Posts Tagged ‘Selbstfürsorge’

Jean P.: Das Leben ist gut, und es ist gut, am Leben zu sein!

23. April 2018

dog-3295836_640

Jean P hat, nach seinem Autounfall, der ja so glimpflich verlaufen ist, tatsächlich viel verändert. Er ist aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen und lebt nun in einer ganz anderen Gegend: nicht mehr in der Stadt sondern am Land. Und er hat sich einen kleinen Hund zugelegt, was ihn dazu bringt, viel spazieren zu gehen.

nature-3294681_640„Jetzt, im Frühling, ist es so schön draußen: überall blüht es, die Vögel zwitschern und die Wärme lockt auch die Menschen aus den Häusern. Sie schauen alle neugierig, wer der neue Mann im Dorf ist, aber das ist in Ordnung. So soll es wohl sein. Und der Hund bringt uns dann leicht ins Gespräch. Die Menschen sind nett.“

Das aus Ihrem Mund zu hören, gefällt mir sehr gut. Es freut mich, dass Sie das sagen, und auch so fühlen.

„Ich habe wirklich das Gefühl, dass das Leben gut ist, und dass es gut ist, am Leben zu sein. Es ist ein neuer Aufbruch, den ich sehr genieße. Wenn ich daran denke, wie verzweifelt ich noch um Weihnachten herum war, wie sehr mir das Leben gegen den Strich gegangen ist! Und jetzt: ich feiere das Leben jeden Tag. Aber ich bin natürlich nicht dumm: ich weiß auch, dass sich dieses Gefühl wieder ändern kann. Ich habe das schon zu oft erlebt.“

Ich habe von einem Mann gehört, der hatte eine schwere Krankheit, die ihn mehrere Wochen jährlich ans Bett gefesselt hat. Damit ihm diese Zeit nicht zu lang vorgekommen ist, hat er sich in den guten Monaten immer Bücher ausgesucht, die er sich ans Bett gelegt hat für den Fall seiner nächsten Krankheit. Damit es ihn nicht völlig überrascht hat sondern er schon vorbereitet war.

bear-3214226_640„Das klingt so, als ob sich der Mann mit seiner Krankheit abgefunden hätte. Ist das wirklich gut so? Soll man nicht dagegen ankämpfen, so gut es geht?“

Ja, ich finde, man soll kämpfen, so gut es geht. Aber wenn nichts mehr geht, dann ist es auch gut, sich in sein Schicksal einzufinden. Und die Tatsache, dass er sich Bücher ans Bett gelegt hat, heißt ja nicht, dass er nicht mehr gekämpft hat sondern dass er gut für sich gesorgt hat, falls es wiederkommt. Und bei ihm war es eine körperliche Erkrankung, die chronisch war: es war klar, dass sie wiederkommen würde.

Jean P überlegt, was das für ihn konkret bedeuten könnte, aber im Moment ist er so guter Laune, dass ihm schon alleine die Idee, sich auf eine weitere Depression einzustellen oder vorzubereiten, zu weit weg erscheint, und deshalb lassen wir diesen Plan und freuen uns, dass es ihm so gut geht.

Advertisements

Maria Theresia: Rückblick auf die Jugendjahre

19. Februar 2018

M.Th.jung

Maria Theresia hat den Job bekommen, den sie sich gewünscht hat. Schon seit Mitte Januar arbeitet sie in der neuen Stelle, und sie hat viel Freude damit. Schwierig wird es für sie nur, wenn sie (wieder) Aufträge bearbeiten muss, die ähnlich sind wie die, wegen denen sie die alte Arbeit aufgegeben hat.

„Ich fühle mich dann extrem unwohl und überlege, was ich falsch mache, dass ich in solche Situationen komme. Ich verstehe, dass ich mir nicht immer aussuchen kann, was ich mache, aber bei solchen Aufträgen bekomme ich beinahe Panikanfälle.“

Was genau ist das Beklemmende daran?grid-479620_640

„Ich habe den Eindruck, dass ich genauso feststecke wie früher. Da fühle ich mich wieder in eine Rolle gepresst, die ich nicht erfüllen mag, die mich einengt und zu etwas zwingt, das mir nicht liegt. Ich fühle mich wie Anfang 20, da war das besonders schlimm.“

Und was ist der Unterschied zu Anfang 20? Außer, dass beinahe 20 Jahre inzwischen vergangen sind?

