Frank S: That’s live.

5. März 2018

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Frank ist in der Arbeit ebenso unzufrieden wie im Rest seines Lebens. Er will gerne „auf eigenen Füßen stehen“, nicht angestellt sein und sich sagen lassen müssen, was er tun soll.

„Mein Chef will die ganze Zeit etwas von mir, was im Grunde sinnlos ist. Er fordert von mir Dinge, von denen ich genau weiß, dass sie so nicht funktionieren werden. Das ist doch Schwachsinn. Ich habe ihn darauf hingewiesen, aber er sieht es nicht ein. Jetzt habe ich sogar eine Verwarnung bekommen, schriftlich!“

Was bedeutet das für Sie? Müssen Sie um Ihren Job bangen?boat-606187_640

„Bangen? Ha, ich wäre froh, wenn er mich feuert! Er hat in Wirklichkeit keine Ahnung von dem Job, und im Grunde sage ich ihm seit Jahren, wie der Hase läuft. Der kann mich gar nicht kündigen, ohne mich ist der komplett aufgeschmissen. Und das wird er auch nicht tun, schon alleine, weil meine Abfertigung zu teuer wäre.“

Das bedeutet also…? Wenn Sie so unzufrieden sind und die Situation aber im Grunde nicht ändern können – was werden Sie machen?

„Gar nichts kann ich machen, das ist es ja! Ich finde seine Art, zu denken, verkehrt und ich muss dann immer versuchen, die Situation zu retten, in die er die Firma gebracht hat. Meine Vorschläge ignoriert er immer – so kann das doch nicht funktionieren!“

Das verstehe ich nicht: Wenn er Ihre Vorschläge ignoriert, inwiefern ist er dann auf Sie angewiesen, wie Sie vorhin gesagt haben? Wie geht sich das aus?

tax-consultant-3094819_640„Er hört mir nicht zu, wenn ich sage, wie es besser wäre, er macht einfach sein Ding. Und wenn es dann – wieder einmal – hart am Abgrund ist, dann verlangt er von uns den ganzen Einsatz, dann müssen wir zig Überstunden machen und arbeiten wir verrückt, um die nächste Quote erfüllen zu können. Und weil ich halt keine Familie habe wie die anderen, die dann heimgehen und am Wochenende ausruhen können, muss ich den Laden retten. Ich sitze dann bis spät in die Nacht und arbeite. Dann kommt er, bedankt sich mit einem „feuchten Händedruck“ und wenn ich dann sage, dass das so nicht geht, lächelt er nur und verspricht mir einen Bonus. Den ich dann manchmal auch bekomme, aber ich brauche nicht so sehr das Geld, eine bessere Lösung wäre echt einmal dran. Aber das will er dann wieder nicht.“traffic-light-1369023_640

Frank sieht sich in der Ecke, und im Moment weiß er auch keinen Ausweg. Wir versuchen, Möglichkeiten zu finden, damit er wenigstens in den ruhigeren Zeiten einen Ausgleich hat. Er fährt gerne Rad, aber im Moment ist es dafür noch zu kalt. So liegt er zuhause vor dem Fernseher, was ihn auch nicht zufriedener macht. Aber heute ist er nur auf Jammern und Klagen aus, und solche Sitzungen darf es auch manchmal geben.

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Marilyn: We´re not married.

26. Februar 2018

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Marilyn hat, wie Sie sich vielleicht von der letzten Eintragung erinnern, ihre Beziehungsfähigkeit massiv in Frage gestellt. Das hat sie sehr verunsichert, aber letztendlich ist sie zu einer Entscheidung gekommen.

broken-1739128_640„Ich werde die Beziehung zu John F. beenden. Das hat keine Zukunft und tut mir auch gar nicht gut. Ich will nicht immer darauf warten, dass er sich vielleicht endlich einmal meldet. So kann ich nicht mehr. Und dann bin ich auch nicht frei, jemand anderen zu suchen.“

Sie werden die Beziehung beenden? Wie möchten Sie das machen?

„Ich lasse es einfach auslaufen. Wenn er anruft, gehe ich nicht ans Telefon. Dann wird er schon merken, dass es vorbei ist.“

Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie das zwischendurch auch gelegentlich gemacht. Damals hat es dazu gedient, dass er sich mehr um sie bemühen musste. Wie wird er merken, dass es diesmal anders ist?

