Beziehungs-ABC: B wie Beziehungs(un)fähigkeit

15. Oktober 2018

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B wie Beziehungs(un)fähigkeit

Mit einer Beziehung ist es wie mit einem Ofen. Wenn man sich vor ihn setzt und sagt: „Sobald du mir Wärme gibst, gebe ich dir Holz“, wird man nicht weit kommen. Es ist daher notwendig, selbst anzufangen, wenn man es warm haben will. Man muss dem Ofen Holz geben, und zwar nicht deshalb, weil der Ofen es für sich braucht oder es verdient hat, sondern weil man selbst es warm haben möchte.

bank-2662347_640Das bedeutet für die Beziehung: wenn man sich geliebt fühlen will, dann soll man selbst damit anfangen, liebevoll zu sein. Lieben ist ein Tun-Wort und nicht eine Sache, die einem in den Schoß fällt und dann einfach bleibt oder wieder verschwindet. Es liegt in unserer Hand, wie wir mit unserer PartnerIn umgehen, und wenn wir uns zu wenig geliebt fühlen, dann sind wir meist auch selbst nicht liebevoll genug gewesen. Und zur Erinnerung: man macht das zuerst nicht unbedingt, weil es die Partnerin braucht oder verdient hat, sondern weil man selbst geliebt werden möchte!

flame-580342_640Um dieses Beispiel noch etwas weiter zu treiben: man muss den Ofen auch mit dem füttern, was der Ofen an Brennmaterial braucht und nicht das, was einem selbst richtig erscheint oder was man selbst zum Brennen braucht. Einem Holzofen muss man Holz geben, einen Ölofen Öl und einem Gasofen Gas. Selbst wenn man selbst auf ein anderes Material steht. Da macht es keinen Sinn, dem Ofen zu erklären, warum das Material, das er braucht, nicht vorhanden, teuer oder wenig sinnvoll ist. Versuchen Sie nicht, den Ofen zu bekehren, dann werden Sie lange frieren!

hands-699486_640Finden Sie also heraus, was das ist, was Ihre PartnerIn unter liebevoller Zuwendung versteht: sind es Zärtlichkeiten, Gespräche oder Geschenke, Unterstützung, vielleicht auch: Lob, Zeit, gemeinsame Unternehmungen, …? Das ist wahrscheinlich nicht unbedingt immer auch das, was Sie gerade bevorzugen, aber diskutieren Sie nicht darüber, was sie/er braucht sondern: wenn Sie es warm haben wollen, wenn Sie sich geliebt fühlen möchten, geben Sie Ihrer PartnerIn genau das. Umgekehrt werden Sie dann auch bald das bekommen, was Sie wollen (vorausgesetzt, Sie haben das Ihrer PartnerIn auch mitgeteilt!)

In diesem Sinne: eine warme Woche!

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Beziehungs-ABC: A wie: Aller Anfang ist leicht

8. Oktober 2018

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Aller Anfang ist leicht!

Nach längerer oder auch kürzerer Zeit, mit mehr oder weniger Sehnsucht und Hoffnung ist es nun endlich so weit: ihr habt einander gefunden und euch ineinander verliebt. Dieses Gefühl ist wunderschön: alles erscheint leicht, man selbst fühlt sich interessant, sexy, wunderschön, liebenswert und unglaublich witzig. Dasselbe gilt für die PartnerIn: sie/er ist endlich eine Seelenverwandte, ein Held ohne Fehl und Tadel!

Das ist eine gute Zeit, weil man mit jedem Menschen eine neue und andere Welt in all ihrer Schönheit kennenlernt, und weder sie noch die Ansichten der PartnerIn hinterfragt. Gleichzeitig ist da jemand, die/der sich für mich interessiert, meine Welt kennenlernen und das Leben mit mir teilen möchte.