„Na, viel. Aber in diesen Situationen vergesse ich das und fühle mich genauso wie früher: klein, dumm, abhängig, ausgeliefert an ein System, das mich zwingt.“

Ja. Damals waren Sie sehr jung, sehr unsicher. Wussten noch nicht, dass Sie eines Tages dort sein werden, wo Sie jetzt sind: in einer führenden Position, zufrieden sowohl im beruflichen wie im privaten Leben. Das Problem ist, dass sich Dinge, die wir nicht gut verarbeitet haben, wie in einen Kokon einigeln und dann bei Situationen, die ähnlich sind, wieder heraus“springen“ und wir den Eindruck haben, es ist keine Zeit vergangen und wir sind wieder in derselben Lage wie damals.

„Genau so fühlt es sich an: als ob ich klein und dumm wäre. Und später, wenn es vorbei ist, wundere ich mich darüber, wie ich so unreif reagieren konnte. Ich ärgere mich dann darüber, dass ich mich nicht an meine Fähigkeiten erinnert habe.“

teddy-1113160_640Wie wäre es, wenn Sie sich einmal der jungen Frau  die Sie damals waren, innerlich zuwenden und ihr zeigen, wer Sie inzwischen sind. Die weiß ja gar nicht in ihrem Kokon, dass wir schon das Jahr 2018 schreiben. Die denkt immer noch, wie sind irgendwo in den 1990er Jahren und die Situation wird sich nie ändern. Erzählen Sie sich selbst, dass es gut ausgegangen ist, dass Sie erfolgreich sind, dass Sie einen lieben Mann, zwei Kinder und ein eigenes Haus haben und in vielen Bereichen total selbständig entscheiden können.

„Klingt irgendwie komisch, aber Sie haben Recht: diese 20-Jährige weiß das wohl nicht. Aber mit mir selbst reden – ist das nicht schizophren?“

Nein, wenn man mit sich selbst freundlich ist, ist das nicht schizophren sondern ausgesprochen gesund. Und wenn Sie nicht laut und in der Öffentlichkeit mit sich selbst reden, werden Sie auch nicht im Krankenhaus landen. :)))

Maria Theresia ist von der Idee angetan und verspricht, es auszuprobieren. Es ist wichtig, dass unsere jüngeren Anteile, die Angst erlebt haben und sich deshalb so oft als möglich irgendwo in unserem Inneren verstecken (und bei den unpassendsten Gelegenheiten zu Tage kommen) erfahren, dass unser Leben weitergegangen ist und dass wir jetzt in der Lage sind, selbst zu entscheiden, wie wir reagieren mögen. Ich bin gespannt, wie gut es Maria Theresia gelingen wird, diesen Anteil in sich zu beruhigen und welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird. 

 

Marilyn: Manche mögen´s nicht einsam.

18. September 2017

woman-466130_1280Marilyn kommt in die Sitzung, es ist die vierte, die Stunde beginnt daher etwas schleppend – auch Therapie zu machen will gelernt sein.  Aber nach einigen Minuten finden wir ein Thema, über das sie sprechen möchte: die Beziehung mit John F.K. Ich lade sie ein, einfach einmal damit anzufangen, was der aktuelle Stand ist.

„Am Freitag habe ich John F.K wieder einmal getroffen, das erste Mal seit einigen Wochen. Er war sehr hungrig auf mich, der Sex war daher echt großartig. Aber dann wollte ich noch mit ihm zusammen etwas trinken – dafür war dann wieder keine Zeit. Er wollte bald wieder weg, und so war es dann auch.“

„Wie war das für Sie?“


„Naja, es war irgendwie „business as usual“. Er ist dann immer sehr schnell wieder weg. Ich verstehe das ja auch, er hat viel zu tun, sein Beruf ist sehr stressig. Er hat unheimlich viel zu tun. Nächste Woche ist er schon wieder ein paar Tage irgendwo im Mittleren Osten, einen Vertrag abschließen.“

„Ja, aber wie war das für Sie?mural-1331783_1280

„Ich bin es gewöhnt. Und dann muss er ja auch gut aufpassen, dass Jackie, seine Frau, nichts mitbekommt. Die ist sehr eifersüchtig. Schrecklich. Alles kontrolliert sie. Ich würde nie einen Mann so sehr in die Zange nehmen wie sie.“

„Marilyn, ich frage gerne noch einmal: wie ist es Ihnen damit gegangen?