„Das wird er schon merken. Wenn ich einfach nie zurückrufe, wird er es wohl verstehen.“ 

portrait-119851_640Wäre es nicht deutlicher, wenn Sie ihm Ihre Entscheidung mitteilen würden? Damit Sie sich beide auskennen? Sonst ist es für Sie doch sehr schwer, wenn er immer anruft und dann liebe SMS schreibt, weil er denkt, es ist dasselbe wie früher. Werden Sie dann nicht leichter umfallen von Ihrem Entschluss?

„Nein, diesmal nicht. Da bin ich ganz sicher. Diesmal ist es anders. Ich weiß, dass er sich um mich bemühen wird, dass er vielleicht sogar vor meiner Türe stehen wird, aber ich werde standhaft bleiben und ihn wieder wegschicken.“

Ich hoffe für Marilyn, dass das klappen wird. Sehr sicher scheint sie noch nicht zu sein, dass sie es (diesmal wirklich) durchziehen wird, aber das macht nichts. Es geht ihr besser mit dem Entschluss, und auch wenn sie angesichts seiner erwarteten Bemühungen noch einmal schwach werden sollte, scheint es mir so zu sein, als ob sie sich etwas selbstbewusster für sich selbst entschieden hat und ihr ihr eigenes Wohlbefinden immer wichtiger wird. Die Richtung ist gut.

Maria Theresia: Rückblick auf die Jugendjahre

19. Februar 2018

M.Th.jung

Maria Theresia hat den Job bekommen, den sie sich gewünscht hat. Schon seit Mitte Januar arbeitet sie in der neuen Stelle, und sie hat viel Freude damit. Schwierig wird es für sie nur, wenn sie (wieder) Aufträge bearbeiten muss, die ähnlich sind wie die, wegen denen sie die alte Arbeit aufgegeben hat.

„Ich fühle mich dann extrem unwohl und überlege, was ich falsch mache, dass ich in solche Situationen komme. Ich verstehe, dass ich mir nicht immer aussuchen kann, was ich mache, aber bei solchen Aufträgen bekomme ich beinahe Panikanfälle.“

Was genau ist das Beklemmende daran?grid-479620_640

„Ich habe den Eindruck, dass ich genauso feststecke wie früher. Da fühle ich mich wieder in eine Rolle gepresst, die ich nicht erfüllen mag, die mich einengt und zu etwas zwingt, das mir nicht liegt. Ich fühle mich wie Anfang 20, da war das besonders schlimm.“

Und was ist der Unterschied zu Anfang 20? Außer, dass beinahe 20 Jahre inzwischen vergangen sind?

„Na, viel. Aber in diesen Situationen vergesse ich das und fühle mich genauso wie früher: klein, dumm, abhängig, ausgeliefert an ein System, das mich zwingt.“

Ja. Damals waren Sie sehr jung, sehr unsicher. Wussten noch nicht, dass Sie eines Tages dort sein werden, wo Sie jetzt sind: in einer führenden Position, zufrieden sowohl im beruflichen wie im privaten Leben. Das Problem ist, dass sich Dinge, die wir nicht gut verarbeitet haben, wie in einen Kokon einigeln und dann bei Situationen, die ähnlich sind, wieder heraus“springen“ und wir den Eindruck haben, es ist keine Zeit vergangen und wir sind wieder in derselben Lage wie damals.

„Genau so fühlt es sich an: als ob ich klein und dumm wäre. Und später, wenn es vorbei ist, wundere ich mich darüber, wie ich so unreif reagieren konnte. Ich ärgere mich dann darüber, dass ich mich nicht an meine Fähigkeiten erinnert habe.“

teddy-1113160_640Wie wäre es, wenn Sie sich einmal der jungen Frau  die Sie damals waren, innerlich zuwenden und ihr zeigen, wer Sie inzwischen sind. Die weiß ja gar nicht in ihrem Kokon, dass wir schon das Jahr 2018 schreiben. Die denkt immer noch, wie sind irgendwo in den 1990er Jahren und die Situation wird sich nie ändern. Erzählen Sie sich selbst, dass es gut ausgegangen ist, dass Sie erfolgreich sind, dass Sie einen lieben Mann, zwei Kinder und ein eigenes Haus haben und in vielen Bereichen total selbständig entscheiden können.