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Zwei sehr unterschiedliche Probleme kann es in dieser Phase einer Beziehung geben: auf der einen Seite gibt es die, die diese Zeit immer festhalten möchten und auf der anderen die, die sie sich nie zu erleben getrauen.

castles-616573_640Die Enttäuschten: Wenn diese Zeit der Verliebtheit vergehen wird, dann wird eine gewisse Enttäuschung darüber entstehen. „Ich wollte einen allnächtlichen Mann – und habe einen alltäglichen bekommen.“ Was erst lustig oder traurig klingt, ist aber auch die einzige Möglichkeit, dass aus der Verliebtheit eine tiefe Liebe wird, die die Beziehung auf Dauer tragen kann.

Verliebtheit ist toll, aber eine Beziehung tragen kann sie nicht. Sie ist das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der Liebe, und es ist gut, wenn wir uns immer wieder neu in unsere PartnerIn verlieben, wenn wir immer wieder aus dieser Zeit des Anfangs schöpfen und uns wieder einmal so verhalten wie am Anfang. So wird die Zeit der Verliebtheit immer eine Erinnerung daran, dass wir einander nicht als selbstverständlich betrachten: es ist ein Geschenk, dass du mit mir zusammen bist und mich liebst, mich in meiner Eigenart erträgst und auch in schwierigen Phasen bei mir bleibst.

sculpture-1478106_640Und dann gibt es Menschen, die vor lauter Angst erst gar niemanden so nahe an sich heranlassen, dass sie sich verlieben könnten. Sie fürchten den Verlust der wunderbaren Träume so sehr, dass sie lieber ihr Herz verschließen, von Anfang an die Fehler im Anderen suchen, der es ihnen unmöglich machen wird, sich überhaupt ernsthaft auf jemanden einzulassen.

Die Aussagen dieser Menschen sind dann: „Die große Liebe ist ja nur ein Märchen, die gibt es gar nicht.“ Oder: „Warum soll ich mir das Ganze mit der Beziehung antun, es macht mich höchstens verletzbar.“ Aber die Sehnsucht nach Nähe, die ist bei Vielen trotzdem da.

Verliebtheit ist ein schönes Gefühl, wir dürfen diese Phase genießen, ja, wir sollen es sogar. Wir dürfen nur nicht glauben, dass das schon alles ist, dass es immer Rosen regnen muss oder gar soll. Aber wir können später immer wieder auf diese Zeit zurückschauen und uns daran erinnern, welch ein tolles Geschenk es bedeutet, wenn einem jemand das Herz schenkt.

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Beziehungs-ABC

1. Oktober 2018

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Ich habe angekündigt, ab Herbst mit dem Beziehungs-ABC zu starten, und das beginnt also heute mit der Vorstellung der Themen. Zur Adventszeit wird es eine Pause geben – da wird es um Spiritualität gehen – aber ab dem kommenden Jahr geht es dann wieder mit dem Durchbuchstabieren des Beziehungs-ABCs weiter. Lassen Sie sich überraschen!

A wie Aller Anfang ist leicht

B wie Beziehungs(un)fähigkeit

C wie Charisma macht alles einfacher

D wie Du bist ja ganz anders

E wie Erotik und Sexualität

F wie Fröhlich bin ich Frau

G wie Gewohnheiten – Segen oder Fluch?

H wie Hoch-Zeiten versus Alltagstrott

I wie Ich liebe dich

J wie Jagdverein und sonstige Hobbys

K wie Kinder und andere kreative Projekte

L wie Liebe, Lust und Leidenschaft

M wie Männer mag man eben

N wie Nähe und Distanz

O wie Organisation ist alles

P wie Patchwork oder wie geht das mit uns allen?

Q wie Querschläger, Fehltritte und Ausreißer

R wie Richtig oder falsch?

S wie Schwiegerfamilien sind (nicht immer) ganz einfach

T wie Tiefzeiten nach den Hoch-Zeiten

U wie Unbesprochenes, Unbeirrtes und Unbestrittenes

V wie Vergangenheit begleitet uns

W wie Wir schaffen das

XX oder XY wie Diese Sache mit den Chromosomen

Z wie Zukunft für uns beide!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 12: Auf Wiedersehen – und auf ein Wieder-Sehen

