Posts Tagged ‘Neubeginn’

Marilyn M.: Don´t bother to knock.

9. April 2018

painting-63083_640

Eine unerwartete Entwicklung gibt es in Marilyns Leben: John F.s Ehefrau hat die Affäre entdeckt und John F. wütend zur Rede gestellt. Er hat gestanden, schon seit einigen Jahren mit Marilyn eine Beziehung zu führen. Daraufhin hat ihn seine Frau hinausgeworfen mit den Worten: „Dann zieh halt zu ihr.“

„Und jetzt wohnt er auf einmal bei mir. Ich meine: er fährt oft ins Haus zu ihr, sie besprechen viel, aber am Abend kommt er dann heim zu mir.“

Und, wie ist das für Sie?

couple-67563_640„Ungewohnt eigentlich. Komisch. Ich habe oft davon geträumt, dass er nicht immer heimfahren muss, dass er einmal eine ganze Nacht bei mir ist und wir gemeinsam frühstücken können. Die ersten Tage war das auch fein, aber irgendwie ist es ziemlich ungewohnt und neu, für uns beide. Einmal haben wir sogar schon gestritten. Wir sind wie ein altes Ehepaar, nur sind wir das innerhalb von zwei Wochen geworden.“

Wie werden Sie denn jetzt weitermachen? Haben Sie darüber gesprochen?

„Nein, John F. muss wohl erst innerlich zur Ruhe kommen. Er ist sehr aufgebracht und weint auch viel, was mich, ehrlich gesagt, auch kränkt. Immer hat er gesagt, dass ihm seine Frau in Wirklichkeit gar nichts mehr bedeutet, und jetzt heult er sich die Augen aus, weil es vorbei ist!“

Das kann ich mir vorstellen. Weiß er, dass Sie das kränkt?

frogs-3107001_640„Nein, ich tröste ihn immer. Ist sicher viel, was er im Moment zu verdauen hat. Er ist gerade wie ein kleiner Bub, der mich dringend braucht. Sehr anhänglich, will immer in meiner Nähe sein, lässt mich keine Minute alleine, wenn er hier ist. Fast freue ich mich, wenn er arbeiten fährt. Aber das kann ich ihm natürlich nicht sagen. Das würde ihn vielleicht zusätzlich belasten.“

Wir besprechen noch eine Weile, was genau Marilyns Bedürfnisse sind, wie sie sich die Zukunft vorstellt und wie sie mit John F. besprechen kann, dass sie, auch wenn sie jetzt offiziell zusammen sind, immer noch ihren Freiraum braucht. Sie kommt drauf, dass sie weiterhin den Affären-Status wollen würde: mit einigen gemeinsamen Stunden, auch mal ein paar gemeinsamen Nächten, aber auch mit Zeit für sich selbst. Sie ist selbst erstaunt darüber, dass sie nicht begeistert davon ist, dass John F. jetzt immer bei ihr ist und es kostet sie einigen Mut, das vor sich selbst einzugestehen.

Werbeanzeigen

Raunächte 7: 31. Dezember: Räuchern und Orakeln.

31. Dezember 2016

Das Räuchern:incense-1765739_1280

Einer der wichtigsten Bräuche in den Raunächten ist das Räuchern. Die Wohnräume und die Stallungen wurden geräuchert. Damit wurde das alte Jahr verabschiedet und alles Schlechte, das sich im Laufe des Jahres angesammelt hatte, vertrieben. Gleichzeitig bat man um Segen für das neue Jahr, um Glück und um reiche Ernte. Auch die Vorstellung, Geister und Dämonen abzuwehren, veranlasste Menschen zum  Räuchern.

Früher wurde vor allem mit heimischen Kräutern geräuchert, mit Wacholder, Rosmarin, Salbei oder Thymian, aber auch mit Sandelholz, Fichte und Zeder. Am bekanntesten ist sicher Weihrauch und Myrrhe.

Zum Räuchern wird eine Schale, in die auf eine glühende Kohle der Räucherstoff Ihrer Wahl gegeben wird, durch die Räume getragen, dabei können Sie singen, um Segen bitten oder sich schweigend von allem Alten verabschieden. Anschließend wird kräftig gelüftet, damit das Alte hinaus und das Neue hereinkommen kann.

new-years-day-1838254_1280Orakel und Glücksbringer

Das beliebteste Orakel ist das Bleigießen, bei dem flüssiges Blei in kaltes Wasser gegossen wird. Aus der entstandenen Form wird auf das geschlossen, was im kommenden Jahr geschehen wird.  Einander mit kleinen Glücksbringern wie Schweinchen, Geldbeuteln oder Rauchfangkehrern Glück zu wünschen ist eine Möglichkeit, einander Verbundenheit zu zeigen.

Die Wilde Jagd – die Gesellschaft der Frau Percht – tobt in dieser Nacht laut durch die Gegend. Bekannt ist die Tradition, keine Wäsche hängen zu lassen, damit sie sich nicht in dieser verfangen. Die Legende sagt, dass die bösen Geister sonst ein Wäschestück mitnehmen und im kommende Jahr als Leichentuch verwenden werden – jemand aus diesem Haus würde sterben. Diese Geister mit viel Lärm zu vertreiben ist der Grund für die Feuerwerke, mit denen das neue Jahr begrüßt wird.

Es soll übrigens auch für Glück in der Liebe sorgen, in der Silvesternacht rote Unterwäsche zu tragen. Probieren Sie es, schaden wird es sicher nicht… 😉

Folgen Sie mir durch die Raunächtezeit – die Zeit „zwischen den Jahren“!

19. Dezember 2016

2-tiroler-schiach-perchten-und-1-schon-perchten-maske-20-jhdtDie Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ist immer schon eine Zeit, die anders ist:

Irgendwie scheint die Zeit still zu stehen.

Weihnachten ist vorbei, viele Menschen haben bis zum Dreikönigstag Urlaub. In diesen Tagen wird oft ausgeruht, gemeinsam (entspannter als am Heiligen Abend!) gefeiert, Rückblick auf das vergangen Jahr gehalten und das Neue Jahr lautstark empfangen.

Alte Tradition: die Perchtnächte.

In alten Traditionen ist es an diesen Tagen verboten, die „Räder“ zu drehen – die Spinnräder. Es ist die Zeit, in der inne gehalten wird, in der man zur Ruhe aufgefordert ist.

„Frau Percht“, eine Art Muttergöttin, zieht in der gesamten Zeit der Raunächte mit ihrer Gesellschaft, der „Wilden Jagd“, durch das Land, um die Menschen zu prüfen, zu belohnen, aber auch, um sie zu maßregeln. Sie ist so ein Symbol für Licht und Dunkel, für Leben und Tod, Belohnung und Strafe. 

Ich begleite Sie mit täglichen Einträgen durch diese besondere Zeit und freue mich, wenn Sie diese Tage heuer besonders bewusst genießen.

Die Raunächte beginnen (mit regionalen Abweichungen) zu Weihnachten und enden mit der „Perath-Nacht“ am 5. Jänner. Es sind so 12 Nächte und 11 Tage, die zu dieser besonderen Zeit gehören. 

person-731467_1280
Ich werde am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnwende, mit einer Art „Vorübung“ beginnen, da ich diese Nacht gerne einschließen möchte. Richtig starten werde ich am 25. Dezember, und quasi als „Nachspiel“ noch ein Mail am 6. Jänner nachlegen.
Ich hoffe, Sie haben dadurch die Gelegenheit, sich bewusst mit dem Abschied des alten und dem Beginn des neuen Jahres zu beschäftigen.