„Klingt irgendwie komisch, aber Sie haben Recht: diese 20-Jährige weiß das wohl nicht. Aber mit mir selbst reden – ist das nicht schizophren?“

Nein, wenn man mit sich selbst freundlich ist, ist das nicht schizophren sondern ausgesprochen gesund. Und wenn Sie nicht laut und in der Öffentlichkeit mit sich selbst reden, werden Sie auch nicht im Krankenhaus landen. :)))

Maria Theresia ist von der Idee angetan und verspricht, es auszuprobieren. Es ist wichtig, dass unsere jüngeren Anteile, die Angst erlebt haben und sich deshalb so oft als möglich irgendwo in unserem Inneren verstecken (und bei den unpassendsten Gelegenheiten zu Tage kommen) erfahren, dass unser Leben weitergegangen ist und dass wir jetzt in der Lage sind, selbst zu entscheiden, wie wir reagieren mögen. Ich bin gespannt, wie gut es Maria Theresia gelingen wird, diesen Anteil in sich zu beruhigen und welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird. 

 

Jean-Paul S.: Zeit zum Reifen

5. Februar 2018

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Jean-Paul war, wie Sie sich vielleicht erinnern, für eine Zeit im Krankenhaus. Da er zum Zeitpunkt der Aufnahme in einem sehr schlechten Zustand war, blieb er etwas mehr als drei Wochen im Spital.

Wenn Sie heute – ca 1,5 Monate später  – darauf zurück schauen:  wie denken Sie darüber?

„Ich bin froh, dass ich dort war. Es ist mir zwar nicht leicht gefallen, mir einzugestehen, dass ich auf die Psychiatrie muss, aber eine kleine Stimme in mir hat das sehr richtig gefunden, und so hatte ich den Mut, es mir zu erlauben. Ich habe dort viel über mich nachgedacht, und das war richtig gut.“

black-and-white-1278713_640Worüber haben Sie nachgedacht?

„Über den Sinn meines Lebens. Über das, was mir wichtig ist. Warum ich mich jeden Tag so abmühen soll. Mir ist klar geworden, dass ich eines Tages wirklich sterben werde, und dass ich nicht auf mein Leben zurückschauen und es für sinnlos und leer halten will. Ich habe mir überlegt, dass mein Problem nicht ist, dass ich überhaupt NICHT leben will – ich will nur nicht SO leben wie bisher, so bedeutungslos.“

Ist es das, was Sie mit „erbärmlich“ gemeint haben, bevor Sie ins Krankenhaus gegangen sind? 

„Ja, so ist es. Ich will meinem Leben einen Sinn geben. Ich will nicht einfach nur so dahinleben: arbeiten, essen, schlafen. Ich will stolz sein auf mich. Ich will auf mein Leben schauen und sagen können: das ist gut, es ist meines!“

Was wäre denn ein erster Schritt in diese Richtung?

man-3085686_640„Ich will aufhören, mit Simone eine leere Beziehung zu führen. Wir haben begonnen, viele Gespräche zu führen, wie wir das verändern können. Ich bin noch nicht sicher, ob es uns gelingen wird, aber wenn alle Stricke reißen, werden wir uns trennen. Wir machen einander zur Zeit gegenseitig unglücklich, das kann nicht so bleiben. Wir sind auf der Suche.“

Ich gratuliere Jean-Paul zu seinem Entschluss, sein Leben in die Hand zu nehmen, und wir reden eine ganze Weile darüber, wie er das tun kann. Wichtig scheint mir die Erkenntnis zu sein, dass es in seiner Hand liegt, dem Leben einen Sinn zu geben. Aber ich bremse ihn auch etwas in seinem Enthusiasmus: er soll sich nicht zu viel auf ein Mal vornehmen, um sich nicht zu erschöpfen.

 

Misfits – Nicht gesellschaftsfähig

29. Januar 2018

Ich mache mir Sorgen um Marilyn. Es geht ihr gar nicht gut. Sie ist verzweifelt und hat die Hoffnung aufgegeben, jemals eine normale und zufriedene Beziehung leben zu können.

„Alles, was ich angreife, geht sowieso irgendwann den Bach hinunter. John F. hat gesagt, er will mehr Zeit mit seiner Frau verbringen, sie sind gerade dabei, ein Kind zu planen. Was soll ich da noch? Ich mache mir etwas vor, wenn ich glaube, jemals geglaubt habe, dass er mich wirklich liebt. Das alles hat doch gar keinen Sinn!“depression-1241819_640

Was bedeutet das für Sie? Wenn die beiden ein Kind planen und weiter auf glückliche Familie machen wollen?

