Schau in die Therapien: Vorstellung der KandidatInnen.

4. September 2017

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Wie versprochen beginne ich heute meine neue Herbstreihe, bei der ich Sie ein Stück an meiner Arbeit teilnehmen lasse. Ich stelle Ihnen heute die KlientInnen vor, von deren Therapie Sie in den nächsten Wochen etwas erfahren werden. Über jedeN werde ich also ca 1x/ Monat berichten: was in den letzten Wochen Thema war, woran gearbeitet wurde, was jedeN bewegt hat, und auch, was meine Einschätzung des Therapieverlaufs ist. Ich hoffe, Sie können davon für sich selbst etwas gewinnen, und wenn es „nur“ Ihre Neugierde ist, wie eine Therapie (bei anderen) ablaufen kann.

 

Die 6m hohe Statue am Maria-Theresien-Platz erinnert an die Kaiserin, die in Wien von 1740 bis 1780 regierte, Österreich„Nichts fällt schwer, wenn man wahrhaft liebt und seine Pflicht kennt“: Maria-Theresia H.

Maria-Theresia ist eine viel arbeitende Mutter, die versucht, Familie und Haushalt unter einen Nenner zu bekommen. Sie ist 42 Jahre alt und seit 16 Jahren mit Franz-Stefan verheiratet. Sie hat 2 Kinder, Josef und Marie-Antoinette, ihre Familie bedeutet ihr sehr viel. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Abteilungsleiterin einer größeren Firma. Sie muss sich in der harten Männerwelt bewähren, und zB. immer wieder darum kämpfen, dass ihre Entscheidungen durchgesetzt werden. Das hat dazu geführt, dass sie immer wieder mit Panikanfällen zu kämpfen hatte, die allerdings in der letzten Zeit schon beinahe verschwunden sind. Sie ist seit 2 Jahren in Therapie, hat insgesamt 44 Sitzungen gemacht und wird in der nächsten Zeit ihre Therapie vermutlich abschließen.

 

frank-sinatra-1281484_1280„I did it my way“: Frank S.

Frank ist ein ziemlicher Eigenbrötler, und extrem stur: er macht nichts, was ihm nicht passt. Das und seine „leicht skurrile Art“ (Eigendefinition) bringen ihn in Beruf und Privatleben immer wieder  in Schwierigkeiten. Er ist 57 Jahre, war vor langer Zeit einmal verheiratet und hat aus dieser Zeit einen Sohn, mit dem er selten Kontakt hat. Beruflich hat er schon Vieles probiert, sein Hobby ist die Kunst, aber davon kann er nicht leben. Sein Beziehungsleben war ebenso wechselhaft, er hat sehr klare Vorstellungen davon, wie eine Frau zu sein hat. Zur Zeit hat er eine Fernbeziehung mit einer Frau in Salzburg, die seit einem halben Jahr läuft, bisher recht gut. Seine Therapie hat vor dem Sommer begonnen, wir hatten vor dem Urlaub zwei Sitzungen, jetzt geht es also erst richtig los.

 

palm-springs-2183065_1280„Manche mögen´s heiß“: Marilyn M.

Marilyn ist 34 Jahre alt, alleinstehend, „leider“, wie sie sagt. Sie hatte immer schon Probleme mit Beziehungen, im Moment hat sie ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, der sich nicht für sie entscheidet. Das ist nicht ihre erste Beziehung, alle anderen waren aber ebenfalls eher instabil. Sie ist aussergewöhnlich eifersüchtig und hat Probleme mit ihrem Körper, den sie nicht schön genug findet (im Gegensatz zu der Meinung anderer). Sie verwendet Sexualität als Ersatz für Liebe und ist damit ständig unglücklich.  Sie sucht überall Bestätigung, empfindet aber häufig Ablehnung, die sie oft selbst durch ihre drängende Art zu provozieren scheint. Beruflich ist sie Schauspielerin ohne fixe Anstellung, sie macht Gelegenheitsjobs aller Art. Auch ihre Therapie hat eben erst begonnen.

 


Francois Perier, Paula Dehelly in " The Jean-Paul„Das Sein und das Nichts“: Jean-Paul S.

Jean-Paul ist 44 Jahre, verheiratet, keine Kinder. Er ist schon viele Jahre depressiv, immer wieder mit Suizidgedanken verbunden. Seine Frau Simone ist sehr stark und unabhängig, sie gibt ihm nicht viel Nähe oder Wärme. Er beschäftigt sich stattdessen mit Philosophie und geht zu allen möglichen Selbstfindungskursen, bei denen er meistens der einzige Mann ist. Er fühlt sich leer und sein Leben empfindet er als sinnlos. Sein Beruf ist die Buchhaltung einer mittelgroßen Firma, was er unbefriedigend findet, da er den Eindruck hat, das auch das völlig bedeutungslos ist. Er denkt immer wieder über den Tod nach, auch von der philosophischen oder esoterischen Seite, stellt sich Fragen über ein Leben nach dem Tod, schläft deswegen oft wenig, was seine Depression erst recht steigert. Er ist seit etwa 8 Monaten in Therapie, wir hatten bisher 17 Sitzungen.

 

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Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 12: Zum guten Schluss.

28. August 2017

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Zum guten Schluss

– bedanke ich mich bei allen, die mir den Sommer über treu geblieben sind und meine Beiträge gelesen, gemochte und vielleicht sogar geteilt haben! Ich hoffe, sie haben geholfen, das Leben mit voller Lust und allen Sinnen zu genießen. Es hat mir Freude gemacht, Euch und Ihnen Vorschläge und Anregungen zu machen. Alles habe ich selbst auch mitgemacht – ihr musstet nichts machen, was ich nicht auch ausprobiert habe! 🙂 Das hat unter anderem dazu beigetragen, dass ich selbst mit voller Lust diesen Sommer erlebt habe. Danke also auch Euch und Ihnen!

Wieder zurück im Alltag!

Jetzt ist es gut, wieder in die Praxis zurück zu kommen und mit echten Menschen zu arbeiten. Ab heute bin ich wieder im Dienst und freue mich über alle, die mit mir reden wollen: Neue und Wohlbekannte, Wiederkommende und Neugierige. Ich bin für alle Themen offen und nach der langen Sommerpause auch wieder gut erholt und bereit, mich mit Ihren Anliegen zu beschäftigen. Starten wir in den Herbst, gut genährt und gestärkt aus der Lust des Sommers!

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Es gibt noch eine Ankündigung für alle, die den Blog nicht abonniert haben (es wäre ganz einfach: Button klicken und Mailadresse eingeben, schon ist es erledigt und Sie bekommen jede Woche meine Beiträge per Mail!).

Wir werden wieder ein Praxisfest im Herbst machen, zu dem ich jetzt schon alle einlade: FreundInnen, KollegInnen, Interessierte, ehemalige und aktuelle KlientInnen und deren PartnerInnen („eine gute Gelegenheit, diese Psycho-Tante einmal anzuschauen, zu der du da immer hinrennst“), für alle, die ihr Institut oder ihre Praxis vorstellen möchten und für alle, die gerne einmal unsere Praxis kennenlernen wollen:

Freitag, 10. November, 11 bis 19 Uhr.

Praxis am Schillerplatz,

Schützenhofgasse 39, 8010 Graz

Wir werden wieder zu jeder vollen Stunde eine Informations- oder Übungseinheit anbieten, das genaue Programm kommt noch.

 

Somit verabschiede ich mich von allen, die meinen Blog nicht regelmäßig lesen und hoffe, wir treffen einander wieder einmal – ich melde mich dann wieder zum Fest und später zu Advent und Weihnachten. Für alle anderen:

Eine Ankündigung für das neue Herbstprogramm:

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Ab September plane ich eine neue Serie: ein Blick in Therapien: einmal im Monat erzähle ich fortlaufend, was KlientInnen beschäftigt, an welchen Themen sie arbeiten, wo sie Fortschritte machen bzw. wo es schwierig ist. Ich hoffe, dass Sie das interessant finden, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir am leichtesten von anderen lernen: wir erkennen uns selbst in vielem wieder, wir verstehen manches leichter, wenn wir nicht selbst betroffen sind und wir freuen uns darüber, was wir schon erreicht haben.

(Für alle KlientInnen: Keine Sorge, das ist stark anonymisiert, niemand ist erkennbar! Und das Foto auf der Seite ist keine Klientin sondern eine Freundin, die sich netterweise dafür zur Verfügung gestellt hat. Danke dir dafür, P.!)

 

Vielleicht treffe ich damit auch Ihre Probleme, uns Sie können sich ein Stück Therapie „vom Bildschirm“ holen. Wenn Sie aber doch lieber selbst mit mir reden möchten, dann tun Sie das bitte! Sie können mich anrufen, mailen oder sich online einen Termin ausmachen, ich freue mich auf jeden Fall darüber, wenn Sie mit mir arbeiten wollen.

Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 11: Erfüllung.

21. August 2017

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Gefühlt.

Unsere Sinne erlauben uns, zu fühlen: uns, unsere Umgebung, unsere Mitmenschen. Wir haben in den letzten Wochen schrittweise erlebt, wie unsere Sinne uns beschenken. Ich hoffe, es ist Ihnen gelungen, sich mehr und mehr dem Leben in seiner Fülle zu nähern. Wir fühlen die Welt, die uns umgibt, und das, was diese Eindrücke von außen mit uns innen drinnen machen. Wir werden beschenkt vom Leben und nehmen diese Geschenke mit Hilfe unserer Sinne und Gefühle wahr. So kann unser Leben voll werden.

Gefüllt.

Die Wahrnehmungen, die wir mit unseren Sinnen machen, können uns mit Lust, mit Freude, mit Wachsamkeit, mit Schmerz, mit Trauer … erfüllen. Das Leben hat viele Überraschungen für uns bereit, nicht alle sind freudvoll, aber auch lange nicht alle leidvoll. Das Leben in Fülle zu erleben bedeutet, sich auf alles einzulassen, was das Leben bietet: Höhen und Tiefen, Schmerz und Freude, Geburten und Todesfälle, Liebe und Abschied. Nur wer das Leid kennt, weiß auch die Freude zu schätzen, nur wenn man Gutes erlebt hat, kann man das Schwere durchstehen. Das Leben in seiner Fülle zu spüren erfüllt uns ganz.

i-beg-your-pardon-927751_1280Beschenkt.

Alles anzunehmen, was das Leben für uns bereit hält, in seinen dunklen und hellen Seiten, ist keine einfache Übung. Oft haben wir Vor-Stellungen vom Leben: wir stellen etwas Gewünschtes vor das, was wirklich ist. Es ist schon in Ordnung, gewisse Erwartungen zu haben, das ist sehr menschlich. Die Frage ist nur, wie sehr wir uns dagegen wehren, wenn es doch anders kommt als wir uns gewünscht haben. Anzunehmen, was IST statt darüber zu klagen, was unserer Meinung nach sein SOLLTE, das macht das Leben leichter. Und wenn wir erkennen, dass alles, was wir erleben, ein Geschenk ist (auch wenn es manchmal etwas unschön verpackt ist), dann sind wir schon ziemlich weise!

Geliebt.

Wer Liebe erfahren will, muss sich beschenken lassen. Für viele Menschen ist das allerdings gar nicht leicht, für sie ist es einfacher, selbst zu schenken als Geschenke zu bekommen. Denn dann muss man sich bedanken, steht in jemandes Schuld, muss man sich ein Gegengeschenk ausdenken (der übliche Weihnachtsstress eben). Sich lieben zu lassen ist meiner Meinung nach ein Akt von Mut und Demut: Ich lasse mich von dir ansehen in meinem So-Sein, ich öffne mich dir, ich zeige mich dir nackt – in meiner Schönheit und meiner Verletzbarkeit. Und ich erlaube dir, mich zu berühren.  Nur wenn ich mich berühren lasse, kann ich gestreichelt werden, kann meine PartnerIn mir ihre/seine Liebe auch körperlich zeigen, kann ich diese Art von Lust empfinden. Das ist riskant, denn jede Berührung könnte auch grob sein, verletzend, schmerzhaft. Mut also, weil es gefährlich ist und Demut, weil ich mich beschenken lassen darf.

love-1010915_1280Erfüllt.

Wenn wir gut gefüllt sind, unsere Bedürfnisse befriedigt und unser Hunger nach Liebe gestillt ist, sind wir in der Lage, über uns selbst hinaus zu wachsen. Dann, und auf Dauer nur dann, ist es möglich, sich für Andere einzusetzen: in einer Beziehung, in einer Gruppe, einer Aufgabe, für die Welt. Wenn wir satt sind, sind wir in der Lage, aus dieser Fülle heraus großzügig auszuteilen. Wer (emotional oder energiemäßig) hungrig ist, kann  aus Angst, selbst zu verhungern, nicht teilen. Wer aber satt ist, kann aus der eigenen Fülle nicht nur selbst genug Kraft bekommen sondern auch aus dieser austeilen. Wer lustvoll lebt, kann Freude verbreiten, wer sich geliebt weiß, wird zur Liebe fähig sein. Wessen Leben erfüllt ist, der kann die Aufgaben, die das Leben an ihn stellt, gut erfüllen – und das wiederum erfüllt das Leben mit Sinn.

Ich nehme mir von überall her, so viel ich brauche – und wenn ich satt bin, teile ich das mit denen, die etwas davon brauchen können!

Ich liebe diesen Satz, denn er sagt: mir steht alles zu, was ich brauche. Das ist weit mehr als nur Geld (wenn auch das nicht unwichtig ist!): Sonne, Erholung, Musik, Bücher, FreundInnen, Liebe, Lachen, Sinn, Freude, Lust mit allen Sinnen.

Gönnen Sie sich diese Woche noch einmal mit allen Sinnen zu leben, mit allen Möglichkeiten Lust zu spüren – gehen Sie noch einmal durch, was Ihnen in den letzten Wochen am meisten zugesagt hat, probieren Sie, was Sie ausgelassen haben – nehmen Sich sich von überall her so viel Lust und so viele gute Erfahrungen, wie Sie bekommen können! Und dann spüren Sie, wie Sie in der Lage sind, diese Erfahrungen auch zu teilen, Freude, Lust und Liebe zu verschenken!

 

Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 10: Höhe-Punkt.

14. August 2017

 

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Was bisher geschah…

… ist das Entscheidende bei gelungener Sexualität. Erotik ist mehr als nur das „Vorspiel“. Sie beginnt bei der Aufmerksamkeit für einander, bei kleinen Freundlichkeiten, bei der gemeinsamen Hausarbeit: kochen, einander zur Hand gehen, einander überraschen. Sehr erotisch sind auch Fröhlichkeit, Selbstsicherheit und Humor – unkompliziertes und entspanntes Miteinander. Das alles sind Fundamente, auf denen Vertrauen ruht, und das wiederum ist die Basis für richtig guten Sex.

Lust ist etwas, das nicht im Bett entsteht. Lust auf einander kennen die meisten Paare aus ihrer Anfangszeit, als alles noch neu und aufregend war. Wenn der Zauber verloren gegangen ist, dann geschieht das auch nicht (nur / vor allem) im Bett. Dort zeigt es sich allerdings am schnellsten. Wenn man nicht mehr neugierig auf einander ist, wenn das Miteinander zu einer langweiligen Routine geworden ist, verschwindet auch die Freude am Sex (miteinander).

Sex oder Liebe, das ist hier die Frage!

Auch beim Sex ist das Spektrum weiter als: „Vorspiel – Verkehr – duschen – schlafen“. Sexy sind gute Küsse, für die man sich Zeit nimmt, Streicheleinheiten, die nicht sofort bei den erogenen Zonen landen. Tiefe Blicke, eine heiße Massage, intime Gespräche, zB über die sexuellen Fantasien oder Erfahrungen, zweideutige Eindeutigkeiten. Wecken Sie die Lust Ihrer PartnerIn, indem Sie herausfinden, was sie/ihn anturnt, nehmen Sie sich Zeit, viel Zeit für Zärtlichkeiten, bevor Sie weitergehen. Oder gehen Sie auch einmal nicht weiter, bleiben Sie bei den Anspielungen und warten Sie, wie Ihr Gegenüber reagiert. Warten zu können ist eine wichtige Tugend, auch in der Liebe.

Liebe zu machen ist etwas ganz anderes als Sex zu haben. Beides hat seine Berechtigung, aber wir sollten es nicht miteinander verwechseln. Das eine schließt natürlich das anderen nicht aus, aber es ist auch nicht zwangsläufig miteinander verbunden. Wenn Sie geliebt werden wollen, müssen Sie keinen guten Sex suchen (oder bieten) sondern Liebe! Sex führt zu Sex, und nur Liebe zu Liebe. Liebe machen hat mit Vertrautheit zu tun, damit, sich fallen lassen zu können, sich angenommen zu fühlen in all seinen Facetten. So banal es klingt: wir können nur „Liebe machen“, wenn wir uns geliebt fühlen.

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Wie hätten Sie´s gern?

Beim Sex gibt es viele unausgesprochenen Vorstellungen,  Fantasien, auch Ängste und Sorgen: machen wir „es“ zu früh, zu spät, zu oft, zu selten, gar nicht? Wer ist für was verantwortlich? Wann fühlen Sie sich als ganze Frau/Mann, wann so richtig begehrt? Was ist Ihnen peinlich beim Sex, wo sind Ihre Grenzen, was möchten Sie gerne einmal probieren? Wie wichtig ist es für Sie, dass der Verkehr die vertraute Routine nimmt, oder wie willkommen sind Ihnen Besonderheiten, neue Erfahrungen, Abwechslung? Viele Paare, die schon längere Zeit beisammen sind, klagen über Einfallslosigkeit, dann wären neue Ideen einmal angesagt, was allerdings oft Mut kostet. Andererseits ist es auch gut, zu wissen, was die PartnerIn mag, worauf er/sie besonders steht, was sie/ihn  erfreut.  

Sie dürfen auch sagen, wo Ihre Sorgen sind, was Sie als Gelingen oder Versagen einstufen, oder was Sie bei Ihrer PartnerIn als solches sehen. Viele Paare haben im Laufe der Zeit unterschiedliche Bedürfnisse an die Häufigkeit oder die Dauer, und es stellt sich oft als große Herausforderung dar, mit diesen verschiedenen Erwartungen umzugehen. 

Kommst du?

Um zu einem Höhepunkt zu kommen, ist es wichtig, dass man sich entspannt. Ohne diese wird der Mann keine Erektion bekommen, denn die Muskeln im Penis müssen entspannt sein, damit das Blut in den Penis fließen kann! Das ist der Grund – nebenbei bemerkt –  warum sorgenvolle Gedanken oft kontraproduktiv sind: Mann verkrampft sich, und dann ist es schnell mit der Standfestigkeit vorbei! Frauen müssen sich ebenfalls entspannen, sonst kann im Extremfall der Geschlechtsverkehr sogar schmerzhaft sein.

Eine wichtige Frage ist auch: wie endet Sex gut? Ist der Orgasmus (welcher: Ihrer, der Ihrer PartnerIn) das einzige Zeichen eines erfüllten Geschlechtsverkehrs? Was tun Sie, wenn es nicht so abläuft oder endet, wie Sie sich das vorstellen? Und auch hier gibt es viele Unsicherheiten: komme ich zu früh, zu spät, gar nicht? Zu laut, zu leise, zu oft, soll ich vorspielen, ist er echt? Während alle Männer schwören, einen vorgetäuschten Orgasmus zu erkennen, sind viele Frauen da anderer Meinung. Warum täuschen Frauen vor? Wem wollen sie damit helfen, sich oder dem Mann? Tut es das? Was wünschen Sie sich von Ihrer PartnerIn, wenn einer von ihnen nicht kommt?

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Es kann ja durchaus Spaß machen, komplizierte Stellungen, Spielzeuge und sexuelle Varianten auszuprobieren, aber wichtig ist, dass Sex weder ein Leistungssport noch eine Kunstübung ist. Sex ist, sich und einander Freude zu machen, und ist immer eine gemeinsame Angelegenheit. Das bedeutet auch, dass es wichtig ist, miteinander darüber zu sprechen, was gut tut, anturnt, Spaß macht oder eben nicht.

Es ist – überraschender Weise, in unserer so aufgeklärten Zeit, in der Pornographie allgegenwärtig ist – immer noch eines der schwersten Themen, mit der PartnerIn ehrlich über Sex zu reden. Es gibt die durchaus berechtigte Angst vor Verletzungen auf diesem Gebiet (wie sage ich ihr/ihm, dass mich ….. anturnt, oder dass mir sein/ihr ….. nicht gefällt?), dass viele Paare das lieber auslassen. Sie haben Sex, und dann drehen sie sich auf die Seite und schlafen ein. Es braucht viel Vorsicht, und auch mal eine Prise Humor, über intime oder peinliche Dinge zu sprechen, ein Nein aushalten zu können, ein Versagen anzusprechen. Aber so, und nur so!, entsteht die Vertrautheit, die die Voraussetzung dafür ist, dass es bei einem nächsten Mal besser wird. 

Sex ist nichts für Feiglinge!

Nun, auf in die Praxis! Üben Sie diese Woche, sooft es geht! Machen Sie einander Freude: packen Sie Ihr erotisches Rüstzeug aus, verführen Sie einander mit allen Spitzfindigkeiten. Probieren Sie etwas aus: packen Sie einmal kräftig zu oder lassen Sie sich extra lang Zeit. Überfallen Sie Ihre PartnerIn schon hinter der Wohnungstür oder überraschen Sie sie/ihn irgendwie. Lassen Sie Ihre gemeinsamen Fantasien spielen, machen Sie einmal etwas Ungewöhnliches, entdecken Sie die Lust auf Abenteuer wieder! Und vor allem (leider, aber das muss sein!): reden Sie miteinander. Über Sex, über Lust, über Liebe! Die lauen Sommerabende machen es leichter: eine Kerze, ein Glas mit Ihrem Lieblingsgetränk – bereiten Sie sich und einander eine heiße Nacht! Viel Lust wünsche ich Ihnen für die kommende Zeit!

Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 9: Liebe an und für sich.

7. August 2017

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Liebe an sich.

Sich selbst zu mögen ist für viele Menschen nicht leicht. Sich selbst zu lieben schon gar nicht. Daher verwende ich in der letzten Zeit lieber die Umschreibung: „freundlich zu sich selbst sein“. Für sich zu sorgen, dass es einem gut geht. Sich gute Dinge zukommen lassen. Wir sind für unser Wohl selbst verantwortlich, niemand kennt uns so gut wie wir selbst, und niemand ist auch so rund um die Uhr in unserer Nähe wie wir selbst! Sich selbst zu lieben ist meist gar nicht so schwer, bedeutet aber auch nicht, sich einfach nach Lust und Laune alles zu gönnen. Sorge um sich selbst beinhaltet auch Klugheit: was tut mir wirklich gut? Was macht (nur) Kopfschmerzen und einen schalen Nachgeschmack? Das lassen wir dann wohl besser.

Liebe für sich.

Sich selbst zu lieben ist die Bedingung dafür, dass man sich von jemand anderen lieben lassen kann. Aber sich lieben zu lassen ist eine Kunst. Das bedeutet, nicht abzuwehren, wenn jemand etwas Nettes sagt. Das übt man am besten, indem man sich selbst immer wieder freundliche Dinge zuspricht. Irgendetwas gelingt immer, und das darf dann auch gelobt werden. Das muss keine Höchstleistung sein, aber was gut ist, ist gut. Das gilt auch, wenn das andere ebenfalls zusammenbringen, oder vielleicht sogar noch besser können als man selbst. Wenn ich nicht einmal von mir selbst Freundlichkeiten annehmen kann, wie soll ich dann von einem anderen Menschen Liebe annehmen können?

art-2179122_1280Lust an sich.

Dasselbe gilt auch für Zärtlichkeiten. Sich Gutes zukommen zu lassen inkludiert auch den Körper, und hier besonders die Sexualität. Dieses Gute darf auch immer wieder zu einem Höhepunkt führen. Sich zu einer Befriedigung bringen, sich zufrieden sein lassen. Sich zum Höhepunkt führen, sich zum Orgasmus kommen lassen. Liebe an sich geht auch über Sexualität an sich. Lust an sich zu haben ist eine tolle Sache, aber auch die will geübt werden. Wie oft  Sie das mögen und in welcher Form, das finden Sie schon  heraus, wenn Sie ein wenig mutig sind. Experimentieren Sie,  bis Sie sicher wissen, was Ihnen gefällt!

 Lust für sich.

Wie die Selbstliebe die Bedingung dafür ist, dass man sich lieben lässt, so ist auch die Selbstbefriedigung eine Voraussetzung für gute Erotik und Sexualität. Wenn man nicht einmal sich selbst an sich heran lässt – wie soll man das dann einem anderen Menschen erlauben? Wenn man sich selbst keinen Höhepunkt verschaffen kann – wie soll das dann jemand anderer können? Wir lernen am besten, uns fallen zu lassen, wenn wir das für uns selbst üben können. Dann wissen wir, was uns gefällt, bzw. welche Dinge uns nicht so erregen, was wir beim Sex mögen und was uns zum Höhepunkt bringt. (Dass man dann mit der SexpartnerIn auch darüber reden muss, ist eine Sache, die für viele Paare nicht selbstverständlich ist. Darüber nächstes Mal…)

Liebe an und für sich.

Wer sich selbst zu lieben gelernt hat, ist satt und zufrieden, und kann daher auch leichter geben. Nur wer satt ist, kann auch austeilen. Selbstliebe ist kein Selbstzweck, sondern die Grundbedingung für Liebe.

Liebe an und für sich ist die Voraussetzung für die Liebe an und für ein Du.

Erlauben Sie sich doch diese Woche ein paar Experimente in diese Richtung: Lieben Sie sich, seien Sie freundlich mit sich, loben Sie sich selbst. Achten Sie darauf, wie Sie mit oder über sich sprechen, wenn Sie grob sind, vermeiden Sie das. Stellen Sie sich vor den Spiegel und finden Sie „ein gutes Haar“ an sich, und lassen Sie das auf jeden Fall stehen. Seien Sie zärtlich mit sich, bereiten Sie sich körperliche Freuden, bringen Sie sich zum Höhepunkt. Genießen Sie sich, genießen Sie Ihren Körper! Versuchen Sie Dinge, die Ihnen sonst eher unvertraut sind, erlauben Sie sich ein wenig mehr als gewöhnlich. Die Mutigen belohnt das Leben!

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Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 8: Beweg-Gründe.

31. Juli 2017

agility-1850711_1280Beweggründe.

Bewegung stärkt die Leistungsfähigkeit der Muskel, trainiert Herz und Kreislauf, schützt Knochen und Gelenke und verbessert die Sauerstoffversorgung. So hält sie die Energiebilanz im Gleichgewicht, fördert die Verdauung, verbrennt überflüssiges Fett und verlängert das Leben nicht nur sondern steigert auch das Wohlbefinden durch erhöhte Endorphinausschüttung. Ausserdem verbessert Bewegung die Koordinationsfähigkeit und lässt uns geschickt und beweglich bleiben. Wird die Bewegung an der frischen Luft gemacht, verbessert sie auch die Abwehrkraft und verlangsamt damit den Alterungsprozess. Viele gute Gründe also für die Bewegung!

Keine Bewegung!

Das kennen wir alle (hoffentlich nur) aus dem Fernsehen, wenn es zu einem Überfall kommt. Aber die Versuchung kennen wir nicht nur theoretisch – „Sport ist Mord“ heißt das dann. „Ich habe keine Zeit“ für Bewegungen. Ausreden gibt es genug. Immer haben wir tausend Dinge zu tun, die uns wichtiger erscheinen als unsere Gesundheit. Aber Verlierer finden Ausreden – Gewinner Lösungen!

Bewegte Geschichte.

Das ständige Auf und Ab des Lebens, wer kennt das nicht? Einmal läuft alles gut: Wir sind zuversichtlich und froh, die Dinge fallen uns leicht, es geht wie von selbst. Dann wieder, oft aus keinem ersichtlichen Grund, geht alles schief: Das Leben wird mühsam, alles geht einem auf die Nerven, Menschen strengen einen an, nicht einmal sich selbst kann man richtig leiden. In diesen Zeiten hilft es, zu atmen, zu warten, geduldig und würdevoll durchzuhalten. Meist kommt die Freude von selbst wieder zurück, wenn das nicht der Fall ist, rate ich Ihnen zu professioneller Hilfe.

„… und sie bewegt sich doch!“

Das ist der legendäre Satz, den Galileo Galilei beim Verlassen des Inquisitionsgerichts gemurmelt haben soll, nachdem der dem kopernikanischen Weltbild, also der Sicht des Kosmos mit der Sonne statt der Erde im Zentrum, öffentlich abschwören musste. Ob das wirklich so war oder nicht, spielt hier keine Rolle. Mir imponiert das Festhalten an seiner Überzeugung, selbst wenn alle gegen ihn waren. Klugheit war, öffentlich das zu tun, was ihn sonst sein Leben gekostet hätte, Selbstsicherheit, von seiner Überzeugung dennoch nicht abzugehen.

globalization-452693_1280Alle Hebel in Bewegung setzen.

Egal, was es ist, für das Sie sich einsetzen, was Sie bewegt oder dazu bringt, sich in einer Bewegung zu engagieren – bleiben auch Sie bei Ihren Überzeugungen. Wofür es sich für Sie zu kämpfen lohnt, das ist es auch wert. Das kann eine politische Bewegung sein, eine Verantwortung, die Sie übernehmen, eine Überzeugung. Setzen Sie Himmel und Erde in Bewegung, und vor allem: sich selbst. Setzen Sie sich für etwas ein, das größer ist als als Ihre „kleine Welt“, und Sie werden mehr erleben, als Ihre „kleine Welt“ Ihnen je geben könnte!

Bewegungsfreiheit.

Genießen Sie diese Woche Ihre Bewegungen. Die äußeren – der Sommer bietet dazu viele Gelegenheiten. Die inneren – beobachten Sie, was Sie fühlen, empfinden, was die Auslöser sind, was Ihnen Freude oder Leid bereitet. Die größeren – überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist, wofür Sie sich bereits einsetzen oder was es wert sein könnte, dass Sie dafür Einsatz zeigen!

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Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 7: Bauchgefühle.

24. Juli 2017

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Bauchig.

In unserem Bauch verbirgt sich ein kompliziertes Nervensystem: das Bauchgehirn. Es sorgt für die sprichwörtlichen „Schmetterlinge im Bauch“, wenn wir verliebt sind; es ist beteiligt, wenn uns Sorgen und Stress „auf den Magen schlagen“ und vermutlich auch, wenn wir schlechte Laune bekommen, weil wir zum Beispiel hungrig sind. Dass es zwischen Psyche und Verdauungstrakt eine physiologische Verbindung gibt, daran besteht längst kein Zweifel mehr.  

Auf das Bauchgefühl hören.

Das Bauchgehirn besteht aus Millionen von Nerven, die in der Darmwand liegen. Für die Hauptaufgabe, die Verdauung, braucht es das Gehirn überhaupt nicht, wir können die weder bewusst regeln noch irgendwie beeinflussen. Die Nervenzellen steuern die Darmbewegungen und alles, was damit zusammenhängt. Aber es gibt schon eine enge Verbindung zwischen Bauchhirn und Kopf, denn sie sprechen „dieselbe Sprache“: die Hormone Dopamin oder Serotonin. Diese steuern Wohlbefinden und Immunsystem und sind so für die Stimmung maßgeblich mitverantwortlich.

Aus dem Bauch heraus.

Entscheidungen, die intuitiv getroffen werden, haben oft mit dieser Weisheit des Bauchgehirns zu tun und sind daher gar nicht so unbegründet, wie sie uns manchmal erscheinen. Auch wenn es manchmal zu einer Bauchlandung führen kann, aber vielleicht war es den Flug wert? 

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Ein Loch im Bauch haben.

Das kommt aus zwei verschiedenen Gründen vor: jemand hat uns ein Loch in den Bauch gefragt (Kinder sind ganz gut darin, aber wenn ich ehrlich bin: in meinem Job ist es oft der Fall) oder wir haben schon lange nichts mehr gegessen. Wenn wir ein Loch haben, sind wir nicht wie selbst – Du bist nicht du, wenn du hungrig bist! Wir wollen aber ganz sein, und daher ist es gut, sich gelegentlich den Bauch voll zu schlagen, auch wenn wir dann riskieren, einmal den Bauch einziehen zu müssen. Aber es ist ja nicht nur Essen, was wir brauchen, um uns wohl zu fühlen:

Bauchpinseln.

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Lassen Sie es sich gut gehen! Lassen Sie sich den Bauch pinseln oder tun Sie es selbst: verwöhnen Sie sich, lassen Sie zu, dass jemand es tut. Wie gut ist es doch, wenn jemand einmal vor einem auf dem Bauch liegt vor Bewunderung! Bewundern Sie sich selbst. Und gönnen Sie diesen Genuss auch jemand in Ihrem Bekanntenkreis: gehen Sie „bauchpinselnd“ herum und verteilen Sie Komplimente! Davon wird man nicht dick, diesen Bauch muss man nicht abtrainieren – den Bauch voll Leben und Freude!

Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 6: Herzensdinge.

17. Juli 2017

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Herzlichen Glückwunsch!

„Herz“ wird  Alltag gerne verwendet, um jemanden zu grüßen. Wir sprechen von Herzensgüte und von Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben, wir setzen uns „mit Herzblut“ für eine Sache ein. Manchmal fliegen einem alle Herzen zu, und dann wieder rutscht einem das Herz in die Hose.  Wir haben etwas auf dem Herzen, können jemanden ins Herz schließen, mit ihm ein Herz und eine Seele sein oder es jemandem brechen.

Herzschlag.

Das Herz ist der Sitz des Lebens. Es ist ein kräftiger Muskel, der die Aufgabe hat, die Durchblutung des Körpers zu sichern. Das macht dieses relativ kleine, aber unermüdliche Organ im Laufe eines Menschenlebens zirka zweieinhalb Milliarden Mal und befördert dabei über 7000 Liter Blut pro Tag. Deshalb ist das Herz auch ein Symbol für Ausdauer und Durchhaltevermögen. Das erste, was wir von einem Kind im Mutterleib hören, ist sein Herzschlag, und jeden Rhythmus, der in etwa dem Herzschlag des Menschen entspricht, finden wir beruhigend, weil es uns an die sanften Geräusche damals erinnert. 

Herz und HirnHerzerwärmend.

Wenn etwas gut für das Herz ist, dann meinen wir damit etwas Angenehmes. Das Herz ist für die meisten Menschen der Mittelpunkt der Empfindungen, der Ort, wo die Gefühle beheimatet sind und wo die Seele wohnt. Dort trifft uns Amors Pfeil, aber auch Liebeskummer, und dort kann auch schon einmal etwas brechen. Aber es ist auch der Platz, wo es sich gut anfühlt, warm und ruhig, wenn wir das Gefühl haben, irgendwo angekommen und zuhause zu sein. Was tun Sie, damit sich Ihr Herz wohl fühlt?

Herzensangelegenheiten.

Ich hoffe, Sie sind (oder waren einmal) Herz über Kopf bei einem Menschen, den Sie am liebsten die ganze Zeit herzen würden. Verliebt über beide Ohren, herzverbunden. Dem Herzschlag des geliebten Menschen lauschen, gemeinsam in Herzensangelegenheiten unterwegs zu sein – das alles macht das Leben schön. Da kann man schon einmal das Herz verschenken (und dabei manchmal fast den Verstand verlieren). Die gute Nachricht ist: im Zweifelsfall gewinnt immer das Herz über den Kopf. Schon allein deswegen, weil das Herz – und damit die Gefühle – so viel älter sind als unser Verstand: schon die Dinosaurier konnten sich auf ihre Gefühle verlassen. Im Vergleich dazu ist die Großhirnrinde, wo unsere Vernunft sitzt, blutjung und wird vom „Dino-Gehirn“ gar nicht wirklich ernst genommen. 😀

 

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Lachen. Leben. Sich freuen. Sich entscheiden. Spaß haben. Gefühle zulassen. Auch mal weinen, verzweifeln. Dann wieder Hoffnung schöpfen. Weitergehen. Wieder in die Fülle kommen. Warmherzig sein. Jemanden herzlich umarmen. Großherzig sein, ein Herz für … (was auch immer) haben. Lebendig sein.

Egal, was Sie in der nächsten Woche machen – machen Sie es mit ganzem Herzen. Spüren Sie das Leben, fühlen Sie Ihr Herz, freuen Sie sich von Herzen. Lassen Sie sich vom Leben in Fülle und von der Lust mitten ins Herz treffen.

Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 5: Eine Nase voll.

10. Juli 2017

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Eine Nase voll nehmen.

Der  Geruchssinn prüft unsere Atemluft  auf Gefahren und warnt uns vor Rauch oder schädlichen Gasen. Am besten können wir riechen, wenn wir die Luft schnell durch die Nase einziehen, so kommt besonders viel Luft an die Sinneszellen in der Nasenhaut, die dann den Geruch ans Gehirn weiterleiten. Der Geruchssinn ist viel feiner als der Geschmackssinn: während wir nur 4 oder 5 Geschmäcker unterscheiden können, erkennen wir bis zu 4000 unterschiedliche Gerüche!

Die Nase voll haben.

Wenn wir allergisch sind, schwillt die Nase zu: wir haben die Nase voll. Dann können wir nicht mehr gut atmen, wir müssen niesen und die Nase putzen. Wenn wir jemanden  oder eine Situation „nicht riechen können“, passiert etwas Ähnliches: wir haben die Nase voll davon.

 

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Wenn Menschen einen „guten Riecher“ für Geschäfte haben, dann können sie damit ganz schön viel Geld verdienen. Wenn man allerdings dieses Geld dann nicht sinnvoll ausgibt, sondern sich überflüssige Dinge kauft, wie zB eine goldene Nase, dann handelt man unklug und wird das Geld vermutlich bald wieder  los sein. Aber dann kann man ja immer noch diese Nase wieder verkaufen.

Die Nase vorne haben.

Viele Menschen versuchen stets, andere zu übertrumpfen, besser zu sein als die anderen und haben echte Probleme, wenn sie auf Menschen treffen, die in bestimmten Bereichen besser sind als sie. Dazu kann ich nur sagen: in jedem einzelnen Gebiet unseres Lebens wird es Menschen geben, die in diesem Aspekt geschickter oder versierter sind. Und das ist auch gut so, denn niemand kann in allen Facetten des Lebens gleichzeitig WeltmeisterIn sein. Aber die Summe macht es aus: niemand ist genau so wie ich, niemand hat die gleichen Erlebnisse gehabt, die gleichen Gedanken gedacht, die gleichen Menschen getroffen, dieselbe Musik gehört. DAS macht uns einzigartig!

(Überall) die Nase hineinstecken.

Und dann gibt es Menschen, die sind (positiv) neugierig, die interessieren sich für viele Dinge, die wollen möglichst viel wissen, weil sie davon fasziniert sind, wie bunt die Welt ist: wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, Dinge zu sehen, auszudrücken, wie man so leben kann, was Menschen so denken, wie sie sich fühlen, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält, … Die sich fragen,warum überhaupt irgendetwas existiert und nicht einfach gar nichts. Das sind Menschen, die immer jung bleiben, im Gegensatz zu denen, die auf alles schon eine Antwort haben und nichts anderes zu erleben bereit sind als das, was sie immer schon erlebt haben.

Immer der Nase nach –

das ist meine Einladung für diese Woche! Riechen Sie an möglichst vielen Dingen, auch an ungewöhnlichen (wie riecht eigentlich die Hausmauer, welchen Duft hat das Auto?). Entdecken Sie, wen oder was Sie gut riechen können und tun Sie das ein paar Tage bewusst. Stecken Sie Ihre Nase in alles, was Sie interessieren können und seien Sie neugierig: auf ungewohnte Musik (ja, wählen Sie einen Sender, den Sie sonst nicht hören und versuchen Sie, etwas Gutes daran zu finden), auf ungewohnte Gerüche (wie wäre es mit einem anderen Parfum oder Raumdeo?) oder darauf, wie Ihre PartnerIn / Ihr Kind / Ihr Haustier / Ihre Wohnung riecht. Experimentieren Sie mit Ihrem Lieblingsduft, riechen Sie an den Gewürzen in Ihrer Küche (was nicht mehr riecht, gehört sowieso entsorgt!) und leben Sie eine Woche – der Nase nach!

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Lustvoll: mit allen Sinnen genießen. Sommerreihe Teil 4: Ohren-Schmaus.

3. Juli 2017

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Ganz Ohr sein.

Wir können Ohren machen oder für etwas offene Ohren haben. Ein Musikstück kann ein „Fest für die Ohren“ sein, ein Ohrenschmaus. Der Wolf antwortet auf die Frage Rotkäppchens nach dem Grund für dessen große Ohren „damit ich dich besser hören kann!“. Ist es also immer gut, gehört zu werden? Was hören wir, wenn wir zuhören? Was überhören wir (geflissentlich)? Wofür sind wir gänzlich taub? Wann legen wir die Ohren an?

Ohrwurm.

Ein Lied oder ein Musikstück kann ein Ohrwurm sein, und das ist entgegen der Google-Suche kein Insekt. Zum Glück, denn einen Ohrwurm haben wir leicht: es wiederholt sich dauernd, es hält uns quasi gefallen, es lässt uns nicht los. Da können wir versuchen, die Ohren davor zu verschließen, Ohropax einzulegen, Ohrhörer mit anderer Musik einzulegen – wenn wir Glück haben, verschlägt es uns dabei nicht gänzlich die Ohren. Und manchmal sausen sie ganz schön, diese Ohren. 

In den Ohren liegen.

soldier-708726_1280Anhören, zuhören, lauschen: all das ist das richtige Hören. Mit ganzer Aufmerksamkeit bei einem Menschen oder Geräusch sein. Wahrnehmen, was zu hören ist. Die Ohren spitzen, aufmerksam sein.  Verstehen wollen, wenn jemand redet, ohne vorher schon zu „wissen“, was jemand sagen will. Sich überraschen lassen von Worten. Oder einmal nicht dem Inhalt sondern der Stimme des/der Anderen lauschen. Jemanden „auf sich einplaudern“ lassen. Die Augen schließen und mit den Ohren sehen.  Wirklich begreifen wollen und einen Ohr-Gasmus haben.

Es faustdick hinter den Ohren haben.

Es gibt einen alten Glauben, dass Schalk und List kleine Dämonen sind, die hinter den Ohren sitzen. Dort machen sie dicke Wülste, die bis zu faustgroß sein können. Daran kann man also die Verschlagenheit und Bosheit dieser Menschen erkennen.  

Sich die Zeit um die Ohren schlagen.

Wir können so leben, dass wir für alles taub sind: für Musik, für Menschen, für Situationen. Wir können uns die Zeit um die Ohren schlagen mit Dingen, wo doch nur die Zeit vergeht. Das ist aber schade, denn sie ist sehr kostbar, die Zeit, und wir haben nicht unendlich viel davon. Eher ist es umgekehrt: eines Tages schlägt uns die Zeit tot.

Innen-Ohren.

ancient-1807518_1280In uns drinnen gibt es eine leise Stimme, die wir wahrnehmen können, wenn wir nach innen lauschen.  Mit dieser Stimme, die wir Gewissen nennen, kommt uns ständig zu Ohren, was richtig oder falsch für uns ist.  Diese innere Stimme zu ignorieren, sich vor ihr die inneren Ohren zuhalten zu wollen, kann bis zum Hörsturz führen. Da bleibt dann nur noch die Ohren steif zu halten.

Nicht für fremde Ohren

sind Gespräche, die wir in vertrauter Runde führen, und das ist meine Anregung für diese Woche. Hören Sie einmal richtig zu, bleiben Sie neugierig, bei einem Gespräch mit sich selbst oder mit Ihren GesprächspartnerInnen. Umgekehrt: lassen Sie sich zuhören, durch sich selbst, Ihre GesprächspartnerIn oder auch Ihrer Therapeutin. Falls Sie Interesse an einem Gespräch haben, lassen Sie es mich wissen, ich freue mich, wenn Sie sich bei mir melden!