(Sie wird nachdenklich, schaut eine Weile in ihren Schoß und seufzt dann.) „Ich habe mich leer gefühlt, wie so oft. Ich habe ihm dann etwa 10 Nachrichten geschickt, die ersten drei hat er noch gelesen und geantwortet, dass er in einer Besprechung ist. Die restlichen hat er nicht mehr einmal mehr angeschaut. Ich bin die ganze Nacht wach gelegen und habe gehofft, er liest sie doch und antwortet, aber das hat er dann erst am Montag gemacht. Am Montag – drei Tage später! Aber ich weiß schon: oberste Regel: das Wochenende gehört der Familie. So ist das, wenn man die Nebenfrau ist.“

„Klingt bitter.“

„Ist es auch. Gerade am Wochenende bin ich dann oft einsam. Unter der Woche telefonieren wir manchmal, schreiben uns, aber Samstag, Sonntag – Funkstille. Ich hab zum Glück an beiden Tagen gearbeitet, da war ich wenigstens abgelenkt. Aber die Abende sind manchmal echt lang. Ich bin dann mit einer Freundin fort gegangen, aber die ist gerade frisch verliebt und erzählt mir ständig, wie gut es ihr geht, wie toll und superlieb ihr neuer Lover ist – das halte ich nicht so gut aus.“

„Ich bin froh, dass es Ihnen gelungen ist, die Frage nach sich selbst doch zu beantworten. Das scheint Ihnen schwer zu fallen: ich musste drei Mal nachfragen, bis sie über sich selbst gesprochen haben. Die erste Antwort war über John F.K, dann über Jackie, und erst beim dritten Mal habe Sie über Sie selbst gesprochen. Ist Ihnen das aufgefallen?“

Vorragn„Nein, aber Sie haben Recht: ich komme immer am Schluss in dieser Geschichte. Immer kommen erst die beiden und ihre ach so tolle Ehe, die auf keinen Fall scheitern darf wegen der Kinder. Und dann, wenn noch Zeit ist, kommt er zu mir.“

„Ja, sicher, das ist schwer, wenn man die „Affäre“ ist. Aber jetzt gerade war es nicht er, der Sie nicht beachtet hat, sondern Sie selbst. Kennen Sie das sonst auch in Ihrem Leben, dass Sie sich nicht wichtig genug nehmen, dass Sie sich sogar manchmal selbst vergessen?“

Marilyn nickt und wir reden eine Weile darüber, wie es ihr besser gelingen kann, sich selbst mit ihren Gefühlen wahr zu nehmen. Wir überlegen, wie sie sich immer wieder daran erinnern kann und sie nimmt sich vor, sich in der nächsten Zeit irgendwie zu belohnen, wenn es ihr gelingt, ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen. Dann vereinbaren  wir einen neuen Termin und verabschieden uns von einander.

In der nächsten Folge „Manche mögen´s heiß“  in ein paar Wochen werden wir erfahren,   wie gut es Marilyn gelungen ist, sich wichtiger zu nehmen und welches Belohnungssystem sie sich ausgedacht hat. Halten wir ihr die Daumen, dass sie es immer wieder schafft!

 

Genießen – Kastanien und Sturm

17. Oktober 2016

Wie viele Genussmomente hast du in den letzten Tagen erlebt? Wie viel von den doch vorhandenen sonnigen Herbsttagen hast du bewusst genossen? Hast die kühle Luft geatmet, die tiefstehenden Sonnenstrahlen gespürt, die direkt das Herz wärmen, hast dich draußen ein bisschen bewegt? Hast vielleicht Maroni gegessen, deine Finger an ihnen gewärmt, dazu Saft, Mineralwasser oder Sturm getrunken? Bist am Feuer gestanden und hast verträumt in die Glut geschaut?

Kannst du wirklich genießen?

Darfst du genießen, auch, wenn es anderen Menschen auf dieser Welt nicht so gut geht wie dir oder wenn sie viel Leid erfahren? Fühlst du dich wohl, wenn es dir gut geht? Ich weiß, das klingt nach einer sonderbaren Frage, aber sie ist erstaunlich oft angebracht. 

Darf es dir gut gehen?

Manche Menschen haben ein komisches Gefühl, wenn ihnen nichts fehlt, wenn sie zum Leben sagen könnten: „Es ist gerade gut“. Als ob sie damit etwas Schlechtes heraufbeschwören würden, als ob sie damit den „bösen Blick“ auf sich ziehen könnten, als ob es dann schwerer wäre, das Unangenehme, das sicher wieder einmal kommen wird, auszuhalten.