„Das ist nur für den Schein, sagt John F. Aber das kann doch nicht sein. Das geht zu weit. Sicher ist er verliebt und will eh nur sie. Ich bin nur ein Spiel für ihn, ein netter Zeitvertreib. Nie etwas Ernstes, nie auch nur die geringste Chance gehabt.“

Und wie werden Sie sich jetzt verhalten? Werden Sie etwas verändern oder lassen Sie es dabei? Was ist Ihre Idee?

„Keine Ahnung. Ich schätze, ich sollte wutentbrannt das Weite suchen, und oft ist mir auch danach. Dann sitze ich zuhause am Wochenende und stelle mir vor, wie die beiden miteinander schlafen und es immer romantisch haben. Auch wenn John F. schwört, dass es mit Jackie nicht so toll ist wie mit mir – es muss doch einen Grund geben, dass er  mit ihr zusammen ist, und das mit einem Kind auch noch fix macht.“

Sie sind schon wieder sehr damit beschäftigt, was die beiden tun oder nicht tun, und weniger mit sich selbst.

earth-1365995_640„Ja, aber ich kreise auch immer um die. Weil ich ja gar kein eigenes Leben habe. Ich bin nur ein Mond in seiner Umlaufbahn. Nicht mehr, niemals mehr.“

Aber der Mond hat ja einen gewaltigen Einfluss auf die Erde. Das sieht man nicht, aber bewegt immerhin das ganze Meerwasser.

„Ja, ich habe einen Einfluss auf ihn, fragt sich nur, ob der gut ist. Wahrscheinlich bin ich der Grund dafür, dass seine Ehe so gut hält. Weil er sich ja eh bei mir abreagieren kann, weil er die ganzen schmutzigen Sachen mit mir machen kann, und so sein Bild eines braven Mannes aufrecht erhalten kann.“

Wollen Sie das so?

„Keine Ahnung, ich habe die Schnauze voll, aber ich glaube einfach nicht, dass es sich jemals ändern kann. Auch nicht mit einem anderen Mann. Ich fürchte, eine Affäre ist alles, wozu ich tauge. Mit mir hält es keiner auf Dauer aus.“

Das alles sind keine guten Gedanken, und so mache ich mir eben Sorgen um sie. Wir vereinbaren einen Termin schon in ein paar Tagen, wenn sie möchte, kann sie mich Zwischendurch gerne anrufen.

Frank S.: Strangers in the Night

22. Januar 2018

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Frank hat über Weihnachten seine Beziehung mit der Salzburgerin beendet. Es war ihm zu anstrengend, ihr „immer nachlaufen zu müssen“, wie er sagt. Nach der ersten Erleichterung aber ist auch der Frust gekommen: so oft schon hat es nicht geklappt.

„Was ist nur mit den Frauen los? Warum sind alle immer so schwierig?“

Das kann wohl nicht die ganze Wahrheit sein, oder?

conversation-2302064_640„Sie wollen sicher darauf hinaus, dass es an mir liegt. Immer soll ich die ganze Verantwortung tragen.“

Nein, nicht die ganze. Aber die halbe vielleicht?

„Frauen sind einfach anstrengend. Nie sind sie zufrieden, immer wollen sie, dass ich mich verändere, aber das kann ich nicht. Ich bin so, wie ich bin. Und eine Frau, die mich liebt, muss mich so akzeptieren, wie ich bin. Das mache ich ja auch.“

(Schweigen)

„Jedenfalls sollten sie nicht immer an mir herumnörgeln. Ich will einfach nur ein paar gute Zeiten mit einer Frau verbringen, und sie machen immer alles kompliziert. Wollen über Gefühle sprechen oder dass ich mehr herzeige von meinen Gefühlen. Aber ich fühle mich dabei unwohl, ich mag das nicht so gerne. Und ich kann es auch nicht so gut. So etwas ist nichts für richtige Männer.“

man-211505_640(Wieder Schweigen)

„Das hat ja schon Freud gesagt, dass niemand weiß, was das Weib will. Und wenn der es nicht wusste, wer soll es dann sonst wissen?

