Posts Tagged ‘Therapie-Ende’

Time to say Goodbye: Frank S.

4. Juni 2018

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Nachdem wir unsere KlientInnen nun beinahe ein Jahr begleitet haben, wird es Zeit, sich wieder von ihnen zu verabschieden. Wir beginnen mit Frank.

In seinem Leben hat sich äußerlich nicht viel getan: er hat immer noch denselben Job, ist gerade wieder auf der Suche nach einer Freundin – „diesmal aber richtig“ – und auch seine allgemeine Unzufriedenheit ist geblieben. 

Dennoch war das Jahr wichtig für ihn: er hat sich viel mit seiner inneren Haltung dem Leben gegenüber beschäftigt, er ist auf dem Weg zu einem besseren Umgang mit seinen Eltern, hat gelegentlich Kontakt mit seinem Sohn. Er hat sich mit seiner Arbeit und seinem Chef versöhnt, es sieht so aus, als ob sich da langsam etwas verbessern würde.

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Ich denke, dass er die Arbeit mit mir bald beenden wird. Das ist nicht ganz leicht für mich, weil ich noch so viel Entwicklungsmöglichkeiten für ihn sehen würde, aber nicht immer sind Menschen bereit, alle möglichen Schritte auf einmal, oder bei einer Therapeutin zu tun. Hier ist mein Job auch, ihn gehen zu lassen, in seiner Unzufriedenheit, die sich auch auf die Therapie bezieht: „Hat mir die Therapie überhaupt geholfen?“

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Therapie, sage ich gerne, ist wie das Erlernen eines Musikinstrumentes oder einer Sprache: es geht nicht um die Frage, wie oft man in den Unterricht geht – davon wird man das Instrument, die Sprache nicht lernen. Es geht darum, ob man zuhause übt, nur so wird es eine Entwicklung geben.

Therapie ist somit nicht, was in der Sitzung geschieht sondern was die Menschen zwischendurch damit machen.

Das schränkt meine Möglichkeiten ein: ich muss als Therapeutin die „Übungsstücke“ aussuchen – aber üben müssen die KlientInnen selbst, das kann ich nicht für sie tun.

(Dass ich dabei meinen Anteil auch immer gut im Blick haben muss und ständig auf der Suche nach weiteren und besseren Angeboten für meine KlientInnen bin, ist dabei auch selbstverständlich und Thema von Supervisionen und Fortbildungen.)

So lasse ich Frank S. gehen und erlaube ihm, auch mit der Therapie unzufrieden zu sein. Er wird vielleicht eines Tages bereit sein, sich seinen inneren Widerständen zu stellen und sich mit dem Leben anzufreunden. Ich hoffe es für ihn und wünsche ihm alles Gute.

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Ablauf einer Psychotherapie: Das Therapie-Ende

4. August 2015

silhouette-811024_1280Wir haben einige Sitzungen, einige Monate oder auch länger miteinander gearbeitet, und irgendwann ist es so weit:

Sie kommen zu der Einsicht, dass die gemeinsame Arbeitszeit langsam zu Ende geht.

Sie haben so ziemlich erreicht, was Sie sich vorgenommen haben, Sie kommen mit den Schwierigkeiten leichter zurecht, Sie fühlen sich deutlich besser und in der Lage, Ihr Leben  ab jetzt wieder ohne professionelle Unterstützung gut zu meistern.

Wie gestalten wir den Abschied?

Sobald Sie den Eindruck haben, dass Sie die Therapie beenden wollen, ist es gut, mir das zu sagen. Wir besprechen dann, wie viele Sitzungen wir noch machen bis zur endgültig letzten. Das kann noch eine sein, manchmal auch mehr, je nachdem, was Sie sich wünschen.

In dieser letzten Arbeitsphase, die genauso wichtig ist wie alle anderen, besprechen wir, was Sie in der Therapiezeit für sich erarbeitet haben und wie Sie das festigen und behalten können.

Wir schauen auf den Menschen, der Sie zu Beginn waren und auf den, der Sie heute sind und erfreuen uns am Unterschied.

Wir besprechen, wie leicht oder schwer es Ihnen fällt, sich von einem Menschen zu verabschieden und loszulassen. Wir überlegen, was Ihnen dabei helfen kann: ein langsames “Ausschleichen” mit noch einer Sitzung im Abstand von ein oder zwei Monaten, eine Geschichte oder Collage unserer gemeinsamen Arbeit, ein Feedback von mir, ein Abschiedsritual, die Möglichkeit, jederzeit wiederkommen oder mich kontaktieren zu können,….

Und dann machen wir es so, wie es für Sie gut ist.

Am Ende steht eine herzliche Verabschiedung, ein beidseitiger Dank für die miteinander verbrachte Zeit, und dann gehen Sie und lassen los.

Sie haben sich bereits in der ersten oder zweiten Stunde die Frage beantwortet: “Wie möchte ich eines Tages die Therapie verlassen, was soll sich geändert haben, wie mag ich dann sein?” –

Freuen Sie sich: Sie sind es!

Wenn Sie auch eines Tages zufrieden mit sich und dem Leben eine Therapie beenden wollen, dann lade ich Sie ein, noch heute den ersten Schritt dazu zu tun: rufen Sie mich an, mailen Sie mir oder vereinbaren Sie online einen Termin für ein Erstgespräch. Damit sind Sie auf dem besten Weg dazu, ein erfolgreiches Therapieende zu erleben!