Glaubst du, es würde jemandem nutzen, wenn du auf Lebensgenuss verzichtest?

Manche von uns haben eine (verkorkste und falsch verstandene) christliche, oder eher pseudo-christliche Erziehung gehabt, in der Genuss entweder eine Sünde war oder dick gemacht hat. („Am Anfang hat es mir der Pfarrer verboten, jetzt verbietet es mir der Doktor!“).

Schade. Denn Lebensfreude kann niemals eine Sünde oder Verbot sein, weder ist es unmoralisch noch ungesund. Es kommt auf das Maß an, aber Gutes wird ja bekanntlich nicht besser, wenn wir mehr davon nehmen.

Gönn dir Genuss, freu dich an den guten Dingen des Lebens!

Das Leben bietet sich dir in seiner Fülle dar, achte gut darauf, verschwende nichts, schade niemandem, aber sei auch nicht unnötig bescheiden.

Mein Körper, wie geht es dir?

26. September 2016

man-845847_1280Körper,  Geist und Seele: untrennbare „Dreifaltigkeit“ der Menschen.

Wir können niemals einen dieser Bereiche nutzen ohne dass die anderen beiden reagieren: Alles, was wir denken, hat Auswirkungen auf die Seele und den Körper. Jede Bewegung, die wir machen, verändert unsere Gefühle und Gedanken. Alle Stimmungen beeinflussen unseren Körper.

Probieren Sie es aus:

Ziehen Sie die Mundwinkel nach oben und erleben Sie, wie sich das anfühlt. Oder gehen Sie gebückt und schlürfend, spüren Sie dabei Ihre Emotionen und beobachten Sie, welche Gedanken Sie haben. Ein anderes Experiment ist es, mit den Gedanken und ihren Auswirkungen zu beginnen: denken Sie an etwas Trauriges / Lustiges / Aufregendes und achten Sie auf eine Veränderung Ihre Haltung.

Der Körper drückt aus, was die Seele sagen will.

Dass es uns gut geht, zeigt sich das an unserem Körper: Wir lächeln, sind fröhlich, haben eine gute Haltung. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn es uns körperlich nicht gut geht, kann es leicht sein, dass die Seele sich zu Wort meldet.  

Psychosomatik – was ist das?

Häufig wird das Wort „psychosomatisch“ als „ich bilde mir das nur ein“ oder „ich hab nichts“ verstanden, aber das ist eine falsche Interpretation (auch wenn so manche ÄrztInnen das nicht so geschickt vermitteln können). Psychosomatisch bedeutet, dass die Seele einen Weg gefunden hat, ihre Unzufriedenheit auszudrücken.

Hören Sie Ihrer Seele zu, nehmen Sie sich ernst!

wound-661999_1280Ignorieren Sie diese Signale nicht, schlucken Sie nicht einfach ein paar Pillen oder kleben „ein Pflaster“ drüber, sondern fragen Sie sich, ob in Ihrem Leben alles in Ordnung ist, ob Sie genug Zeit zum Entspannen haben, ob Sie Entscheidungen vor sich her schieben, ob eine Veränderung in einem Bereich notwendig wäre. Fragen Sie sich, ob Sie zufrieden mit Ihrem Leben sind, oder einfach ausgedrückt: 

Wie geht es mir eigentlich?

Enge, Druck, Angstzustände, Herzrasen, Atemnot, Todesangst – das muss nicht sein. Lassen Sie sich helfen, einen guten Umgang mit sich zu finden, dann regeln sich diese Symptome meist von selbst wieder. Reden Sie mit mir darüber (aber verzichten Sie nicht auf den Besuch bei der ÄrztIn!), kommen Sie auf ein Erstgespräch zu mir. Machen Sie sich Luft, Sie brauchen die zum Leben!

„Leidige Pflichten“

19. September 2016

launderette-1453315_1280

Wie viel Zeit am Tag verbringst du mit den so genannten „leidigen Pflichten“ die getan werden müssen, wie etwa Autofahren, Warten, Aufräumen, Einkaufen, Saubermachen etc.?

Wie gern macht du diese Tätigkeiten und wie bewusst, achtsam und freudvoll bist du bei diesen Dingen?