Wissen Sie denn genau, was Sie in Wirklichkeit wollen? Eine Partnerin nur für schöne Stunden, das kann ja nicht funktionieren. Wenn man wirklich zusammen ist, dann muss man das „in guten und in schlechten Zeiten“ sein. Die andere Variante, nur für angenehme Dinge, gibt es auch, und sie ist auch berechtigt, aber dann muss man wohl mehr von einer Freundin sprechen als von einer Partnerin. Mit einer Freundin trifft man sich gelegentlich, verbringt gute Stunden, und das Schwierige, das lässt man draußen. Das ist unverbindlich, und auch eine gute Variante. Nur, wenn man wirklich mit jemandem zusammen sein will, innerlich verbunden, dann bleibt es nicht unverbindlich und auch nicht nur nett. Jeder Mensch hat Kanten und Ecken, die gehören zu uns dazu, und die wollen auch angenommen werden. Das wünschen wir uns, und das müssen wir aber auch unserer Partnerin bieten.

„Ja, dann belasse ich es vielleicht lieber bei einer Freundin. Das andere ist mir einfach im Moment zu anstrengend. Ich muss meine Energie für mich selbst behalten, ich will sie nicht an jemand anderen vergeuden, die es dann vielleicht nicht zu schätzen weiß.“

Maria Theresia H: Was darf ich verlangen?

15. Januar 2018

Willkommen zurück bei den Therapien meiner (erfundenen) KlientInnen. Über Weihnachten ist einiges geschehen, und ich hoffe, Sie sind auch daran interessiert, wie es unseren KlientInnen geht. 

Wir beginnen mit Maria Theresia H. Die 6m hohe Statue am Maria-Theresien-Platz erinnert an die Kaiserin, die in Wien von 1740 bis 1780 regierte, Österreich

 

Sie hat im Dezember ein Angebot für einen Job bekommen, der sie sehr interessiert. Es ist ein eindeutiger Aufstieg, und genau die Arbeit, die ihr immer schon vorgeschwebt ist. Aber es inkludiert, dass sie noch weniger Zeit für die Familie. Das belastet sie, denn ihre Kinder sind ihr sehr wichtig, ihr ist bewusst, dass die Zeit, die sie mit ihnen hat, nur recht kurz ist.

„Ich bin ziemlich sicher, dass ich es trotzdem machen will. Finden Sie das zu egoistisch? Darf ich von den Kindern verlangen, dass sie jetzt jeden Tag fremdbetreut sind? Ich habe überlegt, die Omas einzuschalten, um ein bisschen Konstanz in ihre Leben zu bringen.“

Was sagen die denn dazu? Die waren ja, soviel Sie mir erzählt haben, zum Kinderschauen nur sporadisch bereit. Hat sich das geändert?

for-reading-813666_640Nein, aber ich würde das fair finden. Meine Mutter war nie eine gute Mama für mich, sie könnte doch wenigstens eine gute Oma für die Kinder sein. Und für die Schwiegermama bügle ich seit vielen Jahren mit, das könnte sich auch einmal lohnen.“

Ich verstehe den Wunsch, aber ich wäre da lieber vorsichtig. Wichtig ist wohl, dass die Kinder eine möglichst konstante Betreuung haben, damit sie sich in Ruhe auf etwas einstellen können. Wenn Sie mit Ihrer Mama und Schwiegermutter eine Rechnung offen zu haben glauben, dann sollte das nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, oder?

gender-pay-gapMaria Theresia überlegt dann noch, wie sie in das Vorstellungsgespräch gehen soll. Besonders das Thema Gehalt ist für sie, wie für viele Frauen leider immer noch, ein schwieriges. Ich ermutige sie, viel zu verlangen, schließlich ist sie wirklich qualifiziert für den Job. Wir einigen uns darauf, dass sie sich gut erkundigen wird, wie viel in dem Job üblicherweise bezahlt wird, damit sie wenigstens eine Ahnung von der Marktlage hat. Es kostet sie Mut, das zu verlangen. Ich bin gespannt, wie gut es ihr gelingen wird bei dem Gespräch, das sie in der kommenden Woche haben wird. 

Willkommen im Neuen Jahr!

8. Januar 2018

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Ein neues Jahr bringt immer auch ein Gefühl für einen Neuanfang mit sich: neue (alte, aufgefrischte) To-do-Listen, Vorsätze, ein neues Fitness-Programm, eine Diät, ein Sparprogramm, … Das alles sind gute Dinge, denn es braucht immer wieder eine Erinnerung daran, was wichtig ist in unserem Leben, wo unsere Prioritäten liegen, was wir (immer schon) erreichen wollten.

