Verzweiflung. Sie hatte das Gefühl, satt geworden zu sein und in Frieden gehen zu können.

Alles wird gut!

Früher hat man regelmäßig für eine gute Sterbestunde gebetet. Lass dich heute davon inspirieren – bereite dich in Gedanken auf diese Stunde vor, die deine letzte sein wird. Stell dir vor, ins Licht zu gehen und dabei das Leben, deinen Körper, diese Welt hinter dir zu lassen: alles wird gut!