Eine Stunde Meditation ist nicht wertvoller als eine Stunde Hausarbeit!

Das erscheint uns immer erstaunlich, denn es scheint wichtige und unwichtige Dinge zu geben, wertvollere Beschäftigungen und weniger wertvolle. Aber es ist nicht so, dass die eine Arbeit, die eine Handlung an sich wertvoller wäre als eine andere. Sie kann besser bezahlt sein, mehr Belastung darstellen, aber keine Stunde deines Lebens ist weniger wert als eine andere.

market-182158_1280

Schritt – Atemzug – Besenstrich

In „Momo“, einem Buch von Michael Ende, erzählt er von Beppo Strassenkehrer: Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter: Schritt – Atemzug -Besenstrich.

Du bist genau da, wo du sein sollst!

So wird jede Aufgabe wertvoll, jeder Besenstrich bekommt eine Bedeutung, denn es ist genau das, was du gerade jetzt machst und machen sollst. Achtsamkeit bedeutet, genau hier zu sein, genau das zu machen, was man gerade macht: einen Schritt, einen Atemzug, einen Besenstrich. Nichts ist wertvoller als der momentane Augenblick, nichts ist wichtiger als Heute.

 

 

 

Time to say goodbye…

5. September 2016

farewell-961598_1280Welche geliebte Person deiner Vergangenheit vermisst du heute noch immer? Was war an dieser Person das Besondere? Was hat er oder sie dir gegeben? Was habt ihr miteinander erlebt, warum war dir dieser Mensch so wichtig?

Könntest du dir heute selbst das schenken, was du von ihr oder ihm bekommen hast?

Das ist sicher nicht ganz so befriedigend wie es von jemand anderem zu bekommen, aber es macht dich unabhängig. Heute bist du erwachsen und in der Lage, für dich selbst zu sorgen. Das ersetzt nicht diesen geliebten Menschen, aber es zeigt, dass das, was er/sie dir beigebracht hat, nicht umsonst war!

Du gibst diesem Menschen die Ehre, wenn du dich jetzt genauso behandelst wie er es gemacht hat.

Egal, ob diese Person nicht mehr in deinem Leben ist, weil sie gestorben ist oder sich eure Wege sonstwie getrennt haben – Lass diese Person jetzt innerlich frei, segne ihren Weg und danke ihr für das, was sie dir geschenkt hat.

Das Leben verweilt nicht, es geht immer weiter.

 

Selbstlob

22. August 2016

font-533232_1280Eigenlob stinkt – hast du das auch so gelernt? Wieso eigentlich? Und vor allem: gilt das für jede Art von Selbstlob?

Für was an dir und in deinem Leben kannst du dich aus ganzem Herzen loben? Was ist dir wirklich gut gelungen? Auch hier wieder: es müssen keine großartigen Dinge sein, die sonst niemand zustande bringt. Wenn es dir gelungen ist, ist es gelungen. Egal, ob andere Menschen das oder ähnliches auch geschafft haben.

Lob verdient nicht nur das Außergewöhnliche.

Wir schaffen so viel im Laufe eines Tages: wir stehen auf, ziehen uns (und manchmal auch andere) an, erledigen die Dinge, die zu  tun sind, versorgen uns (und andere), behalten die meisten Sachen im Kopf, bringen Projekte zu Ende, legen uns am Abend wieder hin (und andere).

wanderer-455338_1280Das Gewöhnliche ist das, was zählt.

Es ist nichts peinlich oder verkehrt daran, auch mal sich selbst zu loben für all das, was einem so im Laufe der Zeit alles gelingt: vom Frühstück bis zum Großprojekt, von den kleinen Dingen zu den wichtigen Erledigungen. Alles setzt sich aus kleinen Schritten zusammen, und jeden davon hast du gemacht. Eine Reise von 1000 Meilen setzt sich aus zig-tausend kleinen Schritten zusammen.

Wie oft lobst du dich selbst ganz bewusst und aus vollem Herzen?

Du hast es verdient, Anerkennung und Lob zu bekommen. Das Eigenlob, das stinkt, ist das, das zu oft und zu Unrecht gemacht wird. Wo jemand um Anerkennung heischt, weil er/sie sich selbst nicht genug gelobt hat und das jetzt von außen braucht. So willst du nicht sein – also: lobe dich selbst. Vor dem Spiegel, schreib dir einen Brief! Lass dir von deinen FreundInnen dabei helfen, falls dir nicht genug einfällt. Die sind oft weniger kritisch als du selbst.

