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Ein gutes Jahr: Einheit 2021

1. März 2021

Der März beginnt heute, schon wieder sind zwei (hoffentlich) gute Monate des Jahres vorbei. In den letzten Tagen war es frühlingshaft warm, viele von uns kennen bereits Menschen, die schon geimpft sind – das Jahr nimmt seinen guten Lauf.

Wir sind alle etwas freundlicher gestimmt, wenn der Frühling wieder kommt, wenn es wärmer wird und die Sonne wieder mehr scheint. Daher möchte ich heute von Einheit sprechen und mit Ihnen gemeinsam darüber nachdenken, was das heuer für uns bedeuten kann.

Einheit bedeutet nicht, dass alle gleich sind, dass alle dasselbe wollen oder brauchen, im Gegenteil das wäre im Grunde sogar unfair. Das können wir leicht begreifen, wenn wir uns vorstellen, dass wir alle heute gratis zB eine Kugel Vanilleeis bekommen würden. Für die einen wäre das ein großer Genuss, für andere aber nicht, sei es, weil sie keine Vanille mögen, sei es, weil sie kein Eis mögen, sei es, weil sie aus gesundheitlichen Gründen keines essen dürfen oder sei es, dass sie in der Fastenzeit keine Süßigkeiten essen.

Das zeigt, dass es nicht ein Zeichen von Einheit wäre, sondern im Gegenteil, die Ungleichheit nur deutlicher machen würde. Es muss also etwas anderes sein, das Einheit bedeutet.

Einheit wäre schon eher, wenn sich in unserem Gedankenexperiment alle etwas aussuchen dürften, was gleich viel kostet, also sagen wir: 10 Euro. Aber stimmt das? Ist denn 10 Euro für alle gleich viel? Wir sehen schnell, dass es nicht so ist: für manche ist das schon ein Mittagessen, für andere nicht einmal der Rede wert.

Ich glaube eher, Einheit ist, wenn alle das bekämen, was sie gut brauchen können. Und vor allem: wenn wir es einander auch ernsthaft gönnen. Weil wir uns freuen, dass wir etwas bekommen – und alle anderen auch. Das geht nur, wenn wir nicht aus lauter Neid vergessen, dass alle etwas haben können. In der heutigen Zeit gibt es so viele, die uns einreden wollen, dass es anders wäre: dass nicht genug für alle da wäre, dass uns die anderen etwas wegnehmen könnten, dass schon ihre Existenz die unsere bedroht, dass es besser wäre, die anderen würden nicht so viel fordern (weil dann für uns mehr bliebe).

Einheit unter Menschen bedeutet, dass wir alle dieselbe Erde bewohnen, die uns reich beschenkt. Es bedeutet, dass wir Geschwister sind: mit verschiedenen Anlagen, in unterschiedlichen Ausprägungen, mit den je eigenen Interessen und Fähigkeiten. Einheit heißt, dass wir eine Familie sind, die auf verschiedene Art lebt.

Um wirklich eins sein zu können, müssen wir einander diese Unterschiede erlauben, und uns an ihnen erfreuen.

Es ist gut, dass nicht alle so sind wie ich – auf diese Art kann ich von den anderen etwas lernen, und sie von mir.

Ich bin gerne Teil dieser großen Einheit, dieser großen Familie von so unterschiedlichen Menschen!

Teilen 2021

25. Januar 2021

Die Luft geht uns schon langsam aus nach all diesen langen Einschränkungen, Lockdowns, Kürzungen, Pressekonferenzen, neuen Bestimmungen – ab heute FFP2 Masken für alle! Es wird uns langweilig zuhause, die Kinder nerven, verlangen so viel von uns, die Sorgen um die Zukunft, um das Geld, um die Arbeit bedrängen uns. Wie soll da ein Teilen möglich sein, wieso spreche ich gerade jetzt vom Teilen, und wie soll das im Jahr 2021 gelingen, mit all der Unsicherheit in uns?

In der Hand steht: sei großzügig, teile mehr, tausche aus, konsumiere weniger, arbeite zusammen, lebe einfach, höre mehr zu, sei dankbar, lebe langsamer, genug ist genug … Das ist, was ich unter „teilen“ verstehe – ein bewusster, freundlicher, nachhaltiger Umgang mit uns, miteinander und mit der Welt.

Dann werden wir „uns wundern, was möglich ist“! Wir erleben, wir sehen, wir hören das, was wir erwarten. Wenn wir vom Leben, von den Mitmenschen, von der Welt erwarten, dass sie liebevoll, großzügig und freundlich sind, dann werden wir auch genau das erleben. Wenn wir aber Kleingeistigkeit, Gier und Lüge erwarten, werden wir auch das erfahren!

Der Unterschied ist der Fokus unserer Aufmerksamkeit. Das Leben hat beides zu bieten, das Gute und das Schwere, die Frage ist nur, welcher Seite wir die größere Beachtung schenken.

Daher lade ich ein, gerade jetzt, gerade in Zeiten wie diesen, besonders großzügig zu sein. Denn: wie Sie in die Welt hineinrufen, so wird sie Ihnen auch antworten. Das ist kein eigenartiges (esoterisches) Gesetz, sondern schlicht eine Frage der Erwartung und der Aufmerksamkeit. Also: seien Sie großzügig, verteilen Sie ohne Sorge – es ist genug für alle da!

Angst sät Angst, aber Freude sät Freude! Großzügig teilen sät ebenfalls Großzügigkeit.

Teile offen, verschenke großzügig, gib ohne Sorge – Lächeln, Freundlichkeiten, Aufmerksamkeit, Liebe, Zärtlichkeit. Aber auch Ängste, Leiden und Schwächen – bleib auch damit nicht alleine, versteck dich nicht damit. Auch hier gilt: wer menschlich ist und sich so zeigt, wird Menschlichkeit erfahren!

Wenn wir teilen, erleben wir, wie sich Gutes so schnell und weit ausbreiten kann wie ein Virus! Teilen wir Freude und Leid, teilen wir Verantwortung für uns und die Welt, teilen wir reichlich aus, dann werden wir auch alle gemeinsam reichlich beschenkt.