17. September 2018
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Auf Wiedersehen – und auf ein Wieder-Sehen
Wir sind am Ende des Sommers angekommen, und auch am Ende der Sommerreihe „nach Lust und Laune“. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Mitlesen, hoffe, dass Sie das eine oder andere Interessante erfahren konnten und bei den Experimenten hoffentlich erlebt haben, wie Sie mit Ihren „Dinosauriern“ umgehen können.
Nach dem „launigen“ Sommer geht es jetzt wieder ernst weiter – auf meiner Homepage können Sie mir weiter folgen, Sie müssen sich dort nur eintragen, dann bekommen Sie wöchentlich meine neuesten Blog-Einträge per mail zugesandt.
Das Thema, das uns dort in den nächsten Wochen beschäftigen wird, ist das „Beziehungsweise-ABC“: Woche für Woche werde ich nach dem Alphabet Themen rund um Beziehung „durchbuchstabieren“, von A wie Anfang bis Z wie Zufriedenheit.Falls Sie Themen haben, zu denen Sie möchten, das ich etwas schreibe, bitte senden Sie mir ein Mail, dann werde ich Ihre Anregung aufnehmen, wenn mir das irgendwie möglich ist. Wenn Sie das tun möchten, bitte klicken Sie
HIER und teilen Sie mir Ihren Wunsch mit.
Ich freue mich über alle, die mitlesen, oder auch mitdiskutieren. In diesem Sinne: einen guten Start in den Herbst, und ich hoffe, wir treffen einander auf meinem Blog wieder!
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Experiment 12: dem Blog folgen (falls Sie das nicht ohnehin schon tun..)
 
Bitte machen Sie es einfach jetzt gleich: klicken Sie auf den Button „diesem Blog folgen“ auf der Startseite rechts und tragen Sie sich dort ein. Sie sichern sich damit die Zusendung aller zukünftigen Blog-Einträge: das Beziehungs-ABC, das im Oktober starten wird, und viele andere interessante Beiträge rund um Leben, Lieben, Lassen, Lust und Launen.
Ich freue mich, wenn Sie auch gelegentlich einen Kommentar dazu geben, wenn Ihnen etwas besonders wichtig erscheint oder Sie auch eine andere Meinung haben.
Sollten Sie bereits einE regelmäßige LeserIn meines Blogs sein, sage ich Ihnen hiermit, dass ich mich über Sie besonders freue!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 11: W wie Wut und Z wie Zorn

10. September 2018

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W wie Wut und Z wie Zorn

Wut und Zorn sind mächtige Gefühle, die uns ziemlich Angst machen können. Sie sind unangenehm, für uns und/oder die anderen, sie kommen wie eine Welle über uns, und meist fühlen wir uns ihnen vollkommen ausgeliefert. Und sie können eine Menge anstellen und kaputt machen, von ein paar Häferln, die wir in unserer Wut zerschlagen bis hin zu Beziehungen, ja sogar bis zum Krieg zwischen Völkern. Oder sie richtet sich nach innen, gegen sich selbst, dann wird man depressiv oder verletzt sich selbst, bis hin zum Suizid.
Alles in allem: ist es also ein Gefühl, das man besser vermeidet, weil es so schädlich und gefährlich ist? – NEIN!
Erstens nein, weil es ja gar nicht geht (wir erinnern uns: Dinos!) und zweitens nein, weil es schade darum wäre.
Schade, wenn es doch so gefährlich ist? – Kein Gefühl ist ohne Grund da, und die Wut ist da keine Ausnahme. Denn die Wut zeigt sehr deutlich auf, wo etwas nicht gut ist.
Unsere Seele will, dass wir es gut haben, und wenn wir das nicht bekommen, werden wir wütend. Es geht also (nur) darum, einen Weg zu finden, das Problem zu sehen und einen Weg zu finden, den Konflikt zu lösen, und zwar mit besseren Mitteln als mit blinder Wut.
Wie das geht, wissen Sie jetzt schon: den Dino vorbeiziehen lassen (atmen und warten, wissend, dass Sie jetzt diese eine Situation/Aussage/Handlung wütend gemacht hat, und wir bleiben bei dieser einen einzigen!) und dann mit Hilfe der Vernunft Lösungen suchen, mit denen beide Seiten gut leben können.
Wenn Sie, was Viele machen, das Problem verdrängen, kaum dass der Dino weg ist, werden Sie bei der nächsten Gelegenheit wieder wütend werden (müssen!). Umgekehrt ist ein Problem, das für beide Seiten gut gelöst ist, einfach passé: damit müssen Sie sich nicht mehr herumplagen.
abstract-71283_1280Experiment 11: Lösungen finden
 