Wie wäre es mit einer „Lobpreis der/des …. (NN)?

Wenn Ihnen das schwer fällt oder wenn Sie gerne mit mir über ein anderes Thema sprechen wollen, tun Sie das! Machen Sie einen Termin mit mir aus, entweder über Telefon oder gleich direkt online! Ich freue mich darüber, wenn ich mit Ihnen reden darf.

Bist du … „in Ordnung“?

1. August 2016

ropes-341976_1280

Ordnung hat eine doppelte Bedeutung:

Du hast dein Leben in Ordnung

Du bist in Ordnung, also gut so, wie du bist.

Ist es so, ist dein Leben und bist du in Ordnung?

 

Mein Vorschlag: nutze die Sommerzeit, um Ordnung zu schaffen:

Beginne vielleicht äußerlich:

In deinem Keller, in deinen Kästen und Abstellräumen. Auf deinem Schreibtisch, deinen Ordnern, deinen Fotos. Der „Ramschlade“ in der Küche. Der Ecke des Kleiderschrankes, wo die Sachen sind, die du nicht mehr anziehst (oder erst, wenn du wieder hineinpasst ;)! ). Den Spielsachen, die nicht mehr aktuell sind. Du weißt, wo.

read-369040_1280Und dann auch innerlich:

In deinen Gedanken, in deinen Gefühlen, in deinen Beziehungen. In deinen Tagesablauf, in deine Organisation, in deine Gesundheit, in deine Finanzen. Sprich über Dinge, die gesagt werden sollen. Schreib einen Brief, den du schon lange schreiben wolltest. Lasse eine Beziehung aufleben, die eingeschlafen ist.

Nimm dir Zeit!

Schreib Tagebuch, wenn dir das hilft, lies ein Buch, nimm dir Zeit für dich und deine Gedanken. Du führst mit dir eine Beziehung, die wichtigste in deinem Leben – gib ihr die Bedeutung, die ihr zusteht!

Vielleicht wollen Sie mit mir darüber sprechen, wenn es Ihnen schwer fällt, gewisse Dinge anzugehen. Manchmal ist es hilfreich, mit jemand Außenstehenden / Professionellen über Belange zu sprechen, in denen man sich verstrickt hat. Ich bin gerne bereit, mit Ihnen zu sprechen. Machen Sie sich einen Termin für ein Gespräch aus, entweder über das Telefon oder online, gleich direkt mit meinem Kalender.

Du bist … liebenswert (?)!

26. Juli 2016

screw-106359_1280

Egal, was du machst, auch wenn es nicht unbedingt immer zielführend oder gewinnbringend oder gar besonders intelligent ist – du bist liebenswert!

Was macht denn einen Menschen liebenswert? Etwa seine großen und tollen Eigenschaften und Fähigkeiten? Das alles ist gut, aber es macht Menschen bewundernswert.

Die kleinen Unvollkommenheiten sind es, die Menschen „menschlich“ machen – und das macht sie liebenswert!

Wo bewunderst du dich, wo liebst du dich?

Was findest du an dir bewunderswert und was liebenswert? Was macht dich aus? Wer bist du? Welche Eigenschaften, Verhaltensweisen, Vorlieben hast du?

Was ist mit deinen Schwächen, deinen (kleinen) Unvollkommenheiten, den Dingen, womit du dich plagen musst?

Nutze die Sommerzeit, um dich mit dir liebevoll auseinander zu setzen!

Schau auf das, was du gut kannst, worauf du stolz bist, wo du Fähigkeiten und Fertigkeiten hast, über die du dich freust. Das müssen keine außergewöhnlichen Dinge sein, ich freue mich, wenn ich die Wäsche gewaschen habe und sie gut riecht, wenn ich eine Runde geschwommen bin oder wenn ich eine Arbeit fertig bekommen habe.

Und schau auf das, was deine „Schattenseiten“ sind: wo du deine Stärke vergessen, deine Schönheit verleugnet und deine Fähigkeiten versteckt hast. Mach dir bewusst, dass alles zu dir gehört: Licht und Schatten!

Wenn Sie über das oder ähnliches mit mir reden möchten, dann bitte rufen Sie mich an oder machen Sie online einen Termin mit mir aus. Ich freue mich darauf, mit Ihnen zu sprechen und Ihnen – so gut ich kann – zu helfen!