Mein Vorschlag für das neue Jahr ist ein wenig anders:

Schärfen Sie den Blick für die Schönheit der Welt um sich!

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  • Für die Natur, die noch im Ruhen ist und vielleicht unter einer Schneedecke liegt.
  • Für die Nacht, die still und finster ist, und für das Anbrechen des Tages.
  • Für den Sternenhimmel in einer klaren Nacht.
  • Für einen Sonnenaufgang über dem Nebel.
  • Für Menschen in ihrer Einzigartigkeit.
  • Für ein Lächeln, das das Herz wärmt.
  • Für eine Freundlichkeit, die den Tag verschönert.
  • heart-3063045_640Für Zeichen der Liebe.
  • Für alles, was Ihr Herz bewegt.
  • Für gute Gedanken, lustige Begebenheiten, interessante Ideen, nette Gespräche.
  • Für Tiere, die uns begegnen.

 

 

Ich bin sicher, Sie werden Einiges finden, worin Sie Schönheit erkennen können. Beginnen Sie das Jahr nicht mit Widerwillen sondern begrüßen Sie es, indem Sie sich für die Schönheit, die uns umgibt, bedanken.

24 Gute Taten für dich und die Welt. Adventkalender 2017. 24. Dezember

24. Dezember 2017

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Danke, dass Sie mir durch den Advent gefolgt sind, dass Sie hoffentlich die eine oder andere gute Tat für sich und die Welt gemacht oder geplant haben, dass Sie sich Gedanken über Ihr Verhalten gemacht haben und vielleicht sogar erkannt haben, wie Sie in Zukunft anders mit sich und der Welt umgehen wollen.

moose-3017378_640Die heutige Aufgabe ist leicht: machen Sie sich den Tag so einfach wie möglich.

Am Ende des Tages zählt nicht die Anzahl der gefahrenen Kilometer, der ableisteten Küsse und Umarmungen, der Geschenkt-ausgelieftert / beschenkt-werden Relation, der verbrannten Kerzen oder perfekten Essens.

Am Ende des Tages zählt, ob Sie einen weiteren guten Tag hatten: Sie und die Welt, die Sie umgibt. Daran werden Sie hoffentlich noch nächstes Jahr denken, falls ich Sie in einem weiteren Adventskalender fragen werde, woran Sie sich an diesem Tag noch erinnern.

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Eine sehr gute Tat für sich und die Welt ist, sich und die Welt genau so gut sein zu lassen, wie sie ist.

Leichte Weihnachten!

24 Gute Taten für dich und die Welt. Adventkalender 2017. 23. Dezember

23. Dezember 2017

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Zum letzten Mal bitte ich Sie: nehmen Sie den Kalender zur Hand. Sie haben jetzt, wenn Sie sich Ihre „Sterne“ verdient haben, schon so manches Event für das kommende Jahr eingeplant.

man-211505_640Heute geht noch eines: eine Überraschung für IhreN LiebsteN planen. (Sie haben vielleicht schon ein Date eingetragen, hier geht es noch einmal darum, zwei sind schließlich besser als eines :)! )

Sehr spät im Jahr, vielleicht schon im Spätherbst oder sogar im beginnenden Winter, nehmen Sie sich eine Überraschung vor, mit der Sie Ihre Frau /Ihren Mann erfreuen können. Es muss kein ganzes Date sein, jede Überraschung ist gut.

dinosaur-1564323_640Und wenn Sie noch so viel Zeit haben bis dahin – ist es fast so, als wäre es auch eine Überraschung für Sie selbst. Denn in beinahe einem Jahr haben Sie schon wieder total vergessen, dass Sie sich das vorgenommen haben. Also planen Sie genau, Sie werden sich selbst dankbar sein, wenn Sie dann nicht „auf einmal“ völlig unvorbereitet vor der Tatsache stehen, dass Sie heute schon einen Stern einkassiert haben, an den Sie sich dann kaum noch erinnern können. Sie tun sich einen Gefallen, wenn Sie sich heute ganz genau ausdenken und einschreiben, was Sie vorhaben.

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Und in einem Jahr: halten Sie sich daran, wenn das irgendwie möglich ist! Viel Freude!