Dieses hier wird jetzt richtig schwierig! (Aber jetzt sind Sie ja auch schon keine AnfängerInnen mehr, und das Schwere habe ich mir daher bewusst für den Schluss aufgehoben)!
Ich bitte Sie, wenn Sie zornig werden, zuerst den Dino vorbei ziehen zu lassen und sich dann, und erst, wenn Sie nicht mehr dampfen vor Zorn!, zu überlegen, was Sie tun könnten, um diese Situation zu entschärfen.
Und ja, ich weiß: SIE haben es ja nicht gemacht, es war irgendwer anderer, der/die Sie geärgert hat. Genau darum geht es: auch die andere Seite war zornig, und zwar vermutlich genau auf Sie.
Es geht also darum, sich miteinander hinzusetzen und ohne Vorwürfe (die machen uns nur noch einmal zornig) darüber zu sprechen, was Sie wütend gemacht hat und anzuhören, wie das die andere Seite wahrgenommen hat.
Das geht, wirklich! Und wenn Sie eine Lösung gefunden haben, dann feiern Sie das gemeinsam!
(Falls Sie dabei Hilfe brauchen, weil die Situation schon zu verfahren ist, bitte tun Sie das. Nicht alles geht immer alleine, und dafür gibt es auch Profis, die einem helfen können.)

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 10: Lust und Liebe

3. September 2018

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Lust und Liebe

Sie werden sich erinnern: ich könnte eine ganze Sommerserie über die Liebe schreiben, weil es dazu so unendlich viel zu sagen gibt. Ich will mich heute mit einer speziellen Art von Liebe beschäftigen: der Liebe zu Menschen allgemein.
Vielen fällt bei „Liebe“ die partnerschaftliche Liebe ein oder die Liebe zu den Kindern. Aber Liebe ist auch eine grundsätzliche Einstellung: ein weit offenes Herz, das bereit ist, freundlich und erst einmal prinzipiell offen auf Menschen zuzugehen. Das klingt Vielen vielleicht nach Naivität, aber es geht darum, anderen Menschen alles zuzutrauen, sogar das Gute ;). Also: es muss nicht automatisch so sein, wäre aber grundprinzipiell trotzdem möglich, dass diese anderen Menschen sogar Recht haben, nett sein oder sogar mögliche FreundInnen sein könnten …!
(Denn dass alle außer uns vollkommene Idioten sind, die von nichtseine Ahnung haben, und dass wir sowieso und außerdem alles am besten wissen – das fällt uns erstaunlich leicht.)
Wenn wir diese Art von Liebe üben, werden wir erstaunlich Effekte beobachten: die Menschen werden uns tatsächlich freundlicher erscheinen, wir werden mehr positive Erfahrungen mit den Anderen machen.
Meine Oma hat das genannt: „Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück“. Probieren Sie es, es stimmt tatsächlich. Je liebevoller wir mit den Menschen umgehen, desto netter sind sie auch zu uns.
Es ist also hier auch so, wie wir es aus der Zweierbeziehung kennen: lieben ist ein Tun-Wort! Wir sind liebevoll (auch), damit wir selbst liebevoll behandelt werden. Wir machen es also nicht (nur) für die anderen sondern immer (auch) für uns selbst!
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Experiment 10:
freundlich „in den Wald rufen“
 
Sie werden sich schon denken, was Sie in den nächsten Tagen ausprobieren dürfen: seien Sie zu ein paar Menschen, die Ihnen gar nicht besonders nahe stehen oder die Sie überhaupt nicht kennen, freundlicher und liebevoller als sonst. Ein Lächeln hier, ein freundliches Wort dort – und achten Sie darauf, welchen Effekt das hat: auf die anderen, und auch auf Sie selbst.
Aber Achtung: es könnte Nebenwirkungen haben: Sie könnten sich besser fühlen und Sie könnten angelächelt werden.
Ein liebevoller Mensch zu sein kann sich niemals nur auf den engsten Kreis beziehen sondern ist immer eine Einstellung des Herzens!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 9: Trauer – Scheiden tut weh.

27. August 2018

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Trauer: Scheiden tut weh!

„Winter ade. Scheiden tut weh. Aber dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht. Winter ade. Scheiden tut weh.“
Das Reizvolle an diesem bekannten Kinderlied ist, dass es den normalen Abschiedsschmerz aufnimmt, in die Luft wirft und dann ins Gegenteil verkehrt: nein, nicht jeder Abschied tut weh!
Dennoch wissen wir, dass es meist eben doch so ist: wir trauern, wenn wir uns von Liebgewonnenem verabschieden müssen. Das können Menschen sein, die von uns gehen durch Tod oder Trennung, Orte, die wir verlassen müssen, Lebensphasen, die vorbei sind, oder auch Freude, Hoffnung oder ein Lebenssinn, wie bei einer Depression.
Wie also gehen wir mit einem Abschied um? Wir alle kennen das Wort „Trauerarbeit“, aber was genau bedeutet das?
Sie sind mittlerweile schon geübt in diesen Dingen, Sie werden ahnen, was kommt: nehmen Sie das, was war, liebevoll in den Blick (ja, ich weiß, das tut ein bisschen weh, aber anders geht es nicht, leider). Bedanken Sie sich für all das Gute, das Sie gemeinsam erlebt haben, und atmen Sie dabei.
Dann betrachten Sie auch das weniger Gute und Unangenehme, das mit der Situation verbunden war, und atmen Sie auch damit eine Weile.
Und dann: lassen Sie los. Schauen Sie zu, wie das, was vorbei war, sich von Ihnen entfernt, lassen Sie es davonschwimmen, -rinnen, -fliegen, … (was Ihrer Phantasie am ehesten entspricht).
Im nächsten Schritt wenden Sie sich nun der neuen Aufgabe zu, die vor Ihnen liegt. Es gibt immer etwas Neues, wenn eine Phase zu Ende geht, und die zu entdecken und gut zu meistern ist jetzt Ihr Auftrag. Denn denken Sie daran: alles, was Ihnen jetzt neu und fremd vorkommt, ist das, wovon Sie sich später auch wieder einmal schweren Herzens verabschieden müssen!
(Noch ein Wort zu Depressionen: das ist eine Krankheit, die nicht so einfach „mal kurz weggeht“ – wenn Sie darunter leiden, bitte holen Sie sich professionelle Hilfe bei Ihrer PsychiaterIn oder PsychotherapeutIn!)
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Experiment 9: Abschied proben
Meine heutige Einladung ist nicht ganz einfach, aber sehr effektiv: finden Sie in Ihrer Wohnung eine Sache, die Sie nicht mehr brauchen, mit der Sie aber Gefühle verbinden, die Sie bisher daran gehindert haben, sie wegzugeben.
Gehen Sie nun die oben genannten Schritte durch: denken Sie an das Gute – atmen Sie. Denken Sie an das Schwierige – atmen Sie. Verabschieden Sie sich von dieser Sache, lassen Sie sie innerlich los.
Dann geben Sie das Ding weg: verschenken Sie es, geben Sie es zur Caritas, werfen Sie es weg.
Nur 1 Sache – Sie schaffen das! Und lernen dabei mehr als wenn Sie nur „entrümpeln“: Sie verabschieden sich davon!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 8: B wie Begeisterung

20. August 2018
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B wie Begeisterung

Letzte Woche war ein unangenehmes Gefühl dran, diesmal nehmen wir ein angenehmes: Begeisterung, Freude, Glück. Wie jedes andere starke Gefühl vergeht (leider, in diesem Fall) auch dieses ziemlich bald wieder: oft sind wir von etwas begeistert, aber in den „Mühen der Ebene“ vergeht die Freude an der Sache dann wieder.
Wenn wir uns die Begeisterung für eine Sache oder einen Menschen erhalten wollen, dann müssen wir „den Dino füttern“. Sie wissen inzwischen, wie das geht: am besten mit Sätzen wie „du bist immer so lieb zu mir“ oder „diese Sache ist mir einfach nie zu viel, weil sie mir immer so viel Freude macht“. Weil wir diese Gefühle schätzen, müssen wir sie umsorgen wie wir ein Haustier versorgen würden: regelmäßig füttern, gelegentlich den Mist wegräumen, und wenn es ihm nicht gut geht, mal auch professionelle Hilfe holen, damit es wieder gesund wird. Auf diese Weise bleiben auch die schönen Gefühle wie Begeisterung länger bei uns.
Es wird sich natürlich nicht ganz umgehen lassen, dass die auch die guten Gefühle einmal Pause machen, aber dann gilt auch wieder dasselbe wie für jede unserer Launen: in Verhandlungen treten. Wenn man keine Lust hat, sich für eine Sache einzusetzen, die einem im Grunde Freude macht, dann gilt es, Deals auszumachen: „ich mache das nur für eine Viertelstunde, dann mache ich eine Pause und setze ich mich  danach noch einmal eine Zeitlang hin“ oder „gut, im Moment ist die Begeisterung für diesen Menschen nicht so besonders, weil es etwas mühsam zwischen uns ist, aber ich weiß, dass es sich auszahlt, weil ich den Menschen im Grunde sehr mag, nur jetzt ist gerade eine Durststrecke.“
Wenn wir den Dino lang genug füttern, kommt er wieder zurück. Wenn wir in eine Sache Zeit und Aufwand investieren, wird sich das lohnen. Denn auch die guten Gefühle verschwinden, wenn wir nichts für sie tun, und das ist dann oft schade.
Und nicht notwendig.
Sie wissen, was Sie tun können.
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Experiment 7:
die Begeisterung versorgen
 
Ich lade Sie ein, sich hinzusetzen und zu überlegen, wofür Ihr Herz brennt oder gebrannt hat.
Falls es das noch immer tut: ausgesprochen fein.
Falls es aber eher im Abglühen ist: fachen Sie es noch einmal an! Machen Sie kleine Schritte bei den Dingen, die Sie begeistert haben, setzen Sie kleine Aktionen, die Sie nicht überfordern, aber dennoch die Sache weiterbringen: eine Viertelstunde das Buch schreiben, das Sie immer schon schreiben wollten, ein Spaziergang mit dem Menschen, den Sie so schätzen, eine Freundlichkeit hier, ein Einsatz dort.
Und freuen Sie sich daran, wie Ihr Haustier, das Sie schon fast für verendet gehalten haben, langsam wieder zum Leben erwacht!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 7: A wie Angst

13. August 2018

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A wie Angst

 

Wenden wir uns nun im 2. Teil einigen speziellen Launen zu, und beginnen wir bei der Angst. Angst ist sicherlich ein sehr unangenehmes Gefühl, aber es ist auch dasjenige, das uns am Leben und gesund erhält. Stellen Sie sich nur einmal vor, wir hätten keine Angst vor den gefährlichen Dingen – das wäre wirklich lebensgefährlich!
Allerdings übertreibt die Angst auch gelegentlich: nicht alles, wovor man sich fürchtet, ist auch wirklich bedrohlich! Um nun das Gefährliche vom Ungefährlichen zu unterscheiden brauchen wir unsere Vernunft, das kann der Gefühlsteil des Gehirns nicht leisten. Wir dürfen herausfinden, was die Vernunft zu einer Situation sagt (Risikoabschätzung, Gefahrenbeurteilung), das ist wichtig für eine ordentliche und sinnvolle Verhandlung, wie ich Sie Ihnen letzte Woche vorgestellt habe.
Dann machen Sie es so, wie Sie es schon geübt haben: erst einmal atmen und warten (und dabei den Angst-Dino nicht füttern), indem Sie sich sagen: Ich habe gerade jetzt vor dieser speziellen Sache Angst. Atmen und warten Sie, bis das Gefühl der Bedrohung kleiner geworden ist. Und dann gehen Sie in Verhandlungen: „Es fühlt sich gefährlich an, UND meine Vernunft teilt mir mit, dass es durchaus Menschen gibt, die so eine Situation schon unbeschadet überlebt haben.“
Wenn es Ihnen gelingt, ist es immer eine gute Ideen, das mit einer Prise Humor zu spicken, in der Sie den „Dino“ mit einem Augenzwinkern zulächeln. (Wenn ich zB alleine in einem See schwimme, ist mir manchmal unheimlich, wenn die Fische springen, dann beruhige ich mich mit der Tatsache, dass mir wenig Angriffe von Kampf- oder Killerkarpfen in österreichischen Seen bekannt sind.)
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Experiment 7: die Angst beruhigen
Gehen Sie mit Ihren Ängsten freundlich um, die wollen Ihnen nur Ihr Leben oder Ihre Gesundheit sichern, aber erlauben Sie ihnen trotzdem nicht, die „Weltherrschaft zu erlangen“. Die Angst will nämlich gerne JEDES Risiko ausschließen, aber  das kann nicht gelingen, denn Leben ist schon einmal lebensgefährlich. Das Ziel kann nur sein, ein vertretbares Risiko einzugehen und nicht JEDES zu vermeiden.
Alle Menschen sterben erst an ihrem letzten Tag und keinen Tag früher! Das bedeutet: die meisten Tage unseres Lebens beenden wir durchaus lebendig. Nehmen Sie sich also freundlich in den Arm, wenn Sie sich das nächste Mal fürchten und geben Sie der Angst einen Platz, aber nicht mehr, als ihr hier und heute zusteht!

Sommerreihe 2018: nach Lust und Laune 6: Seelen-Diplomatie

6. August 2018
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Seelen-Diplomatie
Wenn wir in den letzten Wochen gehört haben, dass wir keine Chance gegen unsere Gefühle haben, dass wir weder steuern können, wann sie auftreten noch was sie herbeilockt sondern höchstens, wie lange sie bleiben, dann lässt uns das vielleicht etwas ratlos zurück.
Deshalb heute die gute Nachricht: wir können sehr wohl mit unseren Gefühlen verhandeln! Nur eben nicht, wenn sie uns wie eine Welle überschwemmen wollen. Nur die starken, heftigen Emotionen sind Dinosaurier, die anderen sind durchaus zu Verhandlungen bereit.
Dabei muss man aber immer die Grundbegriffe der Diplomatie im Auge behalten: erst einmal beide Seiten verstehen und ihnen Recht geben. Denn die Angst hat dasselbe Recht, in mir aufzutreten wie die Vernunft, die sagt, dass es keineswegs lebensbedrohlich ist, in der Firma einmal Nein zu sagen.
Also: es gibt diese beiden Seiten in mir, die beide Recht haben, und es gibt eine innere BeobachterIn oder VermittlerIn oder RichterIn, die dann alles aushandelt: „Okay, heute schlafen wir aus, dafür stehen wir morgen ganz früh auf und arbeiten die liegengebliebenenen Dinge auf.“ Oder: „Ich versehe prinzipiell, dass ich mir Sorgen mache und erlaube mir das auch, daher kontrolliere ich die Türe noch einmal, aber nach diesem Mal ist es dann Schluss damit und ich glaube mir, dass ich zugesperrt habe.“
Wichtig dabei ist, diesen Verspechen gegeben absolut verlässlich zu sein, damit sich beide Seiten auf diese Deals einlassen und darauf vertrauen können, dass sie ihren Teil auch tatsächlich bekommen. Sonst werden wir vor uns selbst unglaubwürdig, und das wäre schlecht.
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Experiment 6:
Verhandlungsposition
Bitte versuchen Sie diese Woche, solche Verhandlungen mit sich selbst zu führen und sich auch an die Abmachung zu halten, die Sie eingegangen sind. Nehmen Sie beide Seiten ernst und entwerten Sie keine der beiden, sonst kommen Sie nie in eine gute Verhandlungsposition! Viel Spaß bei der inneren Diplomatie, die Sie hier üben!