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Raunächte 3: 27. Dezember: Über die Raunächte.

27. Dezember 2016

full-moon-1809630_1280Woher kommen die Raunächte?

Entstanden ist diese Tradition und ihr Brauchtum vor langer Zeit, wahrscheinlich aus der Beobachtung des Jahreskreises. Denn die Erde bewegt sich in 365 Tagen um die Sonne, der Mondumlauf um die Erde dauert aber nur 354 Tage – das bedeutet, es bleiben genau 11 Tage und 12 Nächte, um diesen Unterschied auszugleichen.

Vorchristliche Bräuche wurden übernommen.

Viele Bräuche aus dieser Zeit gelten als heidnisch und wurden von der Kirche als Riten übernommen, die den Menschen hilft, die Zeit gut zu gestalten. Die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember wurde als „Mutternacht“ bezeichnet, die in vorchristlicher Zeit der Muttergöttin Percht, und damit dem Kampf zwischen Licht und Dunkel geweiht war. Nicht von ungefähr wird an diesem Tag seit dem Einzug des Christentums Weihnachten gefeiert, in dem diese Symbolik aufgegriffen wird: Christus, das Licht der Welt.

Ruhepause für alle!

Aber egal, woher dieser Brauch kommt und wie alt er ist: jeder Mensch soll in dieser Zeit die Möglichkeit haben, zur Ruhe zu kommen und sich neu auszurichten, das Vergangene abzuschließen, damit er das Neue gut beginnen kann. Daher kommt wohl auch der Brauch, in dieser Zeit nur die nötigsten Arbeiten zu verrichten. 

Auch die Natur kommt in dieser Zeit zur Ruhe, sie sammelt Kraft, um sich auf das Frühjahr vorzubereiten: auch wenn es so aussieht, als ob alles still stünde, sind diese Zeiten die wichtigsten, da hier „im Untergrund“ das meiste passiert.

Raunächte 2: 26. Dezember. Wünsche und Geschenke

26. Dezember 2016

gifts-570821_1280Der große Weihnachtstrubel ist vorbei, heute werden die empfangenen Geschenke freudig (oder auch weniger erfreut) angeschaut:

Was haben Sie bekommen?

Haben Sie sich das gewünscht? Ist es so, wie Sie es sich vorgestellt haben, freuen Sie sich darüber?

Was haben Sie nicht bekommen, obwohl Sie sich darüber gefreut hätten?

Was machen Sie mit den nicht so passenden Geschenken? Oft wird entschieden, sie in den nächsten Tagen umzutauschen oder zurückzugeben.

Für die gelungenen Geschenke bedanken Sie sich am Besten, indem Sie sie verwenden: 
Beschäftigen Sie sich heute bewusst mit Ihren Weihnachtsgeschenken: spielen Sie dieses Spiel, lesen Sie dieses Buch, kosten Sie die Pralinen, tragen Sie Ihren neuen Schmuck! Wann, wenn nicht heute?

Wenn Sie nicht bekommen haben, was Sie sich gewünscht haben – womit hängt das zusammen? Haben Sie es nicht gut kommuniziert? In den Raunächten ist vieles möglich: auch, sich zu überlegen, wie man das in Zukunft besser machen könnte und Schritte in diese Richtung zu setzen.

Für den Rest der Welt: 
Abgesehen von Ihren persönlichen Geschenken – machen Sie sich Gedanken über Ihre Herzenswünsche für sich, für Ihre Lieben, für die Welt. Friede den Menschen auf der ganzen Erde, ein Ende des Hungers und des Elends, gleiche Rechte für alle, eine gesunde Umwelt für unsere Kinder, Gerechtigkeit und Gesundheit. 

Raunächte: Wintersonnwende

21. Dezember 2016

hole-107603_1280In diesen Tagen scheint die Sonne still zu stehen: sie ändert ihre Höhe im Zenit für drei Tage nicht. Nach dieser dunkelsten Zeit im Jahr werden die Tage wieder länger –

das Licht kommt zurück.

In vielen Kulturen feiert man diesen Wendepunkt des Jahreskreises, in der die Dunkelheit besiegt wird und man mit unterschiedlichen Methoden dem Licht zum Sieg helfen will.

Innehalten:

So wie man eine Maschine nur reparieren kann, wenn sie still steht, ist das auch mit uns: wir können mit uns selbst am Besten ins Reine kommen, wenn wir innehalten. Deshalb lade ich Sie heute ein, einen Moment in der Dunkelheit zu verweilen und zu beobachten, wie es Ihnen damit geht. Dann zünden Sie ein Licht an und freuen Sie sich über die Helligkeit. 

Wo haben Sie das schon so erlebt:

dass Sie vom Dunkel, vom Leid, von der Trauer ins Helle, in die Freude, in die Liebe gekommen sind?

 Thomasorakel:

Am heutigen  Tag kann auch Zeit sein für das beliebte „Thomasorakel“: Die Mädchen schälen Äpfel in möglichst langen Schlangen. Diese werden dann über den Rücken auf den Boden geworfen. Der Buchstabe, den die Schale bildet, ist der Anfangsbuchstabe des zukünftigen Liebsten.

Folgen Sie mir durch die Raunächtezeit – die Zeit „zwischen den Jahren“!

19. Dezember 2016

2-tiroler-schiach-perchten-und-1-schon-perchten-maske-20-jhdtDie Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ist immer schon eine Zeit, die anders ist:

Irgendwie scheint die Zeit still zu stehen.

Weihnachten ist vorbei, viele Menschen haben bis zum Dreikönigstag Urlaub. In diesen Tagen wird oft ausgeruht, gemeinsam (entspannter als am Heiligen Abend!) gefeiert, Rückblick auf das vergangen Jahr gehalten und das Neue Jahr lautstark empfangen.

Alte Tradition: die Perchtnächte.

In alten Traditionen ist es an diesen Tagen verboten, die „Räder“ zu drehen – die Spinnräder. Es ist die Zeit, in der inne gehalten wird, in der man zur Ruhe aufgefordert ist.

„Frau Percht“, eine Art Muttergöttin, zieht in der gesamten Zeit der Raunächte mit ihrer Gesellschaft, der „Wilden Jagd“, durch das Land, um die Menschen zu prüfen, zu belohnen, aber auch, um sie zu maßregeln. Sie ist so ein Symbol für Licht und Dunkel, für Leben und Tod, Belohnung und Strafe. 

Ich begleite Sie mit täglichen Einträgen durch diese besondere Zeit und freue mich, wenn Sie diese Tage heuer besonders bewusst genießen.

Die Raunächte beginnen (mit regionalen Abweichungen) zu Weihnachten und enden mit der „Perath-Nacht“ am 5. Jänner. Es sind so 12 Nächte und 11 Tage, die zu dieser besonderen Zeit gehören. 

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Ich werde am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnwende, mit einer Art „Vorübung“ beginnen, da ich diese Nacht gerne einschließen möchte. Richtig starten werde ich am 25. Dezember, und quasi als „Nachspiel“ noch ein Mail am 6. Jänner nachlegen.
Ich hoffe, Sie haben dadurch die Gelegenheit, sich bewusst mit dem Abschied des alten und dem Beginn des neuen Jahres zu